Ein Jahr vor den eidgenössischen Wahlen
SVP bleibt im Hoch, die Mitte stürzt ab

Die SVP liegt mit rund 30 Prozent klar an der Spitze. Während FDP und Mitte unter Druck geraten, können die Grünen leicht zulegen und die GLP hält sich stabil.
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Das dürfte Parteipräsident Marcel Dettling freuen: Mit rund 30 Prozent Wähleranteil dominiert die SVP im aktuellen SRG-Wahlbarometer.
Foto: keystone-sda.ch
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Riccarda CampellRedaktorin Politik

Ein Jahr vor den eidgenössischen Wahlen 2027 baut die SVP ihren Vorsprung weiter aus. Mit rund 30 Prozent Wähleranteil wäre sie die deutliche Wahlsiegerin, wenn heute gewählt würde. Im Vergleich zu den Wahlen 2023 legt sie als einzige Partei deutlich zu. Im westeuropäischen Vergleich fällt das Plus dennoch moderat aus.

Das zeigt das SRG-Wahlbarometer: Dafür befragte das Forschungsinstitut Sotomo unter der Leitung des Politologen Michael Hermann (55) im September 2026 rund 25'000 Stimmberechtigte online (die Fehlermarge beträgt ±1,2 Prozentpunkte).

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Das rot-grüne Lager legt insgesamt 1,5 Prozentpunkte zu. Den grössten Anteil daran hat die SP: Sie verbessert sich seit dem ersten Wahlbarometer dieser Legislatur von minus 0,5 auf plus 1,0 Prozentpunkte. Mit 19,3 Prozent Wähleranteil steht sie so gut da wie seit fast zwei Jahrzehnten nicht mehr.

Weniger erfreulich sieht die Entwicklung für die Mitte aus: Sie verliert aktuell 1,5 Prozentpunkte und damit einen Prozentpunkt mehr als noch vor einem Jahr. Bei den Wahlen 2023 hatte sich die Partei nach früheren Verlusten stabilisiert und leicht zugelegt. Dazu beigetragen haben könnte auch der Namenswechsel von CVP zur Mitte, mit dem sie sich ein frischeres Profil gab.

FDP droht historisches Wahl-Debakel

Auch die FDP verliert an Boden: Mit einem Minus von einem Prozentpunkt käme sie noch auf 13,3 Prozent Wähleranteil. Das wäre ihr schlechtestes Ergebnis bei Nationalratswahlen. Immerhin: Im Rennen um Platz drei liegt sie wieder vor der Mitte, nachdem sie vor einem Jahr auf den vierten Platz abgerutscht war. Das könnte politisch wichtig werden: Sollte ein FDP-Sitz im Bundesrat frei werden, kann die Partei ihren Anspruch unter anderem mit ihrem Wähleranteil begründen.

Bei den ökologischen Parteien zeichnet sich trotz des Hitzesommers 2026 keine grüne Welle ab. Die Grünen legen nur minimal zu, die GLP verliert leicht. Für beide Parteien ist das dennoch eine gute Nachricht: Noch vor kurzem deutete vieles auf Verluste bei den nächsten nationalen Wahlen hin. Die Grünen gehörten bei kantonalen Wahlen zuletzt regelmässig zu den grossen Verlierern. Die GLP lag im Wahlbarometer vor einem Jahr sogar 1,5 Prozentpunkte im Minus.

Zunehmende Polarisierung statt Rechtsrutsch

Die SVP legt rechts zu, doch auch das rot-grüne Lager gewinnt links an Boden. Dazwischen verlieren die einst dominierenden bürgerlichen Kräfte FDP und Mitte weiter an Rückhalt. Das SRG-Wahlbarometer 2026 zeigt damit weniger einen Rechtsrutsch als eine zunehmende Polarisierung.

Gemeinsam kommen FDP und Mitte derzeit auf knapp 26 Prozent Wähleranteil – vier Prozentpunkte weniger als die SVP allein. Anfang der 1990er-Jahre vereinten ihre Vorgängerparteien FDP, Liberale und CVP noch mehr als 40 Prozent der Stimmen auf sich.

Allerdings bilden die Wähleranteile nur einen Teil der politischen Kräfteverhältnisse ab. Im Ständerat halten FDP und Mitte zusammen fast 60 Prozent der Sitze, die SVP dagegen gerade einmal 13 Prozent. Wer nur auf die Nationalratswahlen schaut, übersieht, wie stark die bürgerlichen Parteien im Ständerat weiterhin vertreten sind.

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