Darum gehts
- In Minnesota jagt die ICE seit Wochen Migranten, zwei Tote bisher
- Christoph Blocher wurde einst von US-Polizei angehalten
- Proteste nach Alex Prettis Erschiessung
In US-Bundesstaat Minnesota machen Beamte der Einwanderungsbehörde ICE seit Wochen Jagd auf Migranten. Die Razzien hatten Tausende Verhaftungen zur Folge. Zwei Menschen wurden getötet – nach der Erschiessung des Krankenpflegers Alex Pretti (†37) gingen Tausende Menschen auf die Strasse.
SVP-Doyen Christoph Blocher (85) verfolgt die Geschehnisse dieser Tage aus der Ferne; die Details kenne er nur aus der Zeitung, sagt er in der TV-Sendung «Teleblocher». Überrascht ist er allerdings nicht – ein gefährliches Aufeinandertreffen mit US-Polizisten habe er nämlich selbst erlebt. «Bei der Polizei musst du wahnsinnig aufpassen, dass du nicht verschossen wirst», sagt Blocher und erinnert sich an eine Begegnung, die er in seinen «jungen Jahren» mit einem US-Polizisten hatte.
«Bleib im Auto!»
Er sei mit einem gemieteten Auto gefahren, als ihn ein Polizeiwagen hinter ihm zum Anhalten aufgefordert hatte. Er habe angehalten und sei ausgestiegen. Währenddessen habe der Polizist etwas in für ihn unverständlichem Englisch gerufen. «Ich habe mich gefragt, was er ruft», so Blocher. «Ich dachte: Ich komme ja, ich bin harmlos.»
«Dann stieg der Polizist mit der Pistole aus.» Erst später habe Blocher verstanden, dass der Polizist gerufen hatte: «Stay in the car!» – also «Bleib im Auto!» Als er mit der Pistole kam, habe Blocher schon Angst gehabt – «da bin ich bockstill gestanden». Er erinnert sich, dass der Polizist freundlicher wurde, als er merkte, dass Blocher kein US-Amerikaner war. Der Polizist habe gesagt: «Wenn Sie weitergelaufen wären, hätten wir schiessen können.» Das habe ihm gezeigt: «Wenn sich jemand der Polizei widersetzt, dann schiessen sie schnell.»
Mögliches Problem für Trump
Die Stimmung in Minnesota sei derzeit aufgeladen, so Blocher. Die Bundesbehörde operiere aktuell in einem Staat, in dem eigentlich andere Behörden für die Sicherheit zuständig seien. «Die Amerikaner sind schon dafür, dass man Ordnung schafft. Aber ob sie dafür sind, dass man Leute, die demonstrieren, zu Tode schiesst, das ist eine andere Frage.»
Er wisse nicht, ob die ICE-Behörde tatsächlich zu Unrecht geschossen habe. Für US-Präsident Donald Trump (79) könnten die Ereignisse allerdings zum Problem werden. Das werde sich spätestens bei den Zwischenwahlen zeigen.