Blick präsentiert Rechnung
So viel Geld zieht dir die neue Mehrwertsteuer aus dem Portemonnaie

Der Bundesrat will die Mehrwertsteuer gleich mehrfach erhöhen. Was bedeutet das für die Konsumenten? Blick hat nachgerechnet.
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Der Bundesrat um Verteidigungsminister Martin Pfister will die Mehrwertsteuer erhöhen. Das Geld soll der Sicherheit zu Gute kommen.
Foto: Keystone

Darum gehts

  • Die Schweiz plant Mehrwertsteuererhöhungen zur Finanzierung von AHV und Armee
  • Eine vierköpfige Familie zahlt künftig mehr pro Einkauf
  • Familienferien könnten ebenfalls teurer werden
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Tobias BruggmannRedaktor Politik

Wocheneinkauf, ein Bummel durch die Stadt, abends ins Kino. Für viele Familien ein ganz normaler Samstag – einer, der bald etwas teurer werden könnte.

Denn der Bund will bei der Mehrwertsteuer zugreifen. Am Mittwoch kündigte Verteidigungsminister Martin Pfister (62) an, den Satz um 0,8 Prozentpunkte erhöhen zu wollen. Das zusätzliche Geld soll der Armee zugutekommen. Gleichzeitig diskutiert das Parlament über eine weitere Erhöhung zur Finanzierung der 13. AHV-Rente – und über die Abschaffung der Heiratsstrafe.

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Der Bundesrat will für Armee und Sicherheit die Mehrwertsteuer erhöhen. Was hältst du vom Aufrüstungs-Plan – und von der Finanzierung über höhere Steuern? Mach mit bei unserer Umfrage und sag uns deine Meinung! → Jetzt mitmachen! ←

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Doch was heisst das konkret für Familien? Blick hat bei der eidgenössischen Steuerverwaltung nachgefragt: Steigt die Mehrwertsteuer in einem ersten Schritt um 0,5 Prozentpunkte für die Finanzierung der 13. AHV-Rente (so will es der Ständerat, die grosse Kammer fordert mehr) und kommen 0,8 Prozentpunkte für die Sicherheit dazu, würde der Normalsatz ab 2028 9,4 Prozent betragen. Der reduzierte Satz für die Lebensmittel läge dann bei 3,0 Prozent.

Der Wocheneinkauf

Blick hat einen typischen Postiwagen für den Wocheneinkauf für eine Familie mit zwei Kindern zusammengestellt. Aktuell kostet er 161.60 Franken. Er enthält viele Lebensmittel, die dem tieferen Mehrwertsteuersatz unterliegen, sowie einige Produkte des täglichen Lebens mit dem Normalsatz. Kommen beide Erhöhungen durch, kostet der Warenkorb neu 162.40 Franken – also rund 80 Rappen mehr. 

Auf einzelne Produkte ist der Effekt sehr klein. 250 Gramm Butter kosten statt 3.95 Franken wohl 3.97 Franken, sechs Liter Milch statt 9.90 Franken wohl 9.94 Franken. Ein Sack Härdöpfel würde statt 3.10 Franken neu 3.11 Franken kosten.

Ob die Preise für Lebensmittel aber bei einer Erhöhung tatsächlich so stark steigen, ist offen. Denn die Detailhändler legen meist erst die Preise fest und ziehen dann die Kosten für die Mehrwertsteuer von ihrem Gewinn ab.

So sind zum Beispiel psychologische Preise möglich. 9.95 Franken reizt eher zum Kauf als 10 Franken. Dazu gibts bei Lebensmitteln viele Ausweichmöglichkeiten: Die Kundinnen und Kunden wechseln eher mal den Laden, wenn sie das Lieblingsjoghurt andernorts günstiger finden. Also haben die Händler ein Interesse an tieferen Preisen. Studien schätzen, dass beim reduzierten Satz die Kosten nur zu rund 30 Prozent überwälzt werden. 

Die Shopping-Tour

Etwas deutlicher wird es dann, wenn die vierköpfige Familie den Wocheneinkauf mit einem Shoppingtrip in der Innenstadt verbindet. Eine Jacke für den Kleinen, ein neuer Tennisschläger für die Tochter, dazu noch ein Spielzeuggeschenk. Kostet das heute total 189.75 Franken, wären es mit dem Aufschlag 192.03 Franken. Fast drei Franken mehr. 

Der Samstagabend

Geht er vor dem Kinobesuch noch zum Coiffeur, könnte der Besuch ganze 75 Rappen mehr kosten. Das Auftanken des Autos kostet statt 100 Franken neu 101.20 Franken. Das Kinoticket hingegen dürfte nur leicht teurer werden. Es unterliegt dem tieferen Mehrwertsteuersatz. 

Die Ferien

Ebenfalls leicht teurer werden die Ferien in der Schweiz. Für Hotels gibt es zwar einen Sondersatz, doch auch der steigt in unserem Modell von aktuell 3,8 Prozent auf 4,4 Prozent. Familienferien kosten statt 1611 Franken rund neun Franken mehr. 

Die Zahlen geben lediglich einen ersten Eindruck: Noch kann sich vieles ändern. Bei der AHV-Finanzierung will zum Beispiel der Nationalrat die Mehrwertsteuer noch höher anheben. Gleichzeitig fordern einige Fraktionen, gleich ganz auf die Erhöhung zu verzichten. Und so oder so: Am Schluss hat das Volk das letzte Wort. Sagt es Nein, bleibt alles beim Alten. 


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