Den Jungsozialisten um Präsidentin Mirjam Hostetmann (26) droht mit ihrer Initiative für eine Erbschaftssteuer eine empfindliche Schlappe. Geht es nach der letzten Umfrage von SRF und GFS Bern, wollen gerade mal 30 Prozent dem Vorhaben zustimmen. Es wäre das schlechteste Resultat aller Juso-Initiativen, über die bislang abgestimmt wurde.
Die Juso wollen Superreiche, die mehr als 50 Millionen Franken erben, stärker besteuern. Konkret soll auf alles über diesen Freibetrag hinaus, 50 Prozent Steuern bezahlt werden. Wer also 200 Millionen Franken erbt, muss auf 150 Millionen Franken Steuern bezahlen. Somit betrüge die Steuer 75 Millionen Franken. Die Einnahmen sollen in einen Klimafonds fliessen.
Bundesrat und Parlament lehnen die Vorlage ab. Sie fürchten, dass gute Steuerzahler ins Ausland abwandern oder einen Teil ihrer Firmen verkaufen müssten, um die Steuern zu bezahlen.
Immerhin: In die Top Ten der grössten Abstimmungsflops dürfte es die Juso-Initiative nicht schaffen. Dorthin kommt man erst, wenn eine Vorlage weniger als 15 Prozent Zustimmung holt.
Auch Bürgerdienst mit schwerem Stand
Auch die Service-Citoyen-Initiative hat einen schweren Stand. Ein Komitee um Noémie Roten (36) fordert, dass alle jungen Frauen und Männer einen Bürgerdienst leisten. Das kann in der Armee sein, aber auch in einer Form des Zivildienstes, zum Beispiel in Form von Einsätzen auf Bauernhöfen oder in Schulen. Doch die Mehrheit von Parlament und Bundesrat sind dagegen. Und auch die letzten Umfragen deuten auf ein Nein hin.
Blick liefert den ganzen Sonntag über alle Resultate, Reaktionen und Analysen, ab 12 Uhr mit einer Livesendung mit Blick-Chefredaktor Rolf Cavalli. Um 15 Uhr schätzen SP-Co-Präsident Cédric Wermuth (39), Mitte-Präsident Philipp Matthias Bregy (47), FDP-Co-Präsident Benjamin Mühlemann (46) und SVP-Präsident Marcel Dettling (44) die Resultate ein. Ist alles entschieden, äussern sich auch Verteidigungsminister Martin Pfister (62) und Finanzminister Karin Keller-Sutter (61) an einer Medienkonferenz.