Darum gehts
- Rapperswil-Jona plant ein neues Bildungszentrum, Abstimmung am 8. März 2026
- 200 Parkplätze fallen durch Bau weg, Ersatzlösung noch unklar
- 91 Millionen Franken Kosten, Platz für 1600 Schüler, Fertigstellung 2033/2034
Im Südquartier von Rapperswil-Jona SG herrscht oft reger Betrieb. Knies Kinderzoo liegt hier, der Circus Knie startet vor Ort jeweils seine Tournee, und auch die Eishockey-Arena der SC Rapperswil-Jona Lakers zieht viele Leute an. Nun soll das Quartier noch dichter werden: Geplant ist ein neues Gebäude des Bildungszentrums. Am 8. März 2026 stimmt der Kanton St. Gallen über das Grossprojekt ab. Wo sich heute 200 Parkplätze befinden, sollen künftig 1600 Schülerinnen und Schüler Platz finden. Der Plan sorgt bei Anwohnern für Ärger.
Der Kanton will für insgesamt 91 Millionen Franken ein neues Berufs- und Weiterbildungszentrum bauen. Geplant ist der Neubau auf dem heutigen Ara-Parkplatz. Dort sollen künftig rund 1600 Lernende unterrichtet werden – etwa 400 mehr als heute. Laut den offiziellen Abstimmungsunterlagen des Kantons besteht Handlungsbedarf. Die Wärmedämmung und die Lüftung im aktuellen Schulhaus sind ungenügend. Zudem fehlt es an Platz, Toiletten und moderner Ausstattung.
200 Parkplätze fallen weg
Hinter dem Projekt steckt der Kanton St. Gallen. Bildungsdirektorin Bettina Surber (45, SP) und Baudirektorin Susanne Hartmann (55, Mitte) weibeln laut der «Linth Zeitung» offensiv für das Projekt. Sie wollen Synergien nutzen, indem auch die Berufsberatung aus Uznach SG in den Neubau zieht. Auch die Rapperswiler Stadtpräsidentin Barbara Dillier (51, parteilos) unterstützt den Bau als «Investition in die Zukunft».
Anwohner und Gewerbler hingegen befürchten ein Verkehrschaos. Auf dem Ara-Parkplatz befinden sich heute 200 öffentliche Parkplätze. Diese fallen mit dem Bau der Schule weg. Ein lokales Komitee wollte die Schule lieber im Zentrum behalten, scheiterte aber vor Gericht.
Quartiervereins-Präsident Urs Lumpert warnt im «Tages-Anzeiger» zudem, dass das Quartier bei mehreren zeitgleichen Anlässen schon heute überrannt werde – gerade mit Blick auf den Kinderzoo und das Stadion der Lakers.
Ersatz-Tiefgarage müsste auch an die Urne
Wenn das Stimmvolk Ja sagt, rollen die Bagger. Bis zum Schuljahr 2033/2034 soll der Bau fertig sein. Der Kanton rechnet damit, künftig Miete von knapp einer Million Franken pro Jahr zu sparen. Mit dem Neubau würde das Gebäude in kantonalem Besitz sein, externe Räume müssten nicht mehr angemietet werden.
Für die wegfallenden Parkplätze ist eine Ersatzlösung vorgesehen. Die Stadt plant eine Tiefgarage mit 100 Plätzen. Darüber müsste jedoch zu einem späteren Zeitpunkt noch separat abgestimmt werden. Sollte die Tiefgarage abgelehnt werden, sind 37 oberirdische Ersatzparkplätze geplant.
Politisch ist das Projekt breit abgestützt. Der St. Galler Kantonsrat hat es mit 115 zu 0 Stimmen ohne Gegenstimme verabschiedet. Auch die Stadtregierung von Rapperswil-Jona unterstützt das Vorhaben. Die grossen Parteien von links bis rechts stellen sich ebenfalls hinter das Projekt, wie die «Linth Zeitung» berichtete.