30 statt 150 Tage
Jans will schneller nach Marokko abschieben

Ein neues Abkommen soll dafür sorgen, dass Marokkaner schneller die Schweiz verlassen müssen.
1/6
Asylminister Beat Jans greift durch: Marokkaner sollen künftig schneller abgeschoben werden!
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Schweiz und Marokko vereinbaren schnellere Rückführungen abgewiesener Asylsuchender
  • Identifikation künftig in maximal 30 Tagen statt wie bisher in über 150 Tagen
  • 2025: 1050 marokkanische Asylgesuche, nur 354 Rückführungen durchgeführt
Raphael_Rauch (1).jpg
Raphael RauchBundeshausredaktor

Asylminister Beat Jans (61) zieht beim Thema Ausschaffungen das Tempo an – und setzt dabei auf Marokko. Ein neues Abkommen, das SEM-Staatssekretär Vincenzo Mascioli (56) und sein marokkanischer Amtskollege am Donnerstag in Rabat (Marokko) ausgehandelt haben, soll Rückführungen massiv beschleunigen.

Die Identifikation von abgewiesenen Asylsuchenden dauerte bisher im Schnitt über 150 Tage. Künftig sollen es nur noch maximal 30 Tage sein. Auch Ersatzreisedokumente sollen deutlich schneller ausgestellt werden. Das Staatssekretariat für Migration (SEM) verspricht: weniger Verzögerung, mehr Rückführungen.

«Die Verfahren werden deutlich effizienter»

Die offizielle Unterzeichnung folgt später und muss noch durch den Bundesrat. Vincenzo Mascioli zu Blick: «Die Verfahren werden deutlich effizienter.» Schon im Vorfeld der letzten Verhandlungsrunde haben die marokkanischen Behörden mehr als 200 Identifikationen vorgenommen.

Die Schweiz und Marokko bauen damit ihre Zusammenarbeit im Migrationsbereich gezielt aus. Neben Rückführungen werde auch die Polizeikooperation verstärkt, teilt das SEM mit.

Herausforderungen in Nordafrika

Der Deal ist politisch brisant: Der Druck auf den Bundesrat wächst, konsequenter auszuschaffen. Schon bislang habe die Zusammenarbeit mit Marokko gut funktioniert, sagt das SEM. Mit dem neuen Abkommen dürfte sie nun vor allem schneller werden. Marokko spiele eine strategisch wichtige Rolle bei der Bewältigung der migrationspolitischen Herausforderungen in Nordafrika.

Laut dem SEM stellten im Jahr 2024 insgesamt 1289 Marokkaner ein Asylgesuch in der Schweiz, 2025 waren es 1050. Bis April 2026 gab es 268 Gesuche. 2024 gab es 439 Rückführungen, 2025 waren es 354 und 2026 bislang 97. Bleiben also viele Marokkaner in der Schweiz? Das SEM betont: «Viele abgewiesene Asylsuchende verlassen die Schweiz auch unkontrolliert, wenn sie einen negativen Entscheid erhalten haben oder schon vorher.»

Heiss diskutiert
    Meistgelesen