Darum gehts
- Grüne fordern Gratishalbtax für alle und günstigeren ÖV in der Schweiz
- Bundesrat lehnte den Vorschlag 2023 wegen 700 Mio. CHF jährlicher Kosten ab
- SBB erzielte 2025 rund 500 Mio. Franken Gewinn, Spielraum vorhanden
Die Spritpreise schnellen in die Höhe, die Tankstellen werden zur Nervenprobe. Seit Trumps Krieg gegen den Iran herrscht Unsicherheit auf den Energiemärkten – und die Schweiz spürt die Folgen direkt an der Zapfsäule.
In Bern wächst der Druck auf Energieminister Albert Rösti (58, SVP). Jetzt fordern die Grünen: Schluss mit der fossilen Abhängigkeit, her mit günstigem Bahnfahren! Grünen-Nationalrätin Marionna Schlatter (45) will mit einem neuen Vorstoss das Halbtax für alle gratis machen – eine Idee, die sie vor zwei Jahren erfolglos im Parlament eingebracht hatte.
Aktuell kostet ein Halbtax 190 Franken und für junge Menschen bis und mit 24 Jahren für 120 Franken. Ginge es nach Schlatter, sollten diese Kosten wegfallen, um das Bahnfahren günstiger zu machen. Schlatter zu Blick: «Statt über Atomenergie zu reden und das Bahnfahren teurer zu machen, sollte Bundesrat Rösti für die Energiewende arbeiten – und das Bahnfahren günstiger machen. Dazu gehört ein Gratishalbtax für alle.»
Grünen-Präsidentin Lisa Mazzone (38) doppelt nach: «Wegen Röstis Anti-Klima-Kurs spürt die Bevölkerung Preissteigerungen stärker. Wir müssen uns so schnell wie möglich von der Abhängigkeit von Öl und Gas befreien und die Bevölkerung muss unterstützt werden. Ein guter Weg ist die Senkung des ÖV-Ticketpreises.»
Bundesrat rechnet mit Kosten von 700 Millionen Franken
Mit dem Gratishalbtax wollen die Grünen den Umstieg auf Bus und Bahn fördern. Der Bundesrat hatte 2023 das Gratishalbtax aus Kostengründen abgelehnt: Dadurch würden rund 700 Millionen Franken pro Jahr im ÖV fehlen. Allerdings haben die SBB allein letztes Jahr 500 Millionen Franken Gewinn gemacht. Finanziellen Spielraum gäbe es also durchaus.