Darum gehts
- Schweiz spielt am Freitag gegen Algerien um WM-Achtelfinal-Einzug
- ZDF spricht «Nati» anders aus, um negative Assoziationen zu vermeiden
- Spiel wird in der Schweiz auf SRF, in Deutschland im ZDF gezeigt
Ab fünf Uhr am Freitagmorgen entscheidet sich, ob die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft in den WM-Achtelfinal einziehen wird. Während das Spiel in der Schweiz vom SRF übertragen wird, übernimmt diese Rolle bei den Deutschen das ZDF. Der Sender bewirbt den Match seit einigen Tagen mit einem kurzen Trailer in ihrem Tagesprogramm.
«Schweiz gegen Algerien. Die Nati trifft auf ihren ehemaligen Coach Vladimir Petkovic. Wer durchschaut hier wen am besten?», heisst es darin kurz und knapp. Aus Schweizer Sicht – oder besser aus Gehör – stockt man aber dennoch kurz. Der Grund? Die Aussprache des Wortes Nati. Während das «t» bei uns wie ein «z» ausgesprochen wird, bleiben die Deutschen beim «t». Somit klingt ihr «Nati» mehr wie der Spitznamen einer Nathalie als nach unserer Nationalmannschaft.
Absicht oder Versehen? «Es ist uns bewusst, dass bei diesem Wort unser Deutsch nicht ganz dem Schweizer Original gleichkommt», heisst es auf Blick-Anfrage beim ZDF. Die Verwendung einer anderen Aussprache als die des Originals begründet der Sender folgendermassen: «In Deutschland kann niemand die Silben ‹na-zi› hören, ohne an Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu denken.» Und das sei «nun wirklich das Letzte, womit wir die sympathische Schweizer Nationalmannschaft in Verbindung bringen wollen.»
Lieber falsche Aussprache als auf Abkürzung verzichten
Aus dem oben genannten Grund entschied sich der Sender, «Deutsch-Deutsch zu sprechen – mit einer Aussprache, die das Original notfalls auch abändert». Doch wieso überhaupt auf eine Abkürzung zurückgreifen, die nicht richtig ausgesprochen werden will und nicht direkt das Wort Nationalmannschaft nutzen? Dazu heisst es vom ZDF: «Wir sind der Meinung, dass eine orthodoxe Ausdrucksweise eine Distanz schafft, die der Leichtigkeit des sportlichen Seins nicht gerecht wird.»

