Darum gehts
- Naomi Watts erhält Golden Eye Award beim Zurich Film Festival 2026
- Preisvergabe am 26. September, organisiert von Direktorin Reta Guetg
- Das ZFF zahlt keine Gagen, überzeugt mit Logistik und Betreuung
Das Zurich Film Festival (ZFF) zeichnet die Hollywood-Schauspielerin Naomi Watts (57) dieses Jahr mit dem Golden Eye Award aus – gewürdigt wird damit ihre Leistung im Film «The Housewife». Die zweifach oscarnominierte Darstellerin nimmt die Auszeichnung am 26. September persönlich entgegen. Beim Festival sei man stolz, David Lynchs (1946–2025) einstige Muse (wir erinnern uns an «Mulholland Drive») zu begrüssen, heisst es von offizieller Seite. Und auch Watts könne es «kaum erwarten».
Die Strategie hinter den Kulissen
Dass ein Star dieser Kategorie nach Zürich reist, ist massgeblich der Arbeit von Reta Guetg (43) zu verdanken. Als neue Direktorin steuert sie die Verhandlungen hinter den Kulissen. Der Erstkontakt folgte einer langfristigen Beziehungspflege. «Der Kontakt zu Produzentin Lee Broda entstand über einen Festival-Donor. Wir sind danach kontinuierlich in Verbindung geblieben, und genau diese Beziehung war später entscheidend dafür, den Film für Zürich zu gewinnen und Naomi Watts für eine Teilnahme zu begeistern», erklärt Guetg gegenüber Blick. Heisst: Ohne Kontakte und Netzwerk geht es in dieser Branche nicht.
Dass die Zusage jetzt feststeht, kostete Guetg «Zeit und Nerven», da das Werk unmittelbar zuvor in Toronto Weltpremiere feiert – was wiederum unterstreicht, dass das ZFF längst bei den Grossen mitmischen kann. Eine einflussreiche Person in Hollywood habe erst diese Woche Guetg gegenüber betont, welche gute Nase das Festival in Hinblick auf die grossen Filmpreise geworden sei. Bestes Beispiel: Der Überraschungsoscar für Mikey Madison (27) 2025. Als sie im Oktober zuvor als Hauptdarstellerin in «Anora» in Zürich über den grünen Teppich schritt, kannte sie kaum jemand – heute reisst sich Hollywood um sie. «Schön, dass wir auch ein bisschen Oscarflüsterer geworden sind», ergänzt die Direktorin.
Keine Gagen und ein striktes Budgetmanagement
Finanzielle Anreize stehen dabei nicht im Vordergrund, auch nicht bei Schwergewichten wie Naomi Watts. «Wir zahlen keine Gagen», stellt Guetg klar. Das Festival überzeuge stattdessen mit Logistik und Gästebetreuung. Höhere Forderungen seitens der Künstlermanagements erforderten jedoch ein präzises Abwägen.
«Da muss man ständig alle verschiedenen Bereiche im Auge behalten: Wo können wir etwas einsparen, wenn wir dafür bei der Reise entgegenkommen wollen? Und es ist wichtig, immer klar ein Ja auszusprechen und begründen zu können, weshalb wir etwas möglich machen wollen», erläutert Guetg die Verhandlungsführung. «Da hilft es, dass wir unterschiedliche Blickwinkel einbringen – auch bei der Einschätzung, wie ‹attraktiv› welcher Gast ist. Gerade bei den jungen Gästen hatten wir schon so tolle Leute, die wir ohne die Euphorie unserer Gen Zs im Team vielleicht nicht in diesem Masse unterstützt hätten.»
Schweizer Diskretion und straffe Logistik
Neben dem Betreuungsservice punktet der Standort mit Privatsphäre: «Da geht auch mal ein Woody Harrelson barfuss Velo fahren, Kate Winslet im See baden oder Colin Farrell mit Zürchern in die Sauna.»
Der Ablauf vor Ort ist durchgetaktet – von der Ankunft über Pressetermine bis zum grünen Teppich. Auf starre Vertragsklauseln verzichtet die Festivalleitung zugunsten einer entspannten Atmosphäre: «Auch das Unterschreiben unserer Riesen-Toblerone löst bei den Stars immer ein Wow aus. Schoggi geht immer.»