Darum gehts
- Nach Robbie-Williams-Konzert in Zürich: Männer-WC kurzzeitig für Frauen freigegeben
- Sicherheitsmitarbeiterin reagiert mit unhöflicher Aussage, Männer fühlten sich diskriminiert
- Hallenstadion: Ein WC blieb für Männer zugänglich, Vorfall wird untersucht
Ein Konzertabend im Hallenstadion, gute Stimmung, volle Ränge – und nach der letzten Zugabe der gewohnte Ansturm auf die Sanitäranlagen. Was sich nach der Show von Robbie Williams (52) im Zürcher Hallenstadion am Mittwochabend abspielte, bringt ein Leser gegenüber Blick auf den Punkt: Er spricht von einem regelrechten «WC-Skandal». Als er die Herrentoilette aufsuchen wollte, habe ihn eine Sicherheitsmitarbeiterin gestoppt. Die Begründung: Das Männer-WC sei nun für Frauen reserviert. Das Frauen-WC sei gleichzeitig ebenfalls offen gewesen.
Auf die Frage der vor den Kopf gestossenen Männer, wo sie denn nun pinkeln gehen sollten, folgte Ernüchterung. Die Mitarbeiterin habe gesagt, «dass ihr dies scheissegal sei». Der Leser zeigt sich empört über diese Behandlungsweise. Zwar sei es normal, dass Frauen bei grossem Andrang auch bei den Männern aufs Klo gehen – «das ist ja soweit kein Problem». «Wenn wir aber auf unserem WC ausgeschlossen werden, geht das gar nicht», kritisiert er scharf. Seine Logik: «Stellt euch mal vor, das wäre umgekehrt. Es würde ein Skandal seinesgleichen sein.»
«Werden Vorfall aufarbeiten»
Das Hallenstadion verweist auf Anfrage zunächst auf die Regularien: «Die Anzahl und Ausstattung der Sanitäranlagen im Hallenstadion entsprechen den geltenden Vorgaben und behördlichen Auflagen. Grundsätzlich stehen unseren Gästen jederzeit ausreichend Damen- und Herrentoiletten zur Verfügung.» Allerdings beobachte man bei Veranstaltungen die Besucherströme laufend, um Wartezeiten zu reduzieren. «In Einzelfällen kann es bei aussergewöhnlichem Andrang vorkommen, dass einzelne Sanitärbereiche vorübergehend flexibel genutzt werden.»
Genau das sei beim Auslass des Robbie-Williams-Konzerts geschehen. Um die Wartezeiten bei den Damen zu reduzieren, habe man kurzfristig «eines von zwei Herren-WCs im Untergeschoss zusätzlich für die Nutzung durch Frauen freigegeben». Einen totalen Ausschluss männlicher Besucher weist das Hallenstadion jedoch zurück: «Den männlichen Gästen stand im Untergeschoss weiterhin ein weiteres Herren-WC zur Verfügung. Zudem konnten weitere Herren-WCs in den Umgängen genutzt werden.»
Und weiter: «Ich halte fest, dass die geschilderte Rückmeldung zum Verhalten der Security-Kraft nicht unserem Anspruch an einen respektvollen und serviceorientierten Umgang mit den Gästen entspricht. Sollte sich der geschilderte Sachverhalt bestätigen, bedaure ich dies. Der Vorfall wird gemeinsam mit der beauftragten Sicherheitsfirma analysiert und intern aufgearbeitet.»