«Warum bin ich nicht gut genug?»
Winiger und Glauser sprechen über ihre schwierigen Väter

In der neuen SRF-Serie «Shaolin Challenge» trifft Melanie Winiger auf ihre Ängste und Tamy Glauser auf ihre schwierige Vergangenheit. Beide Schweizer Promis kämpfen mit alten familiären Wunden.
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Setzt sich in der SRF-Doku-Serie «Shaolin Challenge» mit alten Wunden auseinander: Moderatorin und Schauspielerin Melanie Winiger.
Foto: SRF

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • SRF-Doku «Shaolin Challenge» ab 3. April auf Play SRF verfügbar
  • Melanie Winiger und Tamy Glauser thematisieren schwierige Beziehungen zu Vätern
  • Shaolin-Tempel fordert Prominente: 6 Teilnehmer, über 1000 Jahre alte Kulisse
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Patricia BroderRedaktorin People

In der Stille eines Shaolin-Tempels brechen alte Wunden auf: In der neuen SRF-Doku-Serie «Shaolin Challenge», die ab Freitag, 3. April, auf Play SRF abrufbar ist, werden Melanie Winiger (47) und Tamy Glauser (41) mit einem Thema konfrontiert, das ihre Leben bis heute prägt: die schwierige Beziehung zu ihren leiblichen Vätern.

Bei «Shaolin Challenge» reisen sechs Schweizer Prominente nach Südkorea, wo sie in einem über 1000 Jahre alten Shaolin-Tempel an ihre körperlichen und mentalen Grenzen gehen. Doch während die Übungen Disziplin verlangen, geraten bei Winiger und Glauser vor allem die eigenen Lebensgeschichten in Bewegung.

In Folge 3 trifft Melanie Winiger bei einer Teezeremonie auf Meister Shi Heng Yi (43) – und beginnt, offen über ihre Verlustängste zu sprechen. Sie habe sich intensiv mit ihren Ängsten und dem damit verbundenen Trauma auseinandergesetzt, sagt die Ex-Miss Schweiz und Moderatorin. Doch durch einen Todesfall in ihrem Umfeld seien die alten Gefühle wieder hochgekommen. Shi Heng Yi rät ihr, dem Verstorbenen einen Brief zu schreiben. «Wahrheit macht frei. Red dir das Leid von der Seele.»

Winiger vertraut sich Nöldi Forrer an

Im Gespräch mit Schwingerkönig Nöldi Forrer (47) wird deutlich, worum es bei Winigers Gefühlschaos geht: Es ist ihr leiblicher Vater, den sie nie wirklich kennenlernen konnte – und dessen Verlust nun die alten Wunden aufreisst. «Es gibt meinen Papi und der ist super – und dann gibt es meinen Vater», sagt Winiger. «Wenn der leibliche Vater kein Interesse zeigt, fragt man sich als kleines Mädchen: Was habe ich falsch gemacht? Warum will man mich nicht? Warum bin ich nicht gut genug?»

Eine ganz ähnliche Erfahrung macht auch Tamy Glauser. Schon früh fühlt sich das Berner Model in der «Shaolin»-Gruppe nicht wirklich zugehörig – ein Gefühl, das sie aus ihrer Kindheit kennt. Im Gespräch mit Shi Heng Yi führt sie diese Erfahrung auf die frühe Trennung von ihrem leiblichen Vater Stefan Hofer zurück.

Glauser wuchs bei Pflegeeltern auf

Tamy Glauser wächst bei Pflegeeltern in Stettlen BE auf, ihre Eltern waren sehr jung und kein Paar. Zu ihrer Mutter Lolita Glauser hat sie bis heute eine enge Beziehung, über ihren Vater sprach sie bislang kaum. Kennengelernt hat sie ihn erst im Alter von 17-Jahren. «Ich habe meinem Vater noch nie gesagt, wie ich mich fühle», sagt sie.

In der Sendung wird auch Glauser dazu aufgefordert, ihrem Vater einen Brief zu schreiben. Verfasst hat sie ihn – abgeschickt nicht. Dafür sucht sie vergangenen Sommer nach den Dreharbeiten das direkte Gespräch mit ihm. «Bei einem Essen in Zürich wollte ich ihm alles sagen», erzählt Glauser Blick. «Ich wollte ihm sagen, wie mir seine Unterstützung fehlt. Wie verletzend es für mich ist, dass er gerne sagt: Blut ist dicker als Wasser – wie kann man so etwas zu seinem eigenen Kind sagen, das bei Pflegeeltern aufgewachsen ist?! Ich fühle mich von ihm weder geliebt noch verstanden, noch angenommen», so Glauser. «Nichts, was ich tue, scheint gut genug.»

«Er redet nur von sich und machte Witze über mich»

Doch zur Aussprache kommt es nicht. «Er hat nur von sich geredet. Machte vor dem Kellner Witze darüber, dass ich keinen Alkohol mehr trinke. Ich habe mir nur noch gewünscht, dass das Treffen endlich endet.»

Heute hat Glauser für sich eine klare Grenze gezogen. Der Kontakt liegt auf Eis – zumindest vorerst. Ganz geschlossen sei die Tür aber nicht. «Wenn er bereit ist, endlich Verantwortung zu übernehmen, und wirklich an mir als Mensch interessiert ist, dann können wir es noch einmal versuchen», sagt Glauser abschliessend. «Aber ganz ehrlich: Ich habe wenig bis keine Hoffnung, dass das passiert.»

Tamy Glauser und Melanie Winiger zeigen auf ihrer persönlichen Reise eindrücklich, wie lange familiäre Wunden nachwirken können – und wie schwer es ist, sich von ihnen zu lösen.

Die sechs Folgen «Shaolin Challenge» sind ab Freitag, 3. April 2026, online auf Play SRF verfügbar und werden ab dem 10. April 2026, jeweils freitags um 21.00 Uhr, im TV auf SRF 1 ausgestrahlt. 

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