Walliser Brassband-Meister Arsène Duc
«Mein Ziel ist es, die schönste Musik zu spielen»

Er ist der erfolgreichste Brassband-Dirigent der Schweiz: Mit der Fanfare Ancienne Cécilia und der Valaisia Brass Band erobert der Walliser Arsène Duc die Bühnen der Welt.
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Sie blasen Arsène Duc den Gratulationsmarsch: Aline am Althorn, Valentin am Euphonium im Übungsraum.
Foto: Sedrik Nemeth

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Fanfare Ancienne Cécilia gewinnt erneut Eidgenössisches Musikfest Biel Höchstklasse
  • Dirigent Arsène Duc auch mehrfacher Europameister und Vize-Weltmeister
  • Über 40 Jahre Erfahrung, zahlreiche Titel und historischer Sieg in Birmingham
Tobias Tscherrig
Schweizer Illustrierte

Auf dem Rückweg haben wir im Bus gefeiert», sagt Arsène Duc und lacht. Bereits zum dritten Mal in Folge gewann die Fanfare Ancienne Cécilia am Eidgenössischen Musikfest in Biel den Titel in der Kategorie Konzertmusik, Höchstklasse, Brassband. Sie sind einfach nicht zu schlagen! Der Dirigent der erfolgreichen Musikerinnen und Musiker trägt Anzug und Krawatte, seine 61 Jahre sind ihm nicht anzusehen. Wache Augen, ein schmales, freundliches Gesicht. Die adrette Erscheinung mit Hang zum Perfektionismus: der Prototyp eines Dirigenten.

Er wartet im Übungslokal im sonnigen Dörfchen Chermignon. Viel Holz, eine kleine Bühne. Die Stühle stehen im Halbkreis, in der Mitte das Dirigentenpult. Aus dem Untergeschoss ertönen die Klänge eines Euphoniums. An den Wänden hängen Fahnen, Kränze, Wimpel und Diplome. «Am Eidgenössischen gewinnst du keinen Pokal», sagt Duc – und klingt beinahe erleichtert. Sein Blick wandert zu den aufgestellten Trophäen: Das Regal ist berstend voll.

Internationale Erfolge

Die Fanfare Ancienne Cécilia gewinnt in einer Regelmässigkeit, die erstaunt. Es sind zu viele Auszeichnungen, um sie alle aufzuzählen. Dasselbe gilt für Arsène Duc, der zusätzlich noch die ebenfalls äusserst erfolgreiche Valaisia Brass Band dirigiert. Ein Auszug aus seinem Palmarès: Vize-Weltmeister, Europameister, mehrmaliger Schweizer Meister, Dirigent des Jahres, Gewinner des Rünzi-Preises. Der Verdienstpreis des Schweizerischen Brass Band Verbands für seine herausragende Erfolgsbilanz ist die logische Konsequenz.

Der Sieg am prestigeträchtigen British Open Championship in Birmingham mit der Valaisia Brass Band gilt als historisch. Ebenfalls der Auftritt der Fanfare Ancienne Cécilia an der Fashion Week in Paris. Wo Models sonst im Takt von Techno über den Laufsteg stolzieren, erklangen plötzlich die Klänge eines Musikvereins aus dem Wallis. Live gespielt, ein Novum in der Modewelt. Von all dem Ruhm ist Arsène Duc nichts anzumerken. «Ich bin ein einfacher, bodenständiger Dirigent», sagt er. «Die Arbeit mit jungen Musikerinnen und Musikern motiviert mich. Mein Ziel ist es, die schönste Musik zu spielen.»

Artikel aus der «Schweizer Illustrierten»

Dieser Artikel wurde erstmals in der «Schweizer Illustrierten» publiziert. Näher dran – an Stars, Royals und Menschen mit Geschichten. Hier gehts zum Abo!

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Spitzenniveau im Nebenamt

Arsène Duc wurde die Musik in die Wiege gelegt. Sein Grossvater und sein Vater spielten beide bereits in der Ancienne Cécila Euphonium. Arsène griff mit sieben Jahren zum selben Instrument und trat vier Jahre später in die Dorfmusik ein. Mit 23 Jahren dirigierte er bereits die Hauptformation. «Ich habe noch nie ans Aufhören gedacht. Jedes Stück ist einzigartig, es gibt keine Langeweile.» Speziell die Stücke, die an Wettbewerben vorgegeben werden, hätten es in sich. «Das Niveau steigt stetig. Als Dirigent muss ich top vorbereitet und auf der Höhe sein, sonst verliere ich die Glaubwürdigkeit vor meinem Ensemble.»

All das hat Duc von der Pike auf gelernt. Am Genfer Konservatorium belegte er unter anderem Orchestrierung, im Militär leitete er eine Fanfare. Aber der erfolgreiche Dirigent wollte nie von Musik leben. Er studierte Wirtschaftswissenschaften und arbeitet seit 1993 als Dienstchef beim Kanton Wallis.

Damit musiziert Duc auf Spitzenniveau im Nebenamt. «Mein Kalender ist voll, auch im nächsten Jahr. Ich muss mich gut organisieren.» Auch nach all den Jahrzehnten sei der Druck hoch. «Als Dirigent hast du viel Verantwortung. Du darfst keine Fehler machen. Am Tag X muss das Ensemble bereit sein, das ist nicht immer einfach.»

Die Tür zum Übungslokal in Chermignon öffnet sich. Die Kinder von Arsène Duc betreten den Raum. Sie sind die vierte Generation der Ducs, die musizieren: Beide sind Mitglieder seiner beiden Formationen. Valentin (31) arbeitet als Bankangestellter und spielt Euphonium. «Als Jugendlicher hat es manchmal genervt, unter Papa zu spielen. Jetzt ist das anders. Wir wohnen nicht mehr zusammen und können uns so regelmässig sehen.»

Seine Schwester Aline Sottas-Duc (28, Ergotherapeutin, Althorn) hat ihren Mann mitgebracht, ein Musiker aus den Reihen der Valaisia Brass Band. «Ich konnte meinen Vater nicht austricksen, er wusste immer, wie viel ich geübt habe. Aber er half uns viel.»

Sie seien mit Musik aufgewachsen, erzählen sie: Brassband, Klassik, Hardrock. Die Mehrheit ihrer Verwandten mache Musik, der Griff zum Instrument sei also logisch gewesen. Die Erfolge ihres Vaters seien dabei kein Problem. «Klar, die Leute erkennen uns», sagt Aline. «Wir wollen uns aber nicht mit ihm vergleichen und seinen Erfolgen nacheifern, wir wollen dieselbe Leidenschaft leben.» Sowohl Valentin als auch Aline haben zahlreiche Preise gewonnen. «Mein persönliches Highlight ist aber das Zusammenspiel mit Grossvater und Vater», sagt Valentin. Arsène Duc, ergänzt: «Es ist ein Glück, dass wir diese Emotionen zusammen erleben dürfen.» Genau das ist es ja, was die Magie der Musik ausmacht.

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