Darum gehts
- SRF-«Meteo» seit 1953: Vom Handzeichen zur Hightech-Produktion in Zürich
- 1992: Eigenes Format revolutionierte Wetterdarstellung im Fernsehen
- Seit 2014: 3D-Visualisierungen, präzise Animationen und moderne Technik im Einsatz
Sie ist eine der meistgesehenen Sendungen der Schweiz: Täglich liefert SRF-«Meteo» die Prognosen für das Land. Was heute als Hightech-Produktion auf dem Dach des Zürcher Fernsehstudios Leutschenbach bekannt ist, begann vor über 70 Jahren unter deutlich einfacheren Bedingungen. Ein Blick ins SRF-Archiv zeigt den rasanten technologischen Wandel der Wetterberichterstattung.
Die Anfänge des Fernsehwetters reichen bis ins Jahr 1953 zurück. Damals gab es noch kein eigenständiges Format; die Prognose war Teil der Nachrichtensendung.
Die Visualisierung war minimalistisch: Die Meteorologen standen vor handgezeichneten Karten, auf denen die Grosswetterlage skizziert war. In den 1970er- und 80er-Jahren wurde die Präsentation physischer. In Sendungen wie «Karussell» arbeiteten Moderatoren wie Josef Strobel mit analogen Wetterkarten, auf die Wolken- und Sonnensymbole mittels Magneten manuell aufgeklebt wurden.
Der Startschuss für ein eigenständiges Format
Der grosse Umbruch erfolgte am 31. August 1992. Mit dem Start von «Meteo» erhielt das Wetter einen festen Sendeplatz direkt nach der «Tagesschau» und vor der Hauptabendunterhaltung. Technisch war es der Schritt in die digitale Ära: Die Magnete verschwanden und machten dem Blue Screen Platz.
Die Moderatoren standen Mitte der 1990er nun in einem leeren Studio vor einer blauen Wand, während die Wetterkarten erst im Regieraum elektronisch in das Bild eingeblendet wurden. Dies erforderte von den Meteorologen ein hohes Mass an Orientierung im physischen Raum, da sie die Karten nur auf Kontrollmonitoren neben der Kamera sehen konnten.
Ein weiterer Meilenstein ist der 2. September 2002. An diesem Tag bezog die Redaktion das legendäre Aussenset auf dem Dach des SRF-Hochhauses. Der Umzug war mehr als ein optischer Tapetenwechsel; er machte die Wetterlage für das Publikum spürbar.
Wind, Regen oder Schneefall wurden Teil der Inszenierung, was die Authentizität des Formats massiv steigerte. Seit 2014 wird die Sendung zudem durch hochauflösende 3D-Visualisierungen und modernste Computeranimationen unterstützt, die selbst kleinste lokale Phänomene präzise darstellen können.
Die prägenden Gesichter des Wetters
Eng verbunden mit diesem Erfolg sind die Persönlichkeiten vor der Kamera. Thomas Bucheli (64), der heutige Redaktionsleiter, ist ein Mann der ersten Stunde. Seit 1992 prägt der studierte Meteorologe das Format und gilt als personifizierte Fachkompetenz des Schweizer Fernsehens. Sein nüchterner, aber leidenschaftlicher Stil machte ihn zu einem der bekanntesten TV-Gesichter des Landes.
Neben den Pionieren haben sich über die Jahre weitere Publikumslieblinge etabliert. Sandra Boner (51) gehört seit 2002 zum Team und ist heute die dienstälteste Moderatorin auf dem «Meteo»-Dach. Ihre Beständigkeit macht sie laut Umfragen regelmässig zu einer der beliebtesten Moderatorinnen der SRG.
Auch Namen wie Christoph Siegrist (53), der seit 2004 dabei ist, oder ehemalige Grössen wie Cécile Bähler (44) haben dazu beigetragen, dass «Meteo» von SRF trotz technologischen Sprüngen immer ein Format blieb, bei dem die menschliche Vermittlung im Zentrum steht.