Darum gehts
- Podcasterinnen bei «SRF Bounce» mit Lügendetektor sorgten für Diskussionen
- Fans kritisieren die Formatabweichung und die Serafe-Gebühren von 360 Franken jährlich
- Das SRF verteidigt die Diversität und betont die Relevanz solcher Formate für Zukunft
Dara Masi (32) und Karin Bearpark (26) waren kürzlich zu Gast im SRF-Format «SRF Bounce». Dort stellten sie sich gegenseitig knallharte und intime Fragen. Der Clou: Das «Thronfolge»-Duo war dabei an einen Lügendetektor angeschlossen.
Was an sich als spassige Idee gedacht war, stiess bei einigen Fans der Sendung auf Unverständnis. Denn eigentlich ist «SRF Bounce» für seinen Hip-Hop-Inhalt bekannt. «Deine erste Adresse für aktuelle Themen aus der Culture mit Hip-Hop im Herz. Hier gibt es echten Talk, Trends, Vibes und Lifestyle – direkt, ehrlich und auf Augenhöhe», heisst es im Beschrieb.
Sexthemen statt Hip-Hop
Klar, mit Hip-Hop haben die beiden Podcasterinnen wenig bis gar nichts zu tun. Mit Lifestyle aber schon. Ebenso mit Vibes. Und ein Gespräch unter der Aufsicht eines Lügendetektors gehört wohl in die Kategorie der «echten Talks». Bearpark und Masi stellen sich Fragen zu Sexthemen. Etwa, ob Bearpark, die seit vergangenem Sommer in einer Beziehung mit einer Frau ist, manchmal ein «Schnäbi» vermisst oder ob Masi der Meinung ist, im Bett besser zu sein als ihre Kollegin.
Grundsätzlich ist «SRF Bounce» bekannt für den Rap-Inhalt, doch in der Vergangenheit gab es immer wieder Themen ausserhalb der Hip-Hop-Szene. Trotzdem stösst die Teilnahme von Karin Bearpark und Dara Masi Fans von «SRF Bounce» sauer auf. Ihrem Ärger machen sie in der Kommentarspalte auf Instagram Luft.
Dabei liest man hauptsächlich Dinge wie «JA zur Halbierungs-Initiative» oder «Ich zahle für so einen Scheiss 360 Franken im Jahr, nicht normal». Andere User finden das Duo schlicht nicht lustig und scherzen über Dara Masis Gebrauch des Wortes Schnäbi. Ein Kommentar sagt: «Ist ja noch witzig, aber was hat das genau mit SRF Bounce und Hip-Hop zu tun?» Und spricht mit dieser Frage vielen Hip-Hop-Fans und begeisterten Zuschauerinnen und Zuschauern von «SRF Bounce» wohl aus der Seele.
Podcastduo konzentriert sich auf positive Rückmeldungen
In einigen Rückmeldungen werden Bearpark und Masi aber auch gefeiert und wird die Ausgabe von «SRF Bounce» mit den beiden jungen Frauen als lustig und erfrischend bezeichnet. Daran ziehen sich die Moderatorinnen hoch. Zu den negativen Kommentaren möchten sie sich nicht weiter äussern, wie Karin Bearpark zu Blick sagt. Sie möchten sich lieber auf die positiven Kommentare konzentrieren.
Blick hat auch das SRF auf die Reaktionen angesprochen. Vom Sender heisst es: «SRF löscht Kommentare oder schaltet diese nicht auf, wenn sie gegen die Netiquette verstossen.» Im erwähnten Beitrag hätten nur wenige Kommentare gelöscht werden müssen, die klar gegen die Richtlinien verstossen hätten. Und weiter: «Die Kommentare zur Halbierungs-Initiative sind legitime Meinungen, die auch der Netiquette entsprechen.» Der Beitrag habe zudem zu vielen Likes und einigen neuen Abonnentinnen und Abonnenten geführt.
Zudem betont das SRF die Wichtigkeit von Gefässen wie «Bounce» – und deren Vielfältigkeit: «‹Bounce› spiegelt auch die Lebensrealität der Zielgruppe wider. Neben Hip-Hop-Inhalten finden auf den Kanälen auch gesellschaftseinordnende und unterhaltende Culture-Inhalte statt – zu Themen, die die Community bewegen: von Träumen, Zukunftsfragen und Identitätssuche bis zu Hypes, Trends und Lifestyle.» Man wolle relevanten Stimmen aus Popkultur und Gesellschaft eine Bühne bieten – «für ungefilterte Gespräche, überraschende Einblicke und neue Perspektiven».