Darum gehts
- Reena Krishnaraja begeistert als Comedytalent
- Sie kombiniert ihre kulturellen Hintergründe mit Impro-Talent
- Am 10. Mai ist sie bei SRF zu sehen
In der Comedyszene gilt sie als das Talent der Stunde. Am Sonntag, 10. Mai, zeigt Reena Krishnaraja (22) in der neuen SRF-Comedy-Sendung «Fun Fatale», warum sie aktuell alle begeistert. Und am 31. Mai ist sie live im Bernhardtheater in Zürich zu sehen. Doch wer glaubt, Krishnaraja schüttle ihre Pointen einfach so aus dem Ärmel, täuscht sich. Im Gespräch mit Blick verrät die Comedienne: Hinter dem lockeren Auftreten steckt ein durchgetakteter Plan.
Reena Krishnaraja hat tamilische Wurzeln und ist im tiefen Kanton Appenzell Ausserrhoden aufgewachsen – genauer in «Grueb». Krishnaraja überlässt nichts dem Zufall. Ihre Witze über die Generation Z und ihr Leben zwischen zwei Kulturen entstehen oft unterwegs. Früher dachte sie, gute Ideen würden von allein bleiben. «Das war ein typischer Anfängerfehler – ich dachte, ich vergesse das schon nicht», sagt sie und lacht. Heute notiert sie alles – von Hand: «So bleibt es besser hängen.»
«Sie ist immer lustig»
Bevor ein Gag auf der Bühne landet, muss er durch die harte Schule ihrer Freunde. «Ich erzähle die Witze in meinem Umfeld und sehe schnell, ob sie funktionieren.» Dass sie in zwei Kulturen aufgewachsen ist, nutzt sie dabei als Trumpf, auch wenn es manchmal ein Spagat ist: «Es inspiriert doppelt, belastet manchmal aber auch doppelt.»
Ihr Mix aus persönlicher Geschichte und Improvisationstalent beeindruckt sogar die Urgesteine der Branche. Satire-Papst Viktor Giacobbo (74) ist voll des Lobes: «Sie ist immer lustig, sehr persönlich und hat den Überblick. Ich habe schon lange niemanden mehr gesehen, der solch ein Shootingstar ist. Man weiss genau: Sie wird die Szene prägen», so der Komiker über Krishnaraja.
Plötzlich eine Schreibblockade
Trotz des Hypes bleibt die Appenzellerin bodenständig. Sie weiss, dass zum Erfolg auch Momente gehören, in denen es im Saal still bleibt. «Es ist schon nicht ganz einfach, wenn niemand lacht», gibt sie offen zu. Ihr Rezept für solche Pannen? Ein trockener Spruch wie «Ah, in dem Fall findet es niemand lustig», und weiter gehts.
Sogar eine Schreibblockade im vergangenen Sommer konnte sie nicht stoppen. «Es hat einfach nicht mehr geflowt, ich habe mir selbst mega viel Druck gemacht.» Doch Reena Krishnaraja hat sich herausgekämpft. Heute geniesst sie die Momente nach den Shows umso mehr, etwa wenn junge Frauen zu ihr kommen: «Wenn sie sagen, sie hätten sich in meinen Geschichten wiedergefunden, habe ich Hühnerhaut.» Und ihr Rat an alle Nachwuchstalente? «Einfach anfangen!»