Reto Hanselmann über Wechseljahre
«Ich habe die Lust am Leben verloren»

Der Zürcher Partykönig Reto Hanselmann spricht erstmals über seine Andropause. Nach Stimmungstiefs und Libidoverlust entdeckte er, dass sein Testosteronwert bei null lag. Jetzt klärt er über das Tabuthema Männerhormone auf.
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Reto Hanselmann hatte mit einem starken Stimmungstief zu kämpfen. Grund war ein tiefer Testosteronwert.
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Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Reto Hanselmann (44) erlebte Andropause mit starken Symptomen, darunter Stimmungstief
  • Sein Testosteronwert war «bei Null», wöchentliche Hormon-Spritzen helfen ihm jetzt
  • Ab 30 sinkt Testosteron jährlich um 1 Prozent, sagt Hanselmann
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Dass sich bei Frauen im Verlauf des Lebens der Hormonspiegel verändert, ist bekannt. Dass dies auch bei Männern geschieht und eine Andropause existiert, ist für viele unbekannt. Der Zürcher Partykönig Reto Hanselmann (44) erlebte das aber am eigenen Leib. Und will nun aufklären.

«Alles geschah vor fünf Jahren, während der Corona-Pandemie. Aus heiterem Himmel hatte ich plötzlich Nachtschweiss, Angstzustände, Alpträume, Müdigkeit, und ich nahm an Stellen zu, an denen ich sonst nie Probleme hatte. Auch die Libido war fast komplett weg», sagt Hanselmann zu Blick. Kurz: «Die Lebensfreude war komplett weg.»

Hormontest gab Klarheit

Viele Menschen empfanden die Corona-Zeit als trist, bei Hanselmann verhielt es sich anders. «Für mich war das die Zeit meines Lebens. Ich hatte keinen Druck und konnte erstmals in meinem Leben richtig entspannen. Darum kann ich das ausschliessen», sagt er.

Der Veranstalter konsultierte seine Hausärztin und sprach mit Bekannten über seine Situation. «Die Bluttests waren unauffällig. Auf Anraten von Freunden liess ich danach meinen Hormonhaushalt checken. Und der Testosteronwert war tatsächlich bei null», so Hanselmann. Seither lässt er sich einmal wöchentlich das männliche Sexualhormon spritzen.

Testosteron kannte er nur vom Bodybuilding

«Natürlich hatte ich zuerst Vorurteile und Bedenken. Ich kannte Testosteron nur aus der Bodybuilding-Szene und hörte von üblen Nebenwirkungen», sagt er. «Aber ohne Bodybuilding dosiert man es tiefer. Ich nehme nur so viel, damit ich auf dem Niveau eines 25-Jährigen bin.»

Testosteron werde Hanselmann nun voraussichtlich sein ganzes Leben lang nehmen. «Es hat mir buchstäblich mein Leben und meine Zufriedenheit gerettet», sagt er. Einmal in den Ferien habe er das Hormon drei Wochen abgesetzt. «Das war schlimm. Das Stimmungstief kam viel schlimmer zurück, als es vorher war.»

Andropause unbekannter als Menopause

Jetzt will Hanselmann aufklären und thematisiert seine Lebenskrise auch in der aktuellen Folge seines Podcasts «Hanselmann & Heller». «Die Menopause kennt jeder. Dass Männer etwas Ähnliches durchmachen, wissen nur wenige. Männer trauen sich auch weniger, darüber zu sprechen. Dabei sinkt der Testosteronhaushalt ab 30 jährlich um 1 Prozent», so Hanselmann. «Viele rennen zur Apotheke und kaufen Potenzpillen, dabei wäre die Lösung eine andere.»

Das sieht Peter Dietz, medizinischer Leiter des Instituts Medicine & Beauty in Zürich, ähnlich. «Bei Frauen sind Hormonphasen – von der Pille bis zur Menopause – seit Jahrzehnten präsent und erforscht. Bei Männern gab es diese klare Auseinandersetzung mit den Alterungsprozessen in diesem Masse einfach nicht», sagt er im Blick-Podcast «Durchblick».

Er empfiehlt Männern, die Veränderungen an sich wahrnehmen, einen kühlen Kopf zu bewahren: «Symptome kann man sehr viel besser behandeln als früher. Und das Leben ist ja mit einer beginnend wahrnehmbaren Andropause nicht vorbei.»

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