Darum gehts
- USA griffen Venezuela an, Präsident Maduro verhaftet und ausgeflogen
- Journalist Born: «Maduro hatte immer Angst vor Trump»
- Venezuela besitzt weltweit grösstes Erdölvorkommen, Folgen des Angriffs unklar
In der Nacht auf Samstag haben die USA Venezuela und vor allem die Hauptstadt Caracas angegriffen – US-Präsident Trump (79) bestätigte die Militäroperation. Venezuelas Präsident Nicolas Maduro (63) ist in der Folge von einer Eliteeinheit verhaftet und ausgeflogen worden.
Es handelt sich um den bisherigen Höhepunkt eines schwelenden Konflikts zwischen den beiden Staaten. Zuvor hatte das US-Militär wiederholt venezolanische Schiffe bombardiert.
Rouven Born (46) kennt das Land an der südamerikanischen Karibik-Küste bestens. 2020 wanderte er gemeinsam mit seinem Partner, dem Schweizer Botschafter Jürg Sprecher, nach Caracas aus – Mitte 2023 kehrte er zurück. «Ich habe noch viel Kontakt nach Venezuela – auch wenn haufenweise Menschen weggezogen sind», erklärt Born gegenüber Blick.
«Die Menschen im Land hatten kein Geld mehr»
An seine Zeit in Caracas erinnert er sich mit gemischten Gefühlen: «Die Kriminalitätsrate war extrem hoch, mit Maduro ging alles bergab.» Nach 18 Uhr sei kaum mehr jemand vor die Tür gegangen. Und: «Die Menschen im Land hatten kein Geld mehr, es haben preislich oft Schweizer Verhältnisse geherrscht.»
Dass der sozialistische Machthaber jetzt so schnell vom politischen Thron gestossen worden sei, habe ihn überrascht, aber: «Ich weiss aus internen Quellen, dass Maduro immer Angst vor Trump hatte.» Dennoch ist auch er davon ausgegangen, «dass er viel fester im Sattel sitzt.»
«Bei jedem Post Angst, dass Militär vor der Tür steht»
In diesen Tagen spricht Born viel mit seinen Freunden und Bekannten in Venezuela – und der Tenor ist meist einhellig: «Die Leute sehen Trump als Helden.» Obwohl die Konsequenzen für den südamerikanischen Staat, der über das weltweit grösste Vorkommen an Erdöl verfügt, noch nicht absehbar seien, «ist man froh, dass überhaupt endlich mal etwas passiert.» Endlich könnten die Bürgerinnen und Bürger das sagen, was sie wollen – «auch auf Social Media. Vorher hatte man bei jedem Post Angst, dass das Militär vor der Tür steht.»