Darum gehts
- Einbruch in die Inselwirtschaft Ufnau von Michel Péclard in Freienbach SZ
- Das Restaurant ist nur auf dem Wasserweg von Pfäffikon SZ her erreichbar
- Die Diebe kamen per Schiff, nahmen den Tresor mit und erbeuteten 13'000 Franken
Der Zürcher Szene-Gastronom Michel Péclard (56) kocht vor Wut, nicht ideal bei diesen Temperaturen. Doch der Grund ist verständlich. Dreiste Diebe sind – wohl in der Nacht von Sonntag auf Montag – in die von ihm geführte Inselwirtschaft Ufnau eingebrochen, die sich mitten im Zürichsee befindet und nur über den Wasserweg von Pfäffikon SZ her erreichbar ist.
Es ist nicht das erste Mal, dass eines von Péclards Lokalen Ziel von Räubern wird. Doch dieser jüngste Raub ist besonders bemerkenswert, weil die Täterschaft so wie Gäste oder Angestellte auch per Boot gekommen sein muss.
«Piraterie auf dem Zürichsee!», schreibt Péclard auf Instagram. «Dass wir es jetzt buchstäblich mit Piraten zu tun haben, die per Boot auf die Ufnau kommen, alles verwüsten, den Safe rauswuchten und diesen sogar mitschleppen und abtransportieren, das haben wir noch nie erlebt. Ich hoffe, die sind beim Türmen mit ihrem Boot abgesoffen.»
Die Täterschaft kam in der Nacht
Gegenüber Blick beschreibt Péclard den möglichen Tathergang so. «Die letzten Angestellten haben die Insel gestern Sonntag um 23 Uhr verlassen und die ersten sind heute Vormittag um 9 Uhr wiedergekommen. In dieser Zeitspanne muss der Einbruch also passiert sein.»
Zuerst hätten die Diebe den Buffet-Container aufgebrochen. Dann seien sie wohl aufs Vordach geklettert und hätten sich durch die Fenster im ersten Stock Zutritt zu den Räumlichkeiten verschafft, wo sich der Safe befand. Dieser wurde mittlerweile gefunden. Gemäss Péclard ist er wohl mit einem Hebeisen aufgebrochen worden.
Die Medienstelle der Kantonspolizei Schwyz bestätigt auf Anfrage von Blick einen «Einbruchdiebstahl», kann zum jetzigen Zeitpunkt aber noch keine weiteren Angaben machen. Die Ermittlungen nach der Täterschaft laufen.
Der Raubzug sei gut durchdacht gewesen, Péclard spricht von «Vollprofis». Nicht nur, weil es sehr schwierig sei, einen solchen Tresor zu öffnen. «Auch der Zeitpunkt war kein Zufall. Freitag und Samstag sind unsere umsatzstärksten Tage in der Ufnau. Gleichzeitig sind die Banken geschlossen und es sammelt sich also eine beträchtliche Menge Bargeld an.»
Und im Gegensatz zu anderen, auf dem Landweg zugänglichen Péclard-Lokalen, die vor allem von einer jüngeren Kundschaft ohne Bargeld frequentiert würden, gebe es in der Ufnau auch noch viele ältere Gäste mit Bargeld.
Rund 13'000 Franken erbeutet
In Anbetracht des Aufwandes und des beträchtlichen Sachschadens mutet die Deliktsumme – circa 13'000 Franken – eher bescheiden an. Aufnahmen von Überwachungskameras gibt es nicht.
Auf Instagram bittet Péclard nun allfällige Augenzeugen, sich bei ihm zu melden. «Für sachdienliche Hinweise, die zur Festnahme dieser Saubande führen, gibt es nicht nur den ‹Aktenzeichen XY-Zürisee›-Ehrenbadge, sondern Fischchnusperli à gogo. So eine Riesensauerei zu veranstalten für einen Beizen-Safe, in dem ja letztlich so viel Cash drin ist, wie man für eine Tankladung für ein durchschnittliches Böötli braucht, ist einfach gaga. Ich hoffe, man kriegt das Pack. Nimmt mich echt Wunder, wer das war.»