Hier kennt er jeden Hügel beim Namen
Volksmusiker Nicolas Senn zeigt seine Heimat im Appenzellerland

Bald feiert der Volksmusik-Moderator seine 250. «Potzmusig»-Sendung. Anlässlich des Jubiläums nimmt er die GlücksPost mit zu den Schönheiten seiner Wahlheimat im Appenzellerland.
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Im Restaurant Anker in Teufen AR geniesst Nicolas Senn gern eine traditionelle Siedwurst mit Käsespätzli, Röstzwiebeln und Apfelmus.
Foto: Thomas Meier

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Nicolas Senn lebt in Gais AR und liebt das Appenzellerland
  • Seine «Königstour» 2019 umfasste 84 Kilometer und 5000 Höhenmeter
  • Neue Futterschlotte kostet 900 CHF, handgestickt und individuell gefertigt
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Andrea Butorin (Text), Thomas Meier (Fotos), GlücksPost
Glückspost

Aufgewachsen ist Nicolas Senn (36) zwar am Bodensee, aber schon als Kind liebte er die Zeit im elterlichen Ferienhaus bei Gais AR. So sehr, dass er das Haus als 19-Jähriger kurzerhand übernahm und seither dort lebt. «In der Schweiz ist es an vielen Orten schön, aber der Blick auf den Alpstein ist für mich Heimat», sagt der passionierte Berggänger. Gerade weil der Hackbrett-Virtuose und TV-Moderator so oft unterwegs ist, liebe er die heimische Ruhe und Abgeschiedenheit: «Der nahe Wald, Rehe und Hasen auf Besuch, das Plätschern des Brunnens…», schwärmt Senn. Er ist ein profunder Kenner des Appenzellerlands und interessiert sich nicht nur für die schöne Landschaft, sondern auch für die Geschichte dahinter. Auf einem Rundgang zeigt er sechs Orte, wo er Kraft und Inspiration schöpft und zur Ruhe kommen kann.

En Guete!

Foto: Thomas Meier

Im Restaurant Anker in Teufen AR geniesst Nicolas Senn gern eine traditionelle Siedwurst mit Käsespätzli, Röstzwiebeln und Apfelmus. Wie die Wurst korrekt gepellt wird, sorgt im Appenzell für Diskussionen; Senn erledigt dies elegant. Sein kulinarischer Geheimtipp: «Manchmal kaufe ich hier in der hauseigenen Metzgerei eine ganz frische Siedwurst und streiche das Brät zu Hause auf ein Stück Brot. So fein!»

Viele bunte Bräuche

Foto: keystone-sda.ch

Diverse Traditionen locken auch Auswärtige ins Appenzellerland. Etwa das Silvesterchlausen am 31. Dezember und 13. Januar. «Besonders berührend ist es, wenn man Gast in einem Haus sein darf, bei dem die Chläuse vorbeiziehen», sagt Nicolas Senn. Dort singen sie ein Zäuerli (Naturjodel) und wünschen «es guets Neus». Weiter empfiehlt er, einmal auf den Zuschauerrängen der Landsgemeinde in Appenzell AI beizuwohnen: «Das ist direkte Demokratie in Reinkultur, und nach dem Politisieren wird gefeiert.»

Mehr in der «GlücksPost»

Dieser Artikel wurde erstmals in der «GlücksPost» veröffentlicht. Mehr aus der Welt der Schweizer Prominenz, Royals und Sportstars erfährst du immer donnerstags in unserem Heft: zum Abo!

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Die Berge als Kraftort

Foto: Thomas Meier

Oberhalb von Bühler AR blickt Nicolas Senn um sich und kann jeden Berg und jeden Hügel beim Namen nennen. Im Alpstein hat er schon sehr anspruchsvolle Touren realisiert, 2019 zum Beispiel die 84 Kilometer lange «Königstour» mit über 5000 Höhenmetern über drei Bergketten und entlang von 25 Berggasthäusern. «Die Tour möchte ich heuer gern nochmals in Angriff nehmen», sagt Senn. Ein weiteres sportliches Ziel hat er am Säntis: Von der Schwägalp aus will er den Gipfel rennend in einer neuen persönlichen Rekordzeit erreichen. Er sagt: «Es gibt nicht viel Schöneres, als sich früh am Morgen aus dem Bett zu quälen, auf die Schwägalp zu fahren und den Säntis zu besteigen. Danach hat man noch den ganzen Tag vor sich.»

Ein seltenes neues Gewand

Foto: Thomas Meier

Für Nicolas Senn ist es Ehrensache, die Appenzeller Tracht korrekt zu tragen. Weil es bei seinen Auftritten manchmal kühl ist, hat er Monika Schmalbach-Frischknecht aus der Trachtenstube in Teufen AR beauftragt, ihm eine gelbe Futterschlotte zu nähen. «Schon als Kind habe ich so eine getragen», sagt Senn. Die liebevoll aufgestickten Details hat er selber ausgewählt. «Es ist schade, dass man die Futterschlotte relativ selten sieht, aber zuletzt konnte ich einige nähen», meint die Trachtenschneiderin. Eine neue Futterschlotte kostet rund 900 Franken und damit weniger als ein sehr aufwendiges Brusttuch (das rote Gilet).

Schnee im August

Foto: PRIVAT

Seit bald 20 Jahren ist der 5. August ein Fixtermin in der Agenda von Nicolas Senn. Dann findet auf der Meglisalp AI jeweils das Schneefest statt, an dem eines «Schneewunders» in Rom im Jahr 358 gedacht wird. Auf dem Programm stehen ein Berggottesdienst mit Hackbrettklängen und gemütliches Beisammensein. Das Bergdörfli auf der Meglisalp ist eins von Senns liebsten Wanderzielen.

Feste feiern

Foto: Zvg

Alpauffahrt und Alpabfahrt zählen für Nicolas Senn zu den weiteren wichtigen Grossereignissen. Hier defilieren die Sennen in Festtagstracht vor dem Restaurant Rössli in Appenzell AI. Im Lokal findet jeden Donnerstag eine «Stobede» statt, und es ist gut möglich, dass auch Nicolas Senn vorbeischaut und sich spontan ans Klavier setzt: «Stimmt jemand ein Zäuerli an und das ganze Lokal setzt ein, ist das Magie!»

Am 4. April präsentiert Nicolas Senn um 18.40 Uhr auf SRF 1 die Jubiläumssendung. Höhepunkte sind ein Ständchen des wohl grössten temporären Jodelchors der Schweiz und Senns Auftritt mit dem Südtiroler Musiker Herbert Pixner. 

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