Nicolas Senn verzaubert Sie mit seinem Hackbrett
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Hackbrett-Star Nicolas Senn am ESAF
«Da duschte ich tagelang nicht»

Nicolas Senn ist am Eidgenössischen im «Potzmusig»-Chalet dabei. Mit Schwingen kam er schon als Bub in Berührung.
Publiziert: 10:15 Uhr
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Hackbrett-Star Nicolas Senn sendet live vom ESAF.
Foto: Daniel Ammann

Darum gehts

  • Nicolas Senn moderiert «Potzmusig Spezial» live vom ESAF in Mollis GL
  • Senn sieht Gemeinsamkeiten zwischen Schwingen und Volksmusik im Brauchtum
  • Seit 2013 begleitet Senn das ESAF, die Sendung dauert zweieinhalb Stunden
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Miriam Zollinger, TELE

Alle drei Jahre wieder, könnte man sagen, steigt Nicolas Senn (35) in die ESAF-Hosen und ist aktuell mit seiner Sendung in Mollis GL vor Ort. Seit 2013 war er mit «Potzmusig unterwegs» am Eidgenössischen in Burgdorf, Estavayer-le-Lac und Zug. Pratteln 2022 liess er aus. «Es war so eng auf dem Gelände», sagt er lachend, «dass wir irgendwo ennet der Autobahn gelandet wären mit unserem Chalet.»

Sie sind ein alter ESAF-Hase. Neu ist nun aber, dass «Potzmusig Spezial» zur Primetime kommt und zweieinhalb Stunden dauert! 

Nicolas Senn: Ja, das hat man nicht alle Wochen. Und wenn es dann losgeht, wird es bei mir schon ein wenig kribbeln.

So etwas braucht viel Energie: Können Sie zwischendurch ein paar Bissen essen? 

Wie ich aus «Viva Volksmusik» weiss, kommt man kaum dazu, wenn es losgegangen ist. Auch legt man bei so einer grossen Sendung weite Wege zurück, und in den drei Minuten, wo jemand Musik macht, schleiche ich mich meist hinedure an die nächste Position. Das reicht nicht für einen Fünfgänger (lacht).

Schwören Sie auch auf die Energiequelle Banane? 

Am liebsten hätte ich ein Cordon bleu mit Appenzeller Käse, muss aber schauen, dass ich überhaupt etwas esse. Die Generalprobe ist kurz vor Sendebeginn, danach gibt’s Feedback, wird der Trailer aufgezeichnet. Es bleibt also wenig Zeit dafür. Darum versuche ich meist, bereits am Morgen ein Sandwich aufzutreiben, um nicht mitten in der Sendung zu merken, «Ouuu, da war doch noch was!» (Grinst.)

Die Frage, was Sie nach der Sendung machen, erübrigt sich wohl beim ESAF … 

Unser Chalet ist ein Ort, wo die Leute gern höckeln und gemütlich zusammen sind. So habe ich es an früheren Eidgenössischen erlebt und sass dort jeweils fast länger, als die Sendung gedauert hat, weil es halt einfach gesellig ist. 

Also keine Glarner Bergtour? 

Eigentlich ist der Plan, in der Nacht heimzufahren. Vielleicht bin ich dort dann noch auf einem Berg.

Sie sind ja auch ein wenig König: 2018 schafften Sie die 84 Kilometer lange «Königstour» zu allen appenzellischen Bergbeizen in 22 Stunden. 

Nur habe ich mir dann während Corona den Fuss vertrampet. Jetzt bin ich zwar wieder wacker dran – und das auch recht schnell –, aber diese Distanz würde ich aktuell nicht mehr hinkriegen.

Zurück zum Eidgenössischen. Ist das Publikum anders als in regulären Sendungen? 

Das würde ich nicht unbedingt sagen. Vielleicht hat es an einem Schwingfest ein paar Jüngere mehr, die eher wegen dem Sport dort sind und zufällig in einer Musiksendung landen, was natürlich cool ist.

Spielt das Wetter eine Rolle? 

Ja, und zwar primär wegen dem Fest, der jahrelangen Vorbereitung darauf, den Zehntausenden, die es besuchen. Bis jetzt hatten wir stets Glück. In Estavayer war es jedoch so brandheiss, dass zehn Minuten vor Sendebeginn alle Bänke leer waren. Wenn man hinhockte, war man verschmort. Die Aufnahmeleitung holte dann mit Ach und Krach ein paar Leute her (lacht).

Ihre optimale Betriebstemperatur sind 25 Grad, richtig? 

Es dürfen auch nur 20 sein. Ich wohne auf 900 Meter und habe die paar Grad weniger da oben während den Hitzetagen sehr genossen.

Das ESAF ist stark gewachsen – Ihre Haltung dazu? Zwiespältig. 

Wenn ich unterwegs von Leuten höre, es sei so schwierig, an Karten ranzukommen, und sie seien doch soooo Fan, dann frage ich, ob sie die Wochen zuvor bei einem Schwinget gewesen seien. Waren sie aber nicht! Dabei wäre es viel einfacher. Es ist wie in der Musik: Ich schätze jene, die auch mal in einem Beizli zuhören, dann wieder an einem grosses Konzert.

Ihr Favorit im Sägemehl? 

Da bin ich etwas parteiisch für die Ostschweizer und darum natürlich für Sämi Giger!

Kennen Sie die einzelnen Griffe und Schwünge? 

Nein. Im Schwing- und Volkskulturheft, das ich abonniert habe, wird gerade auf drei Seiten jeder Schwung erklärt. Gelesen habe ich’s zwar, kapiert aber nicht.

Klar eigentlich, denn Sie sind in einer Fussballfamilie aufgewachsen … 

Ja schon, aber als Bub bin ich bei Ferien im Appenzellerland mit den Nachbarskindern an Schwingfeste und habe dann tagelang nicht geduscht, weil mir Schwingerkönig Thomas Sutter ein Autogramm auf den Arm geschrieben hat (lacht).

Sehen Sie Gemeinsamkeiten zwischen Schwingen und Volksmusik? 

Die Leute, die diese beiden Arten von Brauchtum betreiben, sind wohl grundsätzlich aus dem gleichen Holz geschnitzt, es gibt eine grosse Schnittmenge. Ich behaupte, dass im Umfeld der Aktivschwinger fast immer jemand zu finden ist, der Musik macht oder singt. Schwingen und Volksmusik harmonieren also. Elementare Bestandteile bei einem traditionellen Schwingfest sind ja, dass gejodelt und Alphorn geblasen wird, eine Musik spielt, ein Chörli singt. Dass man zum Sport Musik hat, kennt man in Europa sonst eher nicht, ausser beim Synchronschwimmen und Eiskunstlaufen.

Beide Bereiche öffneten sich. 

Ja, das sieht man auch daran, dass sich ein urbanes Publikum um Karten fürs Eidgenössische reisst. Es findet diese Unbeschwertheit cool, das Friedliche und Bodenständige, die Zusammengehörigkeit. Wir Schweizer sind ja sehr gut darin, zu schauen, dass niemand zu gross und mächtig wird. Insgeheim findet man es aber doch toll, zu diesen Kraftpaketen aufschauen zu können. Und das vor allem, weil viele, wozu auch ich zähle, Spränzel sind, die den grössten Teil des Tages im Büro hocken.

Gewagte Frage: Was ist verstaubter, Schwingen oder Volksmusik? 

Gewagte Antwort: Die Spannweite vom ganz Verstaubten zum ganz Modernen ist in der Volksmusik vielleicht etwas grösser. Schwingen ist zwar sehr offen geworden, aber trotzdem noch traditionell und reglementiert, mit klaren Leitplanken. In der Musik sagt dir hingegen keiner, was du darfst und was nicht – ausser beim Jodeln, wo vieles über den Verband geregelt ist.

«Potzmusig Spezial Show» Schwingergala live vom ESAF Samstag, 30. Aug., 20.10 Uhr, SRF1  

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