«Dachte, dass mir so was nicht passieren kann»
Géraldine Knie spricht erstmals über ihr Leben nach dem Herzinfarkt

Plötzlich musste sie kürzertreten: Die Gesundheit zeigte der Circus-Knie-Direktorin ihre Grenzen auf. Noch immer spürt sie die Folgen ihres Herzinfarkts, doch die Familie gibt ihr Halt. Jetzt spricht sie erstmals ausführlich über diese harte Zeit.
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Zieht im Hintergrund die Fäden: Ausser bei der Verabschiedung ist Direktorin Géraldine Knie nicht mehr Teil der Show.
Foto: Philippe Rossier

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Remo Bernet, GlücksPost
Glückspost

Ein Jahr ist es her, dass die Zirkusdirektorin einen schweren Rückschlag öffentlich machte: Géraldine Knie (53) hatte einen Herzinfarkt und musste operiert werden. Nach diesem Rückschlag hat sie gelernt, auch mal einen Gang runterzuschalten. Doch an Tagen wie diesen, kurz bevor die Tournee wieder startet, ist für sie klar: Der Zirkus ist ihr Kraftort.

GlücksPost: Frau Knie, das Zirkuszelt duftet bereits wieder nach Sägemehl, die Proben laufen auf Hochtouren. Was geht in Ihnen auch nach all den Jahren kurz vor Beginn vor?
Géraldine Knie: Jedes Mal vor der Premiere habe ich ein Kribbeln im Bauch. Es ist ein bisschen wie frisch verliebt sein. Man ist neugierig, etwas nervös und doch voller Vorfreude auf das, was kommt. Wir proben nun bereits seit Mitte Januar jeden Tag, feilen an den Details, und tausend kleine Teile fügen sich wie bei einem Puzzle langsam zu einer Show zusammen. Es ist ein kreativer und spannender Prozess und meine grosse Leidenschaft. Ich freue mich darauf, das Resultat dann unserem Publikum präsentieren zu dürfen.

Die Pause zwischen der alten Tournee und der neuen ist kurz. Was haben Sie gemacht, um herunterfahren zu können?
Am Ende einer Tournee sind die Emotionen hoch. Man verabschiedet sich von liebgewonnenen Menschen und freut sich gleichzeitig auf die neuen Herausforderungen der nächsten Tournee. Die wenigen freien Tage dazwischen geniesse ich zusammen mit meiner Familie. Wenn ich um sie herum bin, kann ich abschalten und neue Kräfte tanken.

Was erwartet uns denn in diesem Jahr?
Wir möchten Artistik, Licht und Ton noch mehr zu einem Gesamterlebnis verschmelzen lassen. Dazu haben wir viele neue Special Effects und technische Installationen im Zelt angebracht. Sie ermöglichen es, Zirkus in einer neuen Dimension zu zeigen, und wurden noch nie in einem reisenden Unternehmen präsentiert. Ich freue mich aber auch auf den spektakulären Splitting Globe of Speed, auf unsere fliegenden Goldmenschen und natürlich auf die Pferdedarbietungen meiner Kinder.

Mehr in der «GlücksPost»

Dieser Artikel wurde erstmals in der «GlücksPost» veröffentlicht. Mehr aus der Welt der Schweizer Prominenz, Royals und Sportstars erfährst du immer donnerstags in unserem Heft: zum Abo!

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Neu ist, dass Sie nur noch in Zürich mit Komiker Kaya Yanar auf ein prominentes Aushängeschild setzen. Warum verzichten Sie auf einen Stargast für die gesamte Tournee?
Der Hintergrund ist etwas anders. Wir kreieren unsere Show so, dass sie als Ganzes überzeugt und wir keinen Stargast benötigen. Es war jedoch ein grosser Publikumswunsch, dass Kaya Yanar nach 2023 wieder in den Circus Knie zurückkehren soll. Also haben wir mit ihm die Verhandlungen aufgenommen, und es hat sich herausgestellt, dass er nur während des Gastspiels in Zürich verfügbar ist. Folglich haben wir uns dazu entschieden, diese Chance zu nutzen und dem Publikumswunsch entgegenzukommen.

Heute sind Sie vor allem im Hintergrund tätig. Reizt es Sie nicht, selbst wieder in der Manege zu stehen?
Ich stand immer sehr gerne in der Manege und vermisse es natürlich schon ab und zu. Doch unsere Show hat sich gegenüber früher verändert. Wir haben viel längere Vorbereitungsphasen, und die Arbeit ausserhalb der Manege ist sehr zeitaufwendig, zumal ich zusammen mit meinem Ehemann Maycol Errani und Doris Knie nun die Direktion innehabe. Aus diesem Grund überlasse ich im Moment die Manege meinen Kindern, die bereits die achte Generation vertreten. Sie lieben es, in der Manege zu sein, und machen dies grossartig. Ich bin sehr stolz auf alle drei.

Die Tage vor dem Tourneestart sind die stressigsten. Was hilft Ihnen, die Ruhe zu bewahren?
In erster Linie meine Familie. Sie geben mir Kraft, und im Gespräch mit ihnen finde ich Ruhe.

Persönlich

Seit ihrer Geburt ist Géraldine Knie eng mit der Schweizer Zirkuswelt verbunden. Als künstlerische Leiterin trägt sie mittlerweile die Verantwortung für das magische Erlebnis unter der Kuppel des Circus Knie. Die passionierte Pferdeliebhaberin, die lange Zeit selbst in der Manege stand, ist seit über 15 Jahren mit Maycol Errani (41) verheiratet. Ihre drei Kinder Ivan (24), Chanel (15) und Maycol jun. (8) sind ihr ganzer Stolz und führen die Familientradition fort.

Seit ihrer Geburt ist Géraldine Knie eng mit der Schweizer Zirkuswelt verbunden. Als künstlerische Leiterin trägt sie mittlerweile die Verantwortung für das magische Erlebnis unter der Kuppel des Circus Knie. Die passionierte Pferdeliebhaberin, die lange Zeit selbst in der Manege stand, ist seit über 15 Jahren mit Maycol Errani (41) verheiratet. Ihre drei Kinder Ivan (24), Chanel (15) und Maycol jun. (8) sind ihr ganzer Stolz und führen die Familientradition fort.

Ihr Körper hat Ihnen mit dem Herzinfarkt vor mehr als einem Jahr ein deutliches Stopp-Signal gesendet. Wie geht es Ihnen heute?
Ich bin nach wie vor auf dem Weg der Besserung. Der Herzinfarkt und seine Folgen haben mir gezeigt, dass ich genügend Pausen einlegen und auf meinen Körper hören muss. Mein Leben hat sich seither schon verändert. Ich lebe bewusster.

Was ging damals in Ihnen vor? Hatten Sie Angst?
Anfänglich habe ich die Symptome ignoriert. Ich dachte immer, dass mir so etwas nicht passieren kann. Als ich dann die Diagnose erhielt und operiert werden musste, gab es natürlich schon Momente der Angst, schliesslich bin ich Mutter, Ehefrau und Tochter und habe auch eine Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeitenden. Letztlich kann ich nur an alle appellieren: Nehmt eure Symptome ernst und sucht einen Arzt auf. Denn je früher man reagiert, umso besser ist es.

Warnsignale eines Herzinfarkts

Ein Infarkt kündigt sich nicht immer mit dem klassischen «Bruststechen» an. Mögliche Signale sind:

  • Massives Engegefühl: Starker Druck oder Brennen im Brustkorb.
  • Ausstrahlende Schmerzen: Ziehen in den Armen (links), dem Oberbauch, Rücken oder Kiefer.
  • Atemnot und Angst: Plötzliche Atemnot und kalter Schweiss.
  • Achtung bei Frauen: Hier äussert sich ein Infarkt oft «stumm» durch Übelkeit, Erbrechen, ungewöhnliche Müdigkeit oder Schwindel.

Im Ernstfall zählt jede Minute: Zögern Sie nicht und wählen Sie sofort die Notrufnummer 144!

Ein Infarkt kündigt sich nicht immer mit dem klassischen «Bruststechen» an. Mögliche Signale sind:

  • Massives Engegefühl: Starker Druck oder Brennen im Brustkorb.
  • Ausstrahlende Schmerzen: Ziehen in den Armen (links), dem Oberbauch, Rücken oder Kiefer.
  • Atemnot und Angst: Plötzliche Atemnot und kalter Schweiss.
  • Achtung bei Frauen: Hier äussert sich ein Infarkt oft «stumm» durch Übelkeit, Erbrechen, ungewöhnliche Müdigkeit oder Schwindel.

Im Ernstfall zählt jede Minute: Zögern Sie nicht und wählen Sie sofort die Notrufnummer 144!

Wie schwer fiel es Ihnen als Macherin, diese Zwangspause zu akzeptieren?
Natürlich fiel mir das schwer, und man fühlt sich machtlos. Letztlich gab es aber keine andere Wahl. Ich war froh, zu wissen, dass ich mich auf meine Familie und mein Team verlassen kann. Sie waren mir eine grosse Hilfe, und ich bin allen sehr dankbar für die grossartige Unterstützung.

Was haben Sie für Lehren aus diesem einschneidenden Rückschlag gezogen?
Sicherlich, dass man auch Pausen einplanen und auf sich selbst hören muss. Ich lebe heute bewusster, gehe vieles anders an und priorisiere mehr als zuvor. Zudem bin ich viel dankbarer dafür, was ich alles erleben darf.

Inwiefern beeinträchtigt Sie der Herzinfarkt heute?
Wenn man mal einen Herzinfarkt hatte und diesen medizinisch behandeln lassen musste, begleitet einen das Thema den Rest des Lebens. Sei dies im Alltag, bei Untersuchungen oder allfälligen weiteren Eingriffen, die sich je nach Verlauf ergeben können. Wie gesagt lebe ich seither viel bewusster, trage Sorge zu mir und meinem Umfeld und bin dankbarer als zuvor.

Wie wichtig war die Familie für Sie in dieser Zeit?
Meine Familie war und ist mein Fels in der Brandung. Sie waren immer für mich da, haben mich unterstützt und mir unendlich viel Kraft und Liebe gegeben. Ich bin ihnen für immer dankbar!

Abend für Abend stehen Ihre Kinder in der Manege. Regelmässig sieht man Sie stolz von der Seite aus zuschauen. Was lösen diese Auftritte in Ihnen aus?
Wie Sie es sagen: Ich bin wahnsinnig stolz auf meine Kinder. Sie führen unsere Familientradition mit genauso grosser Leidenschaft wie ich weiter, und dafür bin ich sehr dankbar. Ich bin jedoch nicht nur auf ihre Arbeit in der Manege stolz, sondern auch darauf, wie sie sich privat entwickeln.

Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?
Am liebsten in meinem Zirkus, zusammen mit meiner Familie. Denn wenn ich mit ihnen zusammen bin, bin ich glücklich.

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