«Er begleicht alte Rechnungen»
Royal-Experte über Earl Spencers Rachefeldzug gegen König Charles III.

Dass der Palast auf ein Enthüllungsbuch reagiert, soll schon was heissen. Die Behauptungen, die Earl Charles Spencer über den britischen König aufstellt, scheinen ihm unter die Haut zu gehen. Das bestätigt auch Royal-Experte Richard Fitzwilliams gegenüber Blick.
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König Charles III. verhält sich untypisch.
Foto: Jonathan Brady/Pool PA via AP

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Charles Spencer veröffentlicht Memoiren über Diana, wirft König Charles III. Verachtung vor
  • Royals dementieren Vorwürfe, Spencer erinnere sich angeblich falsch wegen Trauer
  • Die Memoiren könnten Charles III. schädigen
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Sophie OferRedaktorin People

Fast 30 Jahre nach Prinzessin Dianas (1961–1997) Tod veröffentlicht ihr Bruder Charles Spencer (62) Memoiren, in denen er ihre wahre Geschichte aus seiner Perspektive festhalten will.

Ein brisantes Detail fand schon vorab seinen Weg an die Öffentlichkeit – und schlug ein wie eine Bombe. Demnach soll der damalige Prinz Charles (heute König Charles III., 77) nach Dianas Tod eine verachtungsvolle Bemerkung über seine verstorbene Ex-Frau gemacht haben – die royale Familie würde sie «bald genug vergessen».

Es sind schwerwiegende Anschuldigungen, sicher – doch normalerweise verfolgt das britische Königshaus die Devise: «Never complain, never explain.» Und das ziemlich erfolgreich. Umso verwunderlicher also, dass König Charles III. sich jetzt gezwungen sah, über sein PR-Team ein Statement abzugeben. Fürchtet er, dass ihm Spencers Buch noch gefährlich wird?

«Lässt ihn lächerlich wirken»

Der Schmerz über den Tod seiner Schwester könne «die Vernunft beeinträchtigen und die Erinnerung färben», heisst es in einem Palast-Statement. Kurz: Spencer erinnere sich falsch, es sei nie passiert. 

Die angebliche Anekdote in seinem Buch sei sicherlich PR-wirksam, meint der renommierte Royal-Experte Richard Fitzwilliams gegenüber Blick. Doch ist sie tatsächlich so passiert? «Es sieht Charles wirklich nicht ähnlich und wirkt eher wie Rufmord. Laut Spencer habe er ihn ja während des Telefonats ‹angezischt› – das lässt ihn lächerlich wirken.»

Das Palast-Statement lässt bei Fitzwilliams allerdings ebenso Zweifel aufkommen. An ein Gespräch, wie Spencer es beschreibt, könne man sich normalerweise gut erinnern. Dass Charles die Not sah, öffentlich zu reagieren, zeige wiederum, wie «offensichtlich wütend» der Monarch wegen der Sache sei: «Spencers Behauptung ist sehr schädigend für ihn.» Der Hauptgrund: Dianas Status als nationale Ikone und ihre beinahe universelle Beliebtheit.

«Vielleicht treibt ihn sein schlechtes Gewissen»

Fitzwilliams ist sich sicher, dass vor der Veröffentlichung des Buches noch mehr Details ans Licht kommen werden. «Die Royals können keine Statements mehr ausgeben, aber die ‹Daily Mail› wird weitere Auszüge veröffentlichen.» Der Royal-Experte geht davon aus, dass etwa auch Charles' Frau, Königin Camilla (79), zur Zielscheibe wird. Aus der Perspektive der Familie Spencer war Camillas Affäre mit dem Prinzen einer der Hauptgründe für Dianas Leid.

«Vielleicht ist es auch sein schlechtes Gewissen, das Spencer dazu treibt, so zerstörerisch zu sein», meint Fitzwilliams. Spencer hatte seine Schwester damals dem Journalisten Martin Bashir (63) vorgestellt, der mit ihr das legendäre BBC-Interview führte. Das Interview zerstörte die letzten Brücken zwischen Diana und der Königsfamilie, führte zur Scheidung, zum Entzug ihres königlichen Status und zum Verlust von Sicherheitspersonal. Manche sehen darin auch eine Verbindung zu ihrem letztlichen Tod.

Die Rede, die Spencer bei Dianas Beerdigung in der Westminster Abbey hielt, schlug 1997 grosse Wellen. Darin kritisierte er implizit den Palast für sein Zutun zum tragischen Tod seiner Schwester. Bis heute scheint sich der Earl an der Royal Family abzuarbeiten. «Er begleicht offenbar immer noch alte Rechnungen», so Monarchie-Experte Fitzwilliams.

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