Braucht eine neue Lunge
Mette-Marit sorgt für Organspende-Boom in Norwegen

Nach der Nachricht, dass Kronprinzessin Mette-Marit (52) eine neue Lunge benötigt, registrierten sich am Freitag in Norwegen 2178 Menschen als Organspender. Das ist eine 31-fache Steigerung zum Mai-Durchschnitt.
Kommentieren
1/6
Die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit braucht eine neue Lunge.
Foto: imago/PPE

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Mette-Marit (52) wartet auf Lungentransplantation, meldet norwegischer Palast am Freitag
  • 2178 Norweger registrierten sich sofort als Organspender, berichtet «Aftenposten»
  • 665 neue Organspendeausweise an diesem Tag, 26-facher üblicher Wert
RMS_Portrait_AUTOR_441.JPG
Saskia SchärRedaktorin People

Mette-Marit (52) braucht infolge ihrer Lungenfibrose eine neue Lunge. Am Freitag erklärte der norwegische Palast, dass sich die Kronprinzessin auf der Transplantationsliste befindet und somit auf ein neues Organ wartet. So tragisch die Nachricht, sie bringt auch etwas Positives mit sich: 2178 Norwegerinnen und Norweger meldeten sich noch gleichentags als Organspender an. Das berichtet die norwegische Zeitung «Aftenposten» mit Berufung auf die Stiftelsen Organdonasjon (Stiftung Organspende). Das sind 31-mal so viele Personen wie der durchschnittliche Tageswert im Mai. 

Auch eine entsprechende App verzeichnete an besagtem Freitag einen deutlichen Anstieg: 3568 Personen nutzten die Anwendung, 665 davon füllten an diesem Tag erstmals einen Organspendeausweis aus. Das sei das 26-Fache des üblichen Werts für diesen Zeitraum, so «Aftenposten». Gemäss Aleksander Sekowski, dem Sprecher der Stiftung, sei er solchen Zahlen seit der Stiftungsgründung 2012 noch nicht begegnet. Von der gesteigerten Aufmerksamkeit um das Thema dürften nun auch die rund 600 anderen, norwegischen Personen profitieren, die derzeit auf ein Organ warten. Knapp ein Dutzend davon sollen gemäss norwegischen Medien ebenfalls auf eine neue Lunge warten.

Prominenz stiftet Aufmerksamkeit

Der Anstieg der Organspender-Anmeldungen erinnert an den sogenannten ‹Angelina-Jolie-Effekt›. Die Schauspielerin erklärte 2013 in einem Gastbeitrag in der «New York Times», Trägerin einer Mutation des BRCA1-Gens zu sein. Das Gen erhöht das Risiko an Brust- und/oder Eierstockkrebs zu erkranken erheblich. Jolies Mutter sowie ihre Tante waren beide an den Folgen von Brustkrebs gestorben. Die Schauspielerin entschied sich daher für eine präventive Mastektomie, liess sich beide Brüste entfernen.

Durch Angelina Jolies (51) Geschichte schnellte die Nachfrage nach genetischen Tests und Vorsorgeuntersuchungen in Bezug auf Brust- und Eierstockkrebs in die Höhe. Wissenschaftliche Studien zeigten gar, dass die Nachfrage nach den BRCA1-Tests in vielen Ländern innerhalb kurzer Zeit um mehrere Dutzend Prozent angestiegen. Auch in der Schweiz war der Effekt spürbar. 2015 berichtete SRF, das seit Angelina Jolies offenen Worten 2013 «sich die Zahl der Brustkrebsberatungen am Inselspital auf 250 pro Jahr verdoppelt» habe.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen