Darum gehts
- Charles Spencer veröffentlicht am 22. September Enthüllungsbuch über Diana und Royals
- Er schildert paranoide Ängste, familiäre Konflikte und belastende Aussagen über Charles
- Memoiren in 12 Sprachen übersetzt, Dianas Tod bleibt ein zentrales Thema
Sie werden einschlagen wie eine royale Bombe, die das Innere des Buckingham-Palastes erzittern lässt. Am 22. September ist für Charles Spencer (62) der Tag der Abrechnung. Dann erscheinen seine Memoiren «Swan Song – Diana, meine Schwester» über Lady Di (1961–1997), die Königin der Herzen, die ihren Bruder liebevoll Carlos nannte.
Er beschreibt darin ihre paranoiden Ängste, ihren lieblosen Ehemann – den heutigen Königs Charles III. (77) –, ihr gestörtes Körperbild sowie die schwere Bürde für ihre Kinder Prinz William (44) und Prinz Harry (42), als Jugendliche hinter ihrem Sarg hergehen zu müssen, und noch vieles mehr. Dianas Stimme ist im Alter von 36 Jahren verstummt.
Dass sie jung sterben würde, hat sie gemäss ihrem Bruder voller Panik vor einem Mordkomplott geahnt. Nun erscheint seine Rache, übersetzt in zwölf Sprachen, an einer der einflussreichsten royalen Familien, die seiner Schwester nichts gegeben, aber alles genommen hat. Blick hat die Memoiren bereits gelesen und nennt die zehn Passagen, die besonders schockieren.
Diana fürchtete, «ausgeschaltet» zu werden
Eine der verstörendsten Stellen ist die «Mishcon Note». Dianas Anwalt Lord Mishcon hielt nach einem Gespräch mit ihr am 30. Oktober 1995 fest, dass sie befürchtete, man werde versuchen, sie bis April 1996 «auszuschalten». Diana dachte dabei an einen Autounfall, bei dem sie sterben oder so schwer verletzt werden könnte, dass man sie anschliessend als psychisch labil darstellen würde. Charles Spencer macht aber auch klar: Mishcon deutete ihre Ängste damals als Anzeichen von Paranoia.
«Mein Mann hat sich in seinen Diener verliebt»
Als Diana ihrem Bruder von ihren Scheidungsplänen erzählte, soll sie genau das gesagt haben: «Mein Mann hat sich in seinen Kammerdiener verliebt.» Den Namen des Mannes nannte sie nicht – und Spencer fragte auch nicht nach. Er selbst hielt die Behauptung für wenig wahrscheinlich. Doch die Szene gehört zu den intimsten Enthüllungen des Buches. Royal-Expertinnen und -Experten vermuten, dass es sich dabei um Michael Fawcett handelt, den damaligen Kammerdiener von Kronprinz Charles.
«Ich bin nicht in dich verliebt»
Am Tag vor der Hochzeit soll Charles seiner künftigen Frau gesagt haben, er sei zwar glücklich, sie zu heiraten, aber «nicht wirklich in sie verliebt». Diana habe diese Worte später einer engen Freundin anvertraut, wie Spencer schreibt.
«Oh, ein bisschen mollig hier, oder?»
Wenige Tage nach der Bekanntgabe der Verlobung soll Charles Dianas Taille berührt und gesagt haben: «Oh, ein bisschen mollig hier, oder?» Diana habe ihrem Bruder später erzählt, ihre Bulimie habe in der Woche nach der Verlobung begonnen. Spencer bringt die Bemerkung direkt mit dem zunehmenden Druck auf ihren Körper und der Fixierung auf ihr Gewicht in Verbindung. Später erzählte sie ihrem Bruder, dass ihre Taille in der Zeit zwischen der Verlobung und der Hochzeit von 73,6 auf 60 Zentimeter geschrumpft sei.
«Wie ein Lottogewinner»
In der Nacht nach Dianas Unfall telefonierte Prinz Charles mit Charles Spencer. Während andere Anrufer laut Spencer hörbar schockiert und fassungslos gewesen seien, «klang Charles geradezu gelöst – wie ein Lottogewinner», schreibt Dianas Bruder. Rückblickend vermutet er, dass der erste Gedanke des Prinzen wohl eher der sich nun eröffnenden Möglichkeit galt, mit Camilla endlich die Frau zu heiraten, die er liebte, als dem Verlust der Frau, die er nie geliebt hatte.
«Wir werden sie bald vergessen»
Auch wegen der Beerdigung kam es zum heftigen Streit. Charles soll gesagt haben: «Darauf kannst du dich verlassen, wir werden sie bald vergessen.» Spencer verstand diese Worte als Ausdruck von Charles’ aufgestauter Verachtung für Diana.
William und Harry hinter Dianas Sarg
Spencer bezeichnete es als «absolut unmenschlich», die beiden jungen Prinzen öffentlich hinter dem Sarg ihrer Mutter hergehen zu lassen. Er wollte es verhindern – vergeblich. Prinz Charles setzte sich durch. Der damals 15-jährige William und der erst 12-jährige Harry gingen schliesslich hinter Dianas Sarg durch London. Hinter der ikonischen Szene des Trauerzugs schildert Spencer damit einen privaten Familienstreit, der bis heute nachwirkt. «Diana hätte etwas so Herzloses niemals gutgeheissen», schreibt Spencer. Doch Kronprinz Charles habe es so gewollt.
MI5, Abhörgeräte und wilde Behauptungen
Martin Bashir von der BBC soll Diana und ihren Bruder mit immer neuen Geschichten konfrontiert haben: Der MI5 überwache Diana und bereite ein Komplott gegen sie vor. Ein prominentes Mitglied des Königshauses sei homosexuell und mit HIV/Aids infiziert. Und William habe mit 13 Jahren eine verwanzte Armbanduhr getragen, ohne davon zu wissen. Spencer schreibt rückblickend, er könne nur darüber staunen, «wie ungeheuerlich die Lügen waren», die Bashir ihnen aufgetischt habe.
Charles soll das Kindermädchen geschwängert haben
Noch explosiver ist laut Spencer Bashirs Behauptung, Charles habe eine Affäre mit Tiggy Legge-Bourke gehabt – der Frau, die sich während der Ferien um William und Harry kümmerte. Bashir soll sogar behauptet haben, Tiggy sei von Charles schwanger geworden und habe das Kind abtreiben lassen. Spencer bezeichnet diese Geschichte als Teil von Bashirs «gigantischem Lügengeflecht». Tiggy habe später eine offizielle Entschuldigung und eine beträchtliche finanzielle Entschädigung von der BBC erhalten. In den Memoiren bleibt es ausdrücklich bei Bashirs Behauptung – nicht bei einem belegten Seitensprung.
Spencer hat noch längst nicht alles erzählt
Das macht «Swan Song» so brisant: Charles Spencer legt intime Gespräche mit Diana offen, beschreibt Auseinandersetzungen mit Charles und offenbart, was jahrzehntelang innerhalb der Familie blieb. Zudem schreibt er ausdrücklich, dass er noch «sehr, sehr viel über Charles zu erzählen gehabt hätte» – eine klare Andeutung darauf, dass die britische Königsfamilie vor weiteren Enthüllungen von Prinzessin Dianas Bruder zittern muss.