Darum gehts
- Raye eröffnete am Freitagabend das Montreux Jazz Festival mit Überraschungsgästen
- Alicia Keys und Mark Ronson sorgten für besondere Momente auf der Bühne
- 140-minütiges Konzert, auf RTS 1 am 5. Juli um 22.30
«Das wird ein aussergewöhnlicher Abend, hier wird heute Geschichte geschrieben», kündigte der Leiter des Montreux Jazz Festivals, Mathieu Jaton (51), am Freitagabend um 21 Uhr an. 30 Minuten später als angekündigt, nach Einlassproblemen und fehlendem fliessenden Wasser in den Toiletten, wurden das frisch umgebaute Auditorium Strawinski und die 60. Ausgabe des Musikfestivals mit einem Paukenschlag eröffnet. Verantwortlich dafür: die Überfliegerin Raye (28) mit diversen Überraschungsgästen.
Für die Britin mit schweizerisch-ghanaischen Wurzeln war dieser Auftritt ein grosses Geschenk. «Ich kann gar nicht beschreiben, was es mir bedeutet, hier zu stehen», betonte sie immer wieder. Während des fast zweieinhalbstündigen Auftritts stimmte sie nicht nur ihre eigenen Lieder an, sie machte auch eine Reise durch die Geschichte des legendären Musikevents. Gleich zu Beginn sang sie «Who Knows Where the Time Goes». Ein Lied, das Nina Simone (1933–2003), eines der grössten Vorbilder von Raye, vor exakt 50 Jahren am selben Ort sang.
Niemand rechnete mit Alicia Keys
«So viele unglaublich talentierte Menschen standen hier schon auf der Bühne», sagte Raye. Und ehrte während der eigens für diesen Anlass zusammengestellten Show Montreux-Jazz-Grössen wie James Brown (1933–2006), David Bowie (1947–2016), Ray Charles (1930–2004), Aretha Franklin (1942–2018) und Prince (1958–2016).
Für grosse Begeisterung und offene Münder sorgte vor allem ein Überraschungsgast: R'n'B-Ikone Alicia Keys (45) fand den Weg an den Genfersee und stimmte mit Raye ihren Hit «If I Ain't Got You» und Rayes Song «Oscar Winning Tears» an. Mit dem britischen Hitmacher Mark Ronson (50) sang Raye den gemeinsamen Titel «Suzanne» und den von ihm produzierten Bruno-Mars-Hit «Uptown Funk».
«Raye ist zu unserer Muse geworden»
Für die Sängerin war es der bereits dritte Auftritt in Montreux. 2024 war sie als Support von Janelle Monaé (40) vor Ort, letztes Jahr spielte sie ihre erste Headline-Show. «Raye ist zu unserer Muse geworden», sagte Festivalleiter Jaton schon im März zu Blick.
Und tatsächlich ist zwischen Raye und dem Montreux Jazz eine tiefe Verbindung entstanden. «Mein Schweizer Grossvater konnte mich hier zum ersten Mal live auf der Bühne erleben – bei einem der grossartigsten, wenn nicht sogar dem grossartigsten Festival der Welt», so Raye. Das Englisch des Appenzellers sei zwar nicht gut gewesen, doch habe er zu ihr gesagt: «Ich bin so stolz auf dich.» Anfang des Jahres ist ihr Grosspapi Hans Fuchs (1941–2026) verstorben.
Überraschungsauftritt bei Jam Session
Nach 140 Minuten und der Darbietung von «Where Is My Husband!» ging der Auftritt von Raye im Auditorium Strawinski unter stehenden Ovationen zu Ende. Und sie deutete bereits jetzt an, in den kommenden Jahren wieder dabei sein zu wollen.
Die Britin kriegte nicht genug von Montreux: Um 2.30 Uhr tauchte sie als Überraschungsgast bei den Jam Sessions im proppenvollen Club The Memphis auf und sang zwei weitere Songs.
Das Konzert von Raye ist am Sonntagabend ab 22.30 Uhr auf RTS 1 und am Montag um 22.30 Uhr auf Arte zu sehen. Danach ist es ein Jahr auf dem Youtube-Kanal vom Montreux Jazz Festival abrufbar.