Darum gehts
- Das Comeback der Berner Band Lunik nach 13 Jahren Trennung ist geglückt
- Am 18. September 2026 erscheint ihr neues Doppel-Album «Cycle Breaker»
- Die Angst vor Disharmonien ist endgültig gewichen, der Optimismus ist gross
Ihre Titel «Through Your Eyes» und «Most Beautiful Song» dominierten die Playlists der 00er-Jahre. Jetzt bringen Lunik ein neues Album heraus. Am Freitag, dem 18. September, erscheint «Cycle Breaker», nach 13 Jahren Trennung.
Das, nachdem das Berner Quintett 2025 mit der Ankündigung einer Reunion-Tour für den Frühling 2026 überraschte – in der Originalbesetzung mit Jaël Malli (Sängerin, 47), Luk Zimmermann (53, Gitarrist), Cédric Monnier (49, Keyboarder), Mats Marti (56, Drummer) und Adrian Amstutz (53, Bassist).
Doch ganz trauten sie der wiedergewonnenen Harmonie zuerst nicht. «Vielleicht haben wir nach einem halben Jahr schon wieder Krach», sagten Malli und Monnier schmunzelnd beim Blick-Interview im letzten Sommer.
Beim neuerlichen Treffen vor einer Woche in Cudrefin am Neuenburgersee sind die Zweifel endgültig ausgeräumt. Luk Zimmermann ist oft hier auf seinem Boot und nutzt die mediterrane Stimmung zum Komponieren.
«Kühnste Erwartungen übertroffen»
Die ganze Band ist versammelt und das sonnige Wetter widerspiegelt die allgemeine Stimmungslage. Die laufende Reunion-Tour ist ein Grosserfolg und der Kalender fürs zweite Halbjahr schon randvoll.
«Anfänglich waren wir vorsichtig. Kommt das wirklich gut, haben wir uns gefragt und setzten zuerst nur ein paar Konzerte an. Die Reaktionen haben dann unsere kühnsten Erwartungen übertroffen», sagt Malli.
«Wir sind sehr herzlich empfangen worden, von unserem früheren Publikum, aber auch von neuen Gesichtern. Das machte Lust auf mehr. Und aus ein, zwei neuen Liedern entstand ein ganzes Album.»
Die Harmonie sei noch grösser als in ihren Anfängen vor dreissig Jahren. «Wenn heute Unstimmigkeiten aufkommen, gehen wir empathischer damit um und bewegen uns aufeinander zu. Und für alle ist jetzt klar: Es geht definitiv weiter. Dieses Treffen am See ist also auch sinnbildlich zu verstehen», so Malli.
Trotzdem sind die Jahre nicht spurlos vorbeigegangen. «Wenn ich sehe, wie Jaël bei ‹Little Bit› immer noch auf der Bühne herumhüpft, denke ich zwar nicht, dass sich etwas verändert hat. Doch spätestens, wenn mich meine Tochter am nächsten Morgen um sieben Uhr zum Frühstückmachen weckt, checke ich den Unterschied», sagt Zimmermann.
«Und vor allem spürst du am anderen Tag meinen Rücken nicht», sagt Malli. «Wir gehen mittlerweile alle vernünftiger mit unseren Kräften um. Das kam früher oft zu kurz. Damals hiess es ‹Gring ache u seckle›, was uns nicht immer nur guttat.»
Strahlen in den Augen
Wenn Luk Zimmermann 2026 ins Publikum blickt, entdeckt er auch Gesichter, die vor fünfzehn oder mehr Jahren schon mit ihren Eltern da waren. «Jetzt wollen sie schauen, wie ihnen das heute einfährt. Wir sind zu einer transgenerationalen Band geworden, das finde ich cool.»
Monnier schwärmt vom «Strahlen in den Augen jener Menschen, die schon früher an unsere Konzerte gekommen sind».
Die Verbindung zu den Fans habe sofort wieder funktioniert – «als wären wir nie weg gewesen. Diese Mischung aus Zeitreise und Déjà-vu berührt mich sehr», sagt Malli.
Auch «Cycle Breaker» vereint Gegenwart und Herkunft. Das Doppelalbum, das physisch ausschliesslich im Lunik-Webshop oder bei den Konzerten zu kaufen ist, enthält neue Songs und frühere Live-Aufnahmen. «Es zeigt, wer wir jetzt sind. Gleichzeitig ist es ein Zeugnis aus der Vergangenheit und dokumentiert unseren Schaffensprozess», sagt Monnier.
Der Name des Albums greift nicht nur einen Songtitel auf. Malli sagt: «Er passt zur Mitte des Lebens, in der wir uns befinden, und beschreibt dieses Innehalten und gleichzeitige Vorwärtsgehen. Wir fragen uns, woher wir kommen, wohin wir möchten und was wir auf dem Weg dorthin mitnehmen. Was wir fallen lassen und welche alten Muster wir durchbrechen. ‹Cycle Breaker› ist der perfekte Name dafür.»