Patrick Brannelly ist Entertainment-Chef bei Emirates
Dieser Mann bringt die Filme in die Flugzeuge

Seit 1992 ist Patrick Brannelly Entertainment-Chef bei der Fluggesellschaft Emirates. Er ist verantwortlich dafür, welche Filme und Serien an Bord der Maschinen laufen. Im Gespräch mit Blick verrät er, auf wen er bei der Auswahl hört und wie sich sein Job verändert hat.
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Eine Boeing 777-31H(ER) von Emirates verlässt den Los Angeles International Airport (Aufnahme von 2021).
Foto: GC Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Patrick Brannelly arbeitet seit 1992 für die Fluggesellschaft Emirates
  • Aufgrund seines Jobs wird er auch «Lord of the Movies» genannt
  • Sein absoluter Lieblingsfilm ist «The Color Purple» von Steven Spielberg
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Jean-Claude GalliRedaktor People

Über die Feiertage ist der Flugverkehr besonders intensiv. Fliegen heisst für die meisten Menschen auch, Filme oder Serien zu schauen. Ohne sich zu fragen, wie die Auswahl zustande kommt. Der Brite Patrick Brannelly (61) beschäftigt sich seit Jahrzehnten beruflich damit. Er verantwortet seit 1992 das Inflight Entertainment (IFE) und wird von Arbeitskollegen auch «Lord of the Movies» genannt. Pro Monat visioniert er zwischen 20 und 30 Filme.

Auf die Frage von Blick, was ihn nebst seiner Erfahrung und dem eigenen Geschmack bei der Auswahl inspiriere, sagt Brannelly: «Wenn meine Frau während eines Films wach bleibt, ist er gesetzt. Wir nutzen zwar Empfehlungsplattformen, wählen Inhalte aber oft sehr früh aus, bevor es ausreichend Bewertungen gibt. Wenn mich ein Film oder eine Serie noch ein oder zwei Tage später beschäftigen, sind sie es meist wert. Wir haben Tools, um zu sehen, was an Bord geschaut wird, und das Ergebnis überrascht mich oft. Man muss sich bewusst sein, dass der eigene Geschmack nicht ausreicht. Ich wähle auch Filme aus, die mir persönlich nicht gefallen, wenn ich glaube, dass sie beliebt sein werden.»

«Unterhaltung soll Freude bereiten»

Emirates ist Branchenführer im Bereich IFE und bietet in jeder Klasse und an jedem Sitz das derzeit weltweit grösste Unterhaltungsangebot. Monatlich aktualisiert die Airline ihr Angebot um mehr als 100 neue Filme. Ein Kinofilm bleibt durchschnittlich fünf bis sechs Monate in der Auswahl.

Sein Arbeitgeber sei sehr datengetrieben, sagt Brannelly, der Presse- und Werbefotograf war, und durch einen Auftrag in Dubai mit Emirates in Kontakt kam. «Hunderte von Datenwissenschaftlern analysieren Essensvorlieben, Pünktlichkeit oder Sehgewohnheiten. Diese Daten steuern Lizenzentscheidungen und Produktpromotionen. Blockbuster sind beliebt, aber Dokumentationen – selbst schwere historische – sind ebenfalls sehr gefragt.»

Das Angebot beeinflusse auch die Passagierstimmung. «Wir sind uns dieser Verantwortung natürlich bewusst. Unsere Aufgabe ist es, Lust zu machen, erneut mit uns zu fliegen. Unterhaltung soll Freude bereiten. Doch auch ein sehr trauriger, bewegender Film kann emotional ein grosses Vergnügen sein.»

«Überraschungen mit Sorgfalt»

Destinationen oder externe Faktoren wie Jahreszeiten beeinflussen die Inhaltsauswahl gemäss Brannelly kaum. «Unsere Airline ist eine Art ‹Vereinte Nationen› der Geschmäcker und Kulturen. Wir versuchen, allen gerecht zu werden und haben heute sogar Bluegrass-Musik an Bord. Überraschungen mit Sorgfalt, würde ich das nennen.»

Eigentliche Tabu-Inhalte gebe es kaum. «Wir sind uns bewusst, dass wir eine familienorientierte Airline sind, und nutzen unser gesundes Urteilsvermögen. Hollywood erstellt oft spezielle Airline-Versionen von Filmen. Ein berühmtes Beispiel ist ‹Get Shorty› von 1995, bei dem ein Flugzeugabsturz durch einen Zugunfall ersetzt wurde.»

Die stetig wachsende Zahl der Filme, Kanäle und Technologien wirkt auch auf Brannellys Job ein. «Emirates führte 1992 ein 6-Kanal-TV-System ein – das war schon schwierig genug zu programmieren. Heute haben wir Tausende von Kanälen und wählen Inhalte aus der ganzen Welt aus. Die Technologie dahinter wird oft unterschätzt, und es ist entscheidend, zu verstehen, wie alles zusammenhängt. Die Inhaltsauswahl ist der einfache und angenehme Teil.»

Brannellys Lieblingsfilme

Ins Kino schafft es Brannelly nur sehr selten. «Wenn, dann für visuell besonders beeindruckende Filme.» Sein absoluter Lieblingsfilm ist «The Color Purple» von Steven Spielberg aus dem Jahr 1985. «Ich habe ihn schon mindestens zehn Mal gesehen und finde ihn immer noch zutiefst emotional, traurig, glücklich und alles dazwischen.»

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