Darum gehts
- Das Sequel thematisiert moderne Trends und Herausforderungen im Printjournalismus
- Andy Sachs kämpft als Journalistin um die Rettung eines Magazins
- Mit 76 Jahren brilliert Meryl Streep erneut als gefürchtete Miranda Priestly
Vor 20 Jahren wurde «Der Teufel trägt Prada» zum Kultfilm und zeigte den gnadenlosen Alltag der Redaktion des Modemagazins «Runway» mit Druck, Machtspielen und einer jungen Assistentin, die sich darin behaupten muss. Die Figur der Chefredaktorin wurde dabei oft mit einem realen Vorbild aus der Modewelt verbunden – Anna Wintour (76), Chefin der US-«Vogue».
Hoch waren die Erwartungen an den zweiten Teil. Umso überraschender: Wintour tauchte im Trailer zur Fortsetzung sogar persönlich auf. Doch kann der Streifen mit dem ersten Teil mithalten? Blick hat den Film schon gesehen und findet: Ja.
Nahe am Original
Zwischen Plus-Size-Models auf dem Runway, HR-bedingten Anpassungen nach Beschwerden und einer Assistentin, die ihre Chefredaktorin korrigiert: «Das kann man so nicht mehr sagen», verankert sich der Film klar in der Gegenwart. Die Witze über zeitgenössische Trends wie «Gorpcore» – Wanderkleidung, die plötzlich alltagstauglich wird – oder die verzweifelten Versuche, eine Generation zurück zum Lesen zu bringen, wirken dabei nie aufgesetzt, sondern fügen sich organisch ein.
Und trotzdem: Vieles bleibt vertraut. Die Musik erinnert ans Original, die Dynamiken stimmen, selbst kleine Momente – etwa Gespräche am Tisch mit Freundinnen – greifen bewusst dessen Struktur auf.
Auch Andys Geschichte folgt einem bekannten Muster: unterschätzt werden, an sich glauben, sich beweisen. Andy Sachs, gespielt von Anne Hathaway (43), steht diesmal jedoch vor einer grösseren Aufgabe: Sie soll als Journalistin nicht nur bestehen, sondern ein ganzes Magazin vor dem Untergang retten.
Schwere Zeiten für den Printjournalismus
Hier gewinnt der Film an Tiefe. Er zeigt, wie fragil Printjournalismus geworden ist: Magazine verlieren an Bedeutung, Geschwindigkeit schlägt Sorgfalt, Klickzahlen ersetzen Qualität. Digitalisierung ist nicht nur Fortschritt – sie bedeutet auch Verlust.
Diese Spannung verkörpert die neue Generation: der Sohn des Verlegers, ein Tech-getriebener Visionär, der alles effizienter, günstiger, digitaler machen will. Keine Privatfahrer mehr, keine Businessclass – und am liebsten auch kein Print. Ein radikaler Schnitt, der die zentrale Frage stellt: Wer modernisiert – und wer zerstört?
Die gefürchtete Miranda Priestly
Im Zentrum steht weiterhin Miranda Priestly, ikonisch gespielt von Meryl Streep (76). Ihre Härte ist geblieben, bekommt aber Risse. Genau das macht sie so faszinierend: kompromisslos, kühl – und doch nicht ohne Wärme.
Auch die Beziehungen entwickeln sich weiter. Besonders zwischen Andy und Emily Charlton (Emily Blunt, 43) bleibt es ein Spiel zwischen Konkurrenz und Verbundenheit. Die Stars Lady Gaga (40) und Heidi Klum (52) finden zudem auch ihren Platz im Film.
Die Fortsetzung ist unterhaltsam, überraschend relevant und für Fans definitiv sehenswert – auch wenn sie die Magie des Originals nicht ganz erreicht.