Darum gehts
- Andrea Kiewel sorgt mit rassistischem Spruch im «ZDF Fernsehgarten» für Kritik
- ZDF entschuldigt sich, betont aber, es sei nicht rassistisch gemeint
- SPD-Politiker Marcel Hopp fordert konkrete Massnahmen gegen mangelnde interkulturelle Kompetenz
Moderatorin Andrea Kiewel (61) sorgte mit einer kurzen Szene im «ZDF-Fernsehgarten» für Aufsehen: Erst bezeichnete sie die aus Japan stammenden Pokémonkarten als chinesisch und schoss dann noch einen «Ching-Chang-Chong»-Spruch hinterher. In den sozialen Medien sorgte die Szene für grosse Kritik, es war die Rede von Alltagsrassismus.
Der Sender entschuldigte sich zwar später gegenüber Blick für die Aussagen, diese seien «der Live-Situation geschuldet und keinesfalls rassistisch gemeint» gewesen. «Andrea Kiewel bedauert ihre Worte und entschuldigt sich dafür. Das ZDF stellt sich explizit gegen jede Form von Rassismus.»
Die Entschuldigung geht dem deutschen SPD-Politiker Marcel Hopp (38), der auf Instagram von eigenen Rassismuserfahrungen berichtet, aber zu wenig weit. Zum einen, weil «die Reproduktion von Rassismus» Menschen verletze, «völlig egal, ob das jetzt so gemeint war oder nicht». Zum anderen würde «die Erklärung, dass die spontan getätigte Äusserung der Live-Situation geschuldet war», Betroffene keineswegs beruhigen. Mit dieser Argumentation könne es ja immer wieder zu solchen Aussagen in Live-Sendungen kommen, ganz nach dem Motto: «Ist halt live, Pech gehabt.»
Entschuldigung ohne Konsequenzen? Wertlos!
Gemäss Hopp gäbe es weder beim ZDF noch bei Andrea Kiewel «ein Problembewusstsein für rassistische Äusserungen». Zudem erkläre der Sender auch nicht, wie er «in Zukunft eine solche Äusserung verhindern» wolle.
Er stellt darum folgende Fragen in den Raum: «Was genau macht Andrea Kiewel jetzt, um ihre offensichtlich wenig vorhandene interkulturelle Kompetenz oder ihre fehlende Sensibilität für rassistische Denkmuster zu beheben? Zu was genau verpflichtet das ZDF sie jetzt nach dieser Äusserung? Wie genau gewährleistet der öffentlich-rechtliche Rundfunk, dass Menschen vor der Kamera – und zwar völlig unabhängig, ob sie jetzt Moderatorinnen vom Fernsehgarten oder Fussballexperten sind –, dass diese Menschen über ein Mindestmass an migrationssensibler und rassismuskritischer Kompetenz verfügen?»
Solange diese Fragen nicht geklärt seien, sei die Erklärung und Entschuldigung des Senders «leider nichts wert». Eine erneute Blick-Anfrage beim ZDF ist derzeit noch hängig.