Darum gehts
- Christian Ulmen klagt ab 22. Juni gegen fristlose Vertragskündigungen
- Produktionsfirma beruft sich auf strafrechtliche Vorwürfe und Serieninhalte
- Produktionsstopp von «The Au Pair», ursprünglich für Joyn geplant
Der Schauspieler Christian Ulmen (50) zieht nach fristloser Kündigung mehrerer Verträge für eine neue Streamingserie vor Gericht. Das Arbeitsgericht Berlin geht in einer am 17. Juni veröffentlichten Mitteilung auf die Angelegenheit ein. Darin wird erklärt, dass das Gericht erstmals am 22. Juni «über die Wirksamkeit ausserordentlicher Kündigungen von vier Verträgen gegenüber Christian Ulmen durch eine Filmproduktionsfirma im Zusammenhang mit der Produktion der Serie ‹The Au Pair›» verhandeln wird.
Es waren mehrere Verträge gekündigt worden, heisst es in der Mitteilung. Ulmen habe das Drehbuch für die Serie geschrieben. Mit der namentlich nicht genannten Produktionsfirma habe er «einen Regie-, einen Autoren- und einen Editorenvertrag sowie eine Exklusivvereinbarung abgeschlossen».
Unheimliche Parallelen
Mit einem Schreiben vom 15. April habe die Firma diese Verträge allerdings fristlos gekündigt. Als Begründung für diesen Schritt habe die Produktionsfirma sich laut des Arbeitsgerichts «unter anderem auf das Bekanntwerden strafrechtlich relevanter Vorwürfe gegen Herrn Ulmen und auf inhaltliche Parallelen dieser Vorwürfe zu der Handlung der Serie gestützt».
Der Schauspieler klage gegen die Beendigung der Vertragsverhältnisse und mache geltend, als Arbeitnehmer beschäftigt worden zu sein. Zuerst soll es einen Gütetermin vor der Vorsitzenden geben. Im April war durch einen Bericht des «ZEITmagazins» bekanntgeworden, dass die Produktion mit dem Arbeitstitel «The Au Pair» demnach ursprünglich für den Streamingdienst Joyn vorgesehen war. Eine Ausstrahlung sei allerdings «bis auf Weiteres nicht geplant».
Gemäss dem Magazin soll eine der Figuren in der Serie seiner Freundin gestehen, Aufnahmen von ihr in Sexgruppen veröffentlicht zu haben. In der Serie gehe es «um falsche Identitäten im Internet, pornografische Bilder und Videos und Geheimnisse eines Ehemannes gegenüber seiner Frau». Besonders bizarr: Ulmen hat Fernandes gar eine Rolle in seinem Projekt angeboten. Das erklärte die Schauspielerin dem «Tagesspiegel».
Ermittlungsverfahren gegen Ulmen eingeleitet
Die Moderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes (44) hat öffentlich gegen ihren Ex-Mann Ulmen schwere Vorwürfe erhoben. Fernandes wirft ihm vor, Fake-Profile im Internet angelegt und pornografische Inhalte verbreitet zu haben, die den Eindruck erwecken sollten, dass es sich dabei um die 44-Jährige handelte. Sie ging mit den Anschuldigungen in einem Bericht des «Spiegel» im März 2026 erstmals an die Öffentlichkeit.
Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Potsdam bestätigte Ende Mai auf Anfrage der «Potsdamer Neuesten Nachrichten», dass nach einer Anzeige Fernandes' gegen Ulmen ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde. Nach Prüfung übersandter Informationen von Fernandes sei ein Anfangsverdacht wegen des Vorwurfs der Körperverletzung im Rahmen häuslicher Gewalt begründet worden. Für Christian Ulmen gilt bis zu einem rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens die Unschuldsvermutung.