Darum gehts
- Axel Milberg feiert heute mit 70 Jahren weiterhin Erfolge als Schauspieler
- Nach 44 «Tatort»-Fällen beendet er 2025 seine Karriere als Borowski
- Im November 2026 startet die Historienserie «Vienna Game» auf Disney+
Mehr als zwei Jahrzehnte war Axel Milberg das Gesicht des Kieler «Tatorts». Als eigenwilliger Kommissar Klaus Borowski prägte er die Krimireihe mit leisem Humor, Melancholie und psychologischer Tiefe. Doch als am 16. März 2025 sein letzter Fall «Borowski und das Haupt der Medusa» ausgestrahlt wurde, endete nicht nur eine der beliebtesten Ermittlerkarrieren im deutschen Fernsehen – für Milberg selbst begann zugleich ein neuer Abschnitt. Am 1. August feiert der Schauspieler seinen 70. Geburtstag und beweist: An Ruhestand denkt er noch lange nicht.
«Tatort»-Abschied mitgestaltet
Der Abschied vom «Tatort» war keine Entscheidung des Senders, sondern sein eigener Wunsch. Nach 44 Fällen und fast 22 Jahren sei der richtige Zeitpunkt gekommen, die Figur loszulassen. «21 Jahre sind eine lange Zeit in einem Menschenleben», sagte Milberg im Interview mit der «Hörzu». Auf ihn warteten «sehr coole andere Rollen», ausserdem wolle er mehr Zeit mit seiner Familie verbringen und es gebe Projekte im Ausland.
Auch das Ende seines Kommissars durfte Milberg aktiv mitgestalten. «Es war am Ende so, wie ich es mir gewünscht habe und wie es zur Figur passt», sagte er dem NDR über seinen Abschiedsfall. Gemeinsam mit Drehbuchautor Sascha Arango und dem NDR sei über lange Zeit an einem Finale gearbeitet worden, das Borowski einen würdigen Abschluss verschaffe.
Axel Milberg blieb im Rampenlicht
Wer jedoch glaubte, Milberg werde sich nach dem «Tatort» aus dem Rampenlicht zurückziehen, wurde schnell eines Besseren belehrt. Bereits zwei Jahre vor seinem Abschied zeichnete sich der Neubeginn ab. 2023 war er in der ARD-Komödie «Meine Freundin Volker» in einer ungewöhnlichen Rolle als Dragqueen Vivian Bernaise zu sehen. «Ich erinnere mich noch daran, wie beeindruckt ich von Axels Einsatz und seiner Hingabe für die Rolle war», schwärmte Regisseur Piotr J. Lewandowski damals im Interview mit spot on news.
In der schrägen Mystery-Miniserie «Kohlrabenschwarz», in der bayerische Mythen auf modernen Krimi treffen, spielte Milberg den grantigen Kriminaldirektor Eberhard Kroiss mit leidenschaftlich vorgetragenen Schimpftiraden wie dieser: «Jetzt hören Sie mir mal zu, Sie Schlaubi Schlumpf. Was glauben Sie, was passiert, wenn die 65'000 Einwohner von Rosenheim plus 3500 Touristen und jetzt auch noch täglich 8500 Messebesucher mitbekommen, dass in unserem beschaulichen Örtchen ein Kind entführt wurde? Ich brauche Ergebnisse, bevor das hochkocht.»
Ende 2025 war Milberg dann zudem in dem packenden ARD-Thriller «Verschollen» zu sehen. Als Klemens Stadler sucht er darin seinen in Brasilien vermissten Sohn.
Darauf können sich die Fans freuen
Ausserdem wirkte Milberg an der internationalen Historienserie «Vienna Game» mit, die rund um den Wiener Kongress spielt. «Kurz nach dem letzten Borowski-Drehtag ging es im Februar 2024 nach Budapest», erzählte Milberg über die aufwendige Disney+-Produktion. Nach der aktuellen Ankündigung des Streamingdienstes startet die sechsteilige Serie im November 2026. Ein genaues Startdatum wurde bisher noch nicht veröffentlicht.
Auch vertraute Rollen bleiben ihm erhalten. So stand Milberg weiterhin als Gerald Bundschuh für die erfolgreiche ZDF-Reihe «Familie Bundschuh» vor der Kamera. Vergangenes Jahr war der neunte Film, «Familie Bundschuh: Wir machen Camping», zu sehen. Und obwohl das Ende dieser Episode nichts Gutes verhiess und die Fans lange zittern mussten, gibt es Entwarnung vom Sender. «Eine neue Folge der ‹Familie Bundschuh›-Reihe wird voraussichtlich 2026 gedreht», lautete die erfreuliche Nachricht, die eine ZDF-Sprecherin spot on news im Spätsommer 2025 mitteilte.
In der ORF/MDR-Komödie «Mit und ohne Simone», die in Wien, Krems und Dürnstein gedreht wurde, ist Milberg dagegen mal wieder kaum zu erkennen. Das zeigen erste Fotos vom Set im vergangenen Sommer. Gemeinsam mit dem Wiener «Tatort»-Star Adele Neuhauser spielt er das krisengebeutelte Ehepaar Simone und Walter, das von der Scheidung träumt. Der Film feierte am 23. März 2026 seine Premiere auf der Diagonale in Graz. Eine Fernsehausstrahlung ist für 2026 vorgesehen.
Darüber hinaus hat Axel Milberg gerade einen Fernsehfilm für den NDR abgedreht. In «Risotto brutale», so der Arbeitstitel – auf der Filmklappe war ausserdem «Risotto mit Dame» zu lesen – übernimmt er die Rolle eines gefürchteten Restaurantkritikers, dessen Leben nach einer folgenschweren Fehleinschätzung aus den Fugen gerät. Mit Maren Eggert (52) stand er nach ihrer gemeinsamen Zeit im Kieler «Tatort» wieder als Paar vor der Kamera.
Und das Sportlerdrama «Adams Acht» über Rudertrainer-Legende Karl Adam (1912–1976), das in Ratzeburg sowie in Bratislava gedreht wurde, kommt am 17. September 2026 ins Kino.
Neue Karrierephase nach Borowski-Abschied
Dass Milberg auch mit 70 Jahren neugierig geblieben ist, überrascht kaum. Schon vor seinem letzten «Tatort» sagte er, er möge den Begriff «Karriere» nicht besonders. Wichtiger sei ihm die Freude am Erzählen und an neuen Figuren. Genau diese Offenheit scheint ihn nun anzutreiben. Der Kommissar Klaus Borowski ist Geschichte – Axel Milberg dagegen schlägt mit bemerkenswerter Gelassenheit das nächste Kapitel auf. Sein Abschied vom «Tatort» war deshalb kein Schlussstrich, sondern vielmehr der Beginn einer nächsten, ebenso spannenden Karrierephase.