Darum gehts
- TV-Koch Johann Lafer (68) kämpft seit Januar 2026 gegen Lymphdrüsenkrebs
- Vier Chemotherapie-Zyklen abgeschlossen, Knoten haben sich bereits sichtbar verkleinert
- Lafer setzt neue Prioritäten: Reisen und bewusster das Leben geniessen
Erst kürzlich begeisterte TV-Koch Johann Lafer (68) im ZDF-«Fernsehgarten» im coolen Bikerlook. Unter dem Helm trug er ein Bandana um den Kopf, der markante Schnauzbart war deutlich geschrumpft, Lafer war kaum wiederzuerkennen.
Das Kopftuch trug er aber nicht ohne Grund, denn jetzt macht Lafer öffentlich: Er leidet an Lymphdrüsenkrebs und befindet sich seit Beginn des Jahres in Chemotherapie, wie er «Bild» erzählt.
Seit Jahresbeginn in Chemotherapie
«Meine Krankheit wurde bereits vor zweieinhalb Jahren entdeckt», erzählt Lafer im Gespräch mit der deutschen Zeitung. Zunächst beobachteten die Ärzte seine Lymphknoten, entfernten später mehrere davon – die Diagnose war eindeutig. Im Januar 2026 verschlechterte sich sein Zustand dramatisch, und seit Jahresbeginn unterzieht sich der beliebte TV-Koch einer aufwendigen Chemotherapie. Vier Zyklen hat er bereits hinter sich.
Die Diagnose war ein Schock, vor allem für seine Frau. «Wir haben bei null angefangen», erinnert sich Lafer. «So etwas schweisst zusammen.» Ihre Kinder erfuhren erst vor zwei Monaten von seinem Zustand. «Wir wollten es so lange wie möglich geheim halten», sagt er. «Sie sind dann sofort gekommen. Sie waren unglaublich stark. Sehr hilfsbereit.»
Trotz der Schwere seiner Krankheit gibt es Lichtblicke. «Das Positive ist, dass die Therapie anschlägt», sagt Lafer mit einem vorsichtigen Lächeln. «Man sieht, dass die Knoten kleiner werden. Und das gibt mir Kraft.»
Sein Glaube und seine Familie geben ihm Halt
Ein weiterer Halt ist sein Glaube. «Mein Glaube ist ganz wichtig, ich bete auch», betont der Katholik. Es ist eine stille, persönliche Verbindung, die ihn trägt. Besonders prägend war ein Erlebnis vor vielen Jahren: «Als meine Schwiegermutter starb, verabschiedete ich mich von ihr, da war sie schon gegangen. Ein Moment, den ich bis heute nicht vergesse. Seitdem habe ich diese grössere Angst vor dem Tod verloren.» Diese Einsicht hat ihm eine neue Perspektive auf das Leben gegeben. «Wir sind Gast auf Erden. Es ist endlich. Es wird nichts geben, was uns davon befreit», reflektiert er. «Ich hoffe nur, dass ich noch möglichst lange Gast sein darf.»
In den kleinen Momenten des Alltags findet Lafer neuen Lebensmut. «Da sagt plötzlich ein Taxifahrer zu mir: ‹Herr Lafer, Ihr Rührei ist das beste der Welt.› Das berührt mich heute mehr denn je. Ich brauche die Menschen. Diese Wertschätzung. Diese Nähe.»
Neue Prioritäten gesetzt
Die Krankheit hat ihn gelehrt, Prioritäten zu setzen und das Leben bewusster zu geniessen. «Wir müssen uns wieder auf die einfachen Dinge besinnen», sagt er. «Im Leben ist vieles wie beim Kochen. Erst wenn die Basis stimmt, kann etwas wirklich gut werden.»
Gemeinsam mit seiner Frau Silvia hat er beschlossen, sich Wünsche zu erfüllen, die früher aufgeschoben wurden. «Ich habe immer zu meiner Frau gesagt: ‹Jetzt müssen wir endlich mal das machen, was wir nie machen konnten.›» Ob eine Wochenendreise nach Vilnius oder ein kurzer Trip nach Mallorca: Lafer lebt nun im Moment. «Früher hiess es immer: geht nicht, geht nicht, geht nicht. Und jetzt auf einmal geht es. Wie verrückt das klingt. Es geht.»
Natürlich gibt es auch schwere Tage, an denen die Therapie ihm alles abverlangt. Doch der Starkoch blickt nach vorn: «Am Ende ist es ein Tapetenwechsel. Dann sage ich mir: Das tut mir gut. Und die Therapie schlägt ja auch an, es wird besser.»
Sein Weg ist noch lang, doch Lafer gibt nicht auf. «Ich kämpfe», sagt er bestimmt. «Und ich glaube fest daran, dass ich das schaffe. Auch mithilfe meiner tollen Freunde und Familie.»