Darum gehts
- Hollywoods Kinderstars sind oft früh mit Drogen und Medikamenten konfrontiert – es gibt viele tragische Schicksale
- Hayden Panettiere starb vor kurzem mit 36 Jahren, die Todesursache ist unklar
- Judy Garland, River Phoenix, Drew Barrymore: Auch sie kämpften mit Abhängigkeit, der Ruhm forderte seinen Tribut
Kinder werden in Hollywood zu Stars, lange bevor sie verstehen, was Ruhm bedeutet. Sie stehen stundenlang vor Kameras, müssen lächeln, liefern, funktionieren. Und manche kommen schon früh mit Medikamenten, Alkohol oder Drogen in Berührung. Was als Hilfe, Belohnung oder vermeintlicher Energieschub beginnt, wird zur Abhängigkeit – und manches davon begleitet die Betroffenen ein Leben lang. Dies sind die tragischen Geschichten hinter den Pillen-Kindern.
Hayden Panettiere (†36): Die «Happy Pills» mit 15
Hayden Panettiere stand bereits als Baby vor der Kamera, mit «Heroes» gelang ihr als Teenager der internationale Durchbruch. Mit 15, so erzählte sie vor vier Jahren in einem Interview, gab ihr jemand aus ihrem beruflichen Umfeld sogenannte Happy Pills vor roten Teppichen und Interviews. «Sie sollten mich munter und energiegeladen machen», so Panettiere. Sie habe damals nicht verstanden, «welche Tür sich dadurch für meine Sucht öffnen würde». Bald kamen Alkohol und Opioide hinzu. «Ich habe mich ganz obenauf gefühlt und habe es dann kaputtgemacht», sagte sie 2022 dem «People»-Magazin. Später sprach sie über einen «Kreislauf der Selbstzerstörung». Nach der Geburt ihrer Tochter Kaya 2014 litt sie unter einer schweren postpartalen Depression. Alkohol habe ihr Nervensystem zunächst beruhigt, «aber mit der Zeit machte er alles schlimmer». 2020 ging sie erneut in Behandlung. Am 16. August 2026 starb Panettiere mit 36 Jahren. Die Todesursache ist noch nicht abschliessend geklärt. Nach einem Notruf gingen die Rettungskräfte von einem Herzstillstand durch eine vermutete Überdosis aus. Die Untersuchungen zu ihrem Tod laufen noch.
Drew Barrymore (51): Alkohol mit neun, Kokain mit zwölf
Mit sechs Jahren wurde Drew Barrymore durch den Kinofilm «E. T.» zum Kinderstar. Mit neun trank sie erstmals Alkohol, mit elf konsumierte sie Cannabis, mit zwölf Kokain. Auf Drängen ihrer Mutter kam sie mit 13 Jahren in eine Entzugseinrichtung und blieb dort rund 18 Monate. Barrymore beschrieb später, wie abrupt ihre Kindheit endete: «Von dem Zeitpunkt an, als ich durch ‹E. T.› berühmt wurde, wurde mein Leben wirklich seltsam.» Plötzlich sei sie von Erwachsenen umgeben gewesen und hätte sich «wie eine 29-Jährige» verhalten sollen. Über die Behandlung sagte sie rückblickend: «Es war das Beste, was mir damals passieren konnte.» Aus dem gefallenen Kinderstar wurde eine erfolgreiche Schauspielerin, Produzentin und Talkmasterin ihrer eigenen TV-Show.
Judy Garland (1922–1969): Aufputschmittel und Schlaftabletten
Im Film «Der Zauberer von Oz» spielte Judy Garland mit 16 Jahren mit. Durch ihre Rolle der Dorothy wurde die US-Amerikanerin weltberühmt. Das damalige Studiosystem verlangte Leistung um jeden Preis. Garland schilderte später, was sie und ihr damaliger Freund und ebenfalls Kinderstar Mickey Rooney (1920–2014) erlebten – gemeinsam standen sie in zehn Filmen vor den Kameras. Sie bekamen Aufputschmittel, um trotz Erschöpfung weiterzuarbeiten. Danach seien Schlafmittel eingesetzt worden – und nach wenigen Stunden wieder Aufputschmittel. «Nach vier Stunden weckten sie uns und gaben uns wieder die Aufputschmittel», berichtete Garland. So habe man «72 Stunden am Stück» arbeiten können. Garland arbeitete während ihrer Zeit für das legendäre US-Filmstudio Metro-Goldwyn-Mayer (MGM), das sie gemäss historischen Quellen mit Aufputsch- und Schlafmitteln versorgte. Sie entwickelte eine Abhängigkeit und starb 1969 mit 47 Jahren an einer Überdosis Barbiturate.
Macaulay Culkin (46): Marihuana und Medikamente
Mit zehn Jahren wurde Macaulay Culkin durch den Film «Kevin – Allein zu Haus» zum Weltstar und verdiente da bereits Millionen. Sein Vater Christopher «Kit» Culkin (81) war sein Manager und kontrollierte seine Karriere. Sein Sohn beschrieb ihn später als «schrecklichen Menschen», der ihn «körperlich und psychisch misshandelt» habe. «Er hat mich geschlagen und herumkommandiert», so Macaulay Culkin. Mit 14 zog er sich aus Hollywood zurück. Der Familienkrieg eskalierte, seine Eltern trennten sich und stritten um sein Vermögen. Ihr erfolgreicher Sprössling sorgte schliesslich dafür, dass sie die Kontrolle darüber verloren. Auch Drogen gehören zu seiner Geschichte. 2004 wurde Macaulay Culkin mit Marihuana und verschreibungspflichtigen Medikamenten festgenommen. Jahre später sprach er offen über seinen Konsum. «Ich habe ein bisschen mit dem Feuer gespielt», sagte er 2020. Er habe sich ein- oder zweimal selbst bremsen müssen. «Ich wäre heute nicht der Mensch, der ich bin, wenn ich nicht irgendwann in meinem Leben Drogen gehabt hätte.» Heute ist Culkin wieder ein erfolgreicher Schauspieler und Musiker. 2023 erhielt er einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame.
River Phoenix (1970–1993): Kokain und Morphin
River Phoenix begann als Kind mit der Schauspielerei und wurde mit «Stand by Me» zum Teenie-Star. Später galt er als eines der grössten Talente seiner Generation. Doch auch er geriet in eine Drogenproblematik. Am 31. Oktober 1993 brach Phoenix vor dem «Viper Room» in Los Angeles zusammen. Er starb mit nur 23 Jahren. Die Gerichtsmedizin stellte eine akute Mehrfachvergiftung fest, unter anderem durch Kokain und Morphin; zudem wurden weitere Substanzen nachgewiesen. Sein Tod wurde als Unfall eingestuft.
Sängerin Lauren Bennett 2026. Die Todesursache ist unklar.
US-Wrestler Bray Wyatt 2023 an einem Herzinfarkt.
Rapper Young Dolph 2021 wurde erschossen.
Schauspieler Sage Stallone 2012 an einer koronalen Herzkrankheit.
Prinzessin Diana 1997 bei einem Autounfall in Paris.
Reggae-Ikone Bob Marley 1981 an den Folgen von Hautkrebs.
Hollywood-Star Marilyn Monroe 1962 durch eine Überdosis Medikamente.
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Prinzessin Diana 1997 bei einem Autounfall in Paris.
Reggae-Ikone Bob Marley 1981 an den Folgen von Hautkrebs.
Hollywood-Star Marilyn Monroe 1962 durch eine Überdosis Medikamente.
Es sind unterschiedlich tragische Geschichten. Doch sie erzählen von einer Branche, in der Kinder zu Stars gemacht werden, lange bevor sie wissen, was dieser Ruhm mit ihnen machen kann. Studios wollen Leistung, Manager Erfolg, Eltern Karriere – und das Kind soll funktionieren.
Der eigentliche Skandal ist nicht die Frage nach den Drogen. Sondern: Wie viele Erwachsene sahen in diesen Kindern den Star – und wie wenige sahen das Kind? Denn wenn das Kameralicht erlischt, endet der Ruhm. Die Folgen der Albtraumfabrik Hollywood aber können bleiben – manchmal ein Leben lang.