Darum gehts
- Johann Lafer, 68, kämpft mit Krebs, Schulden und Lebenskrise
- 2016 wegen Steuerhinterziehung verurteilt: Ein Jahr Bewährung, hohe Geldstrafe
- Ende Mai Diagnose: Unheilbarer Lymphdrüsenkrebs, weiterhin in schwerer Krise
Johann Lafer (68) kämpft auch mit 68 Jahren weiter – gegen den Krebs, gegen Schulden und um sein Leben. In einem neuen Interview mit der «Süddeutschen Zeitung» spricht er über die schwierigen Jahre nach seinem Steuerskandal 2014. «Sie wissen ja selbst, was bei mir ab 2014 los war. Ich war am Boden», erklärte er offen. Der Fall, ausgelöst durch die Anzeige einer ehemaligen Haushälterin, führte 2016 zu einer Verurteilung wegen Steuerhinterziehung. Das Gericht verhängte eine Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung sowie eine hohe Geldstrafe.
Die Folgen dieser Verurteilung seien für Lafer verheerend gewesen. «Mir ist es gelungen, aus diesem dunklen Loch wieder herauszukommen, aber das war nicht ohne. Sich all dem finanziell, familiär, charakterlich und imagemässig zu stellen und nicht aufzugeben in dieser Situation», so der Starkoch weiter. Die Krise sei noch nicht überwunden. «Ganz herausgestrampelt habe ich mich nicht. Ich bin immer noch mittendrin! Die Dramatik, die dahintersteckt, auch persönlich, ist mit meiner Diagnose ja doppelt schwer», erklärt der Österreicher. Ende Mai machte der Starkoch seine unheilbare Erkrankung an Lymphdrüsenkrebs öffentlich.
«Wer möchte nicht Frieden schaffen?»
Ob er seine Schulden inzwischen abbezahlt hat, will er nicht direkt beantworten. «Wer möchte nicht Frieden schaffen für seine Familie, die Kinder, damit man gut schlafen kann nachts?» Und weiter: «Ich hoffe, dass die Menschen verstehen, dass Johann Lafer nicht grössenwahnsinnig ist, sondern dass ich mich in einer Situation befinde, in der ich nicht aufgeben möchte und kann.»