Darum gehts
- ARD beendet «Immer wieder sonntags» 2026 nach 30 Jahren, keine Nachfolge geplant
- SWR will Budget für jüngere Zielgruppen und digitale Formate umverteilen
- 2026 sind 13 letzte Shows geplant, erste am 31. Mai, letzte 6. September
Nach rund 30 Jahren ist Schluss: Die ARD setzt «Immer wieder sonntags» mit Stefan Mross (50) ab. 2026 werden noch 13 letzte zweistündige Live-Ausgaben produziert – die erste am 31. Mai, die letzte am 6. September. Ein Nachfolgeformat für eine der beliebtesten Volksmusik-Shows in Deutschland ist nicht geplant. Als Grund nennt der SWR Sparmassnahmen: Das eingesparte Geld soll in neue digitale Unterhaltungsformate fliessen, das Zielpublikum soll künftig jünger sein.
Dabei war die Sendung zuletzt alles andere als ein Flop: Im vergangenen Jahr verfolgten die zwölf Live-Ausgaben im Schnitt 1.26 Millionen Menschen bei einem Marktanteil von rund 17 Prozent. Zum Vergleich: Der «Fernsehgarten» des ZDF, ein ähnliches Format mit Moderatorin Andrea Kiewel (60), das ebenfalls sonntags live und unter freiem Himmel läuft, erreichte im selben Zeitraum durchschnittlich 1.686 Millionen Zuschauer bei rund 18 Prozent Marktanteil.
Mross sorgte auch für Skandale
Seit 2005 moderiert der Oberbayer Stefan Mross die Schlagersendung, die in einer Freilichtarena im Europa-Park nahe Freiburg (D) produziert wird. Die Zusammenarbeit mit dem SWR verlief dabei nicht immer reibungslos. Nach einer Schlägerei in einem Hotel prüfte der Sender im Frühjahr 2023, ob Mross ersetzt werden sollte – er durfte ihn aber schliesslich weiter moderieren. Bereits 2022 hatte ein zweideutiger Wortwitz während eines Interviews mit einem Mädchen («Was ist das Besondere, auf einem (M)Ross zu reiten?») für Kritik gesorgt. Der SWR erklärte damals, Mross habe den Witz spontan gemacht und ohne jede Absicht, «damit seinen jungen Gast oder das Publikum zu verletzen. Dass der Witz zu Irritationen geführt hat, tut dem Moderator unserer beliebten Unterhaltungssendung sehr leid.» Der SWR liess die Sendung damals in der Mediathek.
Mross war auch für emotionale Momente bekannt: Als seine Mutter starb, sprang seine Ex-Frau Stefanie Hertel (46) kurzfristig für ihn ein. In der nächsten Ausgabe sang er ihr zu Ehren gerührt einen Song. Auch seine komischen Rollen – etwa als französischer Spitzenkoch «Maître Stephane» oder als italienischer Magier «Stefano Mrossini» – begeisterten sein Publikum Jahr für Jahr. Weniger gut endete ein Currywurst-Test im Jahr 2014: Mross probierte eine extrem scharfe Sosse, erlitt einen Schwächeanfall und musste in eine Klinik gebracht werden. Der SWR versprach daraufhin, ihm keine Aufgaben mehr zu stellen, die mit dem Verkosten von Speisen und Getränken zu tun haben.
«Immer wieder sonntags» wird seit 1995 in der ARD ausgestrahlt, damals noch von Max Schautzer (†84) moderiert. Seit 1998 ist das Gelände des Europa-Parks in Rust fester Austragungsort der Open-Air-Live-Sendung.