Darum gehts
- Josefine Scholl, Tochter von Mehmet Scholl, leidet an Knochenkrankheit
- Mit 14 brach sie sich bei Aufführung den Oberschenkel
- McCune-Albright-Syndrom betrifft ihre rechte Körperhälfte, Sport ausgeschlossen
In der neuen Prosieben–Serie «Born Famous – Fluch oder Segen?» offenbart Josefine Scholl (18) einen schweren Schicksalsschlag, der sie in jungen Jahren ereilte. Mit 14 Jahren brach sich die Tochter des ehemaligen Fussball-Stars Mehmet Scholl (55) den Oberschenkel. Kurz darauf erhielt die Teenagerin eine schwere Diagnose, die ihr Leben nachhaltig prägte.
«Das war der Tag meiner Akrobatik-Aufführung», erzählt Scholl in der TV-Show. Schon vor ihrem Auftritt habe sie ein «komisches Gefühl» gehabt. «Ich habe eigentlich nicht viel gemacht, ausser ein Rad – und dann habe ich mir einfach während der Aufführung auf der Bühne meinen Oberschenkel gebrochen», schildert die 18-Jährige sichtlich mitgenommen. «Und dann lag ich erst mal da und konnte es selber nicht glauben.»
Das Risiko ist zu gross
Wie sich herausstellte, war das McCune-Albright-Syndrom der Auslöser. Mit der Tatsache, dass Scholl an der unheilbaren Knochenkrankheit leidet, geht Scholl mittlerweile offen um. Doch die damals 14-Jährige war sich des Ausmasses der Krankheit noch nicht bewusst, die ihr Leben und ihre Beziehung zum Sport für immer verändern würde.
Mit der Diagnose seine die Ärzte zunächst davon ausgegangen, dass nur Scholls Leistengegend betroffen war. Umso schwerer traf Scholl die Erkenntnis der Ärzte nach ihrem Unfall: Ihre komplette rechte Körperhälfte sei betroffen. Dass ihre Knochen poröser sind, begünstigte den Oberschenkelbruch. Ihrer grossen Leidenschaft, dem Sport, kann sie dadurch nicht mehr nachgehen. Das Risiko für weitere schwere Verletzungen ist schlicht zu gross.
Für die sportbegeisterte Scholl ein herber Schlag: «Gesagt zu bekommen, dass ich keinen Sport mehr machen darf, war für mich natürlich sehr hart.» Auch ihr Vater Mehmet Scholl erinnert sich schmerzlich an die Zeit: «Der Oberschenkelbruch, das war ein Eingriff in ihr Leben, in unser aller Leben. Aber vor allem für sie.» Mutter Jessica Scholl erklärt: Der schwerste Teil sei gewesen, «die Zeit zu verarbeiten und das alles anzunehmen.»
«Sport war das Wichtigste für mich»
Doch Josefine Scholl, die das Influencertum zu ihrer neuen Leidenschaft gemacht hat, lässt sich von den körperlichen Einschränkungen nicht unterkriegen. Sogar an einer Akrobatik-Aufführung nimmt sie zum Zeitpunkt der Dreharbeiten wieder teil – jedoch nur als Trainerin. Für einen Workshop trainiert sie mit jüngeren Schülerinnen und Schülern eine Choreographie ein: «Ich habe seit der fünften Klasse darauf hingefiebert, die ‹Grosse› zu sein und alles führen zu dürfen.»
Trainerin ist Scholl jedoch auch mit einem weinenden Auge: «Ich vermisse es einfach, mitmachen zu dürfen. Sport war einfach das Wichtigste für mich. Jetzt steh ich halt daneben», sagt sie mit bedrückter Miene.
Vater Mehmet Scholl tröstet sie: «Niederlage ist: machen, scheitern, hinfallen, aufstehen, lernen. Es ist ein Kreislauf.» Er erinnert seine Tochter an seine Worte: «Was habe ich dir nochmal gesagt, wann konnte ich Niederlagen akzeptieren?» Darauf antwortet sie: «Wenn du alles gegeben hast.»