Darum gehts
- Ermittlerin kehrt 23 Jahre nach Hausdurchsuchung auf Jacksons Neverland-Ranch zurück
- In Aktenkoffer fanden Beamte pornografisches Material, das Opfer-Aussagen bestätigte
- Jackson-Biopic «Michael» erscheint Frühling 2026, Kritik wegen fehlender Vorwürfe
18. November 2003: Rund 20 Beamte sind auf dem Weg zur Neverland-Ranch von Michael Jackson (1958–2009), um dort eine Hausdurchsuchung durchzuführen. Der damals 13-jährige Gavin Arvizo beschuldigte den King of Pop des Missbrauchs. Mit dabei bei der Razzia: Ermittlerin Ruby Wolff.
23 Jahre nach dem Polizeieinsatz kehrt sie gemeinsam mit dem «Mirror» auf die Ranch zurück – und wird von ihren Erinnerungen eingeholt. «Die Unschuld eines Kindes ist das Wertvollste», sagt sie zur britischen Zeitung unter Tränen, während sie vor einer Kinderzeichnung auf der Mauer des Anwesens steht.
Die Ranch war einst ein Symbol von Jacksons extravaganter Welt. Wolff erinnert sich an die verstörenden Eindrücke, die sie damals empfing. «Schon am Eingang begann Peter-Pan-Musik zu spielen», sagt sie. «Dann sahen wir überall Kinderstatuen auf der Wiese – es war gruselig.»
Jackson lebte im Chaos
Die Durchsuchung führte sie auch in Jacksons Schlafzimmer. Ein Ort, der laut Wolff ein beunruhigendes Bild des Chaos zeigte. «Alles war unordentlich, überall lagen Sachen herum», berichtet sie. «Wir fanden verdorbenes Essen – wie eine Packung Wurst in einem Plastikbeutel – und Gegenstände wie seine berühmten Handschuhe, die einfach auf dem Boden lagen.» Sogar wertvolle Geschenke, darunter eine Uhr von Sophia Loren, waren achtlos verstreut in einer Schublade. «Es schien keine Wertschätzung für irgendetwas zu geben.»
Besonders irritierend sei der Zugang zum Schlafzimmer gewesen. Besucher mussten eine Türklingel betätigen, um eingelassen zu werden. «Das lässt nur einen Gedanken zu: Was wird hier versteckt?» Auch die Gänge zum Schlafzimmer hin seien voller Kinderstatuen gewesen.
Während der Durchsuchung stiess Wolff auf etwas, das sie als einen entscheidenden Fund beschreibt. «In einem Aktenkoffer fanden wir pornografisches Material, das mit den Aussagen des Opfers übereinstimmte», erklärt sie. Trotz der Beweise wurde Jackson freigesprochen. Wolff erinnert sich an den Moment, als sie dem Popstar im Gerichtssaal begegnete. «Er sah mich mit einem steinernen Blick an, ohne jegliche Regung», sagt sie.
Kritik am neuen Film
Die bevorstehende Veröffentlichung des neuen Jackson-Biopics «Michael» stösst bei ihr auf grosse Ablehnung. Der Film, in dem Jacksons Neffe Jaafar Jackson (29) die Hauptrolle spielt, glorifiziere den Sänger, ohne die Vorwürfe zu beleuchten. «Wessen Taschen wollen die Produzenten füllen?», fragt sie kritisch. «Es sind die unschuldigen Kinder, an die wir uns erinnern sollten.»
Der neue Film über Michael Jackson soll noch im Frühjahr 2026 in die Kinos kommen.