Queere Community trauert um Dolly Parton
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«Sie ist einfach eine Ikone»:Queere Community trauert um Dolly Parton

«In Dollywood sind alle willkommen»
Wie ausgerechnet Country-Star Dolly Parton (†80) zur Queer-Ikone wurde

Dolly Parton wurde nicht nur für ihren unbestreitbaren Einfluss auf die Country- und Popmusik gefeiert. Ihr eigenwilliger Look und ihre offene Haltung machten die Country-Legende zur wichtigen Identifikationsfigur in der LGBTQ-Community.
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Dolly Partons Tod ist ein herber Schlag für viele in der queeren Community.
Foto: IMAGO/The Mega Agency

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Dolly Parton verlor in den 1990ern einen Doppelgänger-Wettbewerb in West Hollywood
  • Trotz konservativer Herkunft ist sie eine Ikone der LGBTQ-Community
  • 1991 besang sie in «Family» die Akzeptanz homosexueller Familienmitglieder
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Sophie OferRedaktorin People

Es gab eine Anekdote, die Dolly Parton (†80) immer wieder gerne in Interviews erzählte. In den 1990er-Jahren nahm sie einmal heimlich an einem Dolly-Parton-Doppelgänger-Wettbewerb teil. Der Event führte sie in eine Schwulenbar in West Hollywood, einem queeren Zentrum von Los Angeles.

«Ich und ein paar Freunde beschlossen, dort hinzugehen», erinnerte sie sich 2017 in einer Talkshow. «Da waren diese grossen Dragqueens, die toll aussahen – schöner, als ich es mir jemals erträumen könnte.» Parton legte eine überzogene Version ihres typischen Make-ups und ihrer kultigen Bienenstock-Frisur an und trat kurzerhand gegen die anderen Dolly Partons in der Bar an.

Gewinnen sollte diejenige, die vom Publikum den meisten Applaus erhielt. «Da ging ich also über die Bühne und bekam den wenigsten Applaus!» Sie verlor haushoch. Parton lachte oft über die Geschichte.

Für viele Dolly-Fans ist die Episode mehr als eine lustige Erinnerung. Sie zeigt, wie selbstverständlich sich Parton schon früh in einer queeren Umgebung bewegte. Trotz ihres Legendenstatus in der konservativen Country-Szene wurde sie im Lauf der Jahre auch zu einer Ikone der LGBTQ-Community.

Wurzeln im konservativen Süden

Schon als 13-Jährige durfte Parton in der kultigen Country-Radioshow «Grand Ole Opry» in Nashville mit einem selbst geschriebenen Song auftreten. Es waren die frühen Anfänge einer Karriere, die Ende der 1960er-Jahre richtig Fahrt aufnehmen sollte. In der konservativen Country-Hochburg im US-Bundesstaat Tennessee wurde Parton bald zu einer der wichtigsten Künstlerinnen.

Wie prägend der christliche Glaube für Parton war, zeigt nicht zuletzt ihr grosser Hit «Coat of Many Colors» (1971), in dem sie Erfahrungen aus ihrer Kindheit in Armut mit Bibel-Referenzen verbindet. Ihren Südstaaten-Wurzeln blieb Parton ein Leben lang treu. Trotzdem wurde die Ikone von ganz unterschiedlichen politischen und gesellschaftlichen Lagern für sich beansprucht.

Für viele Menschen, die ihre eigene Identität ausserhalb heterosexueller Normen verorten, ist Parton eine wichtige Identifikationsfigur. Sie war authentisch, freigeistig, spielte mit Klischees und liess sich doch nie ganz in eine Schublade stecken. Dabei blieb sie immer sie selbst.

Mit diesen Songs wurde Dolly Parton berühmt
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Trauer um Country-Ikone:Mit diesen Songs wurde Dolly Parton berühmt

Ihr weltberühmter Satz

Als «blondes Dummchen» sexualisiert zu werden, liess sie sich ebenso wenig gefallen wie den Stempel einer erzkonservativen Christin. «Wenn Menschen über andere urteilen wollen, begehen sie bereits eine Sünde», sagte sie 2014 im «Billboard»-Interview.

Ihren ikonischen hyperfemininen Look hatte sich Parton nach eigenen Angaben bei der «Dorfschlampe» aus ihrer Jugend abgeguckt. «Ich wusste nicht, was sie war, nur diese blonde Frau, die ihr Haar hochgesteckt trug, High Heels und enge Röcke. Und sie war das Schönste, was ich je gesehen hatte», erinnerte sich Parton einst. «Mama sagte immer: ‹Ach, die ist doch nur Trash›, und ich dachte: ‹Genau das will ich sein, wenn ich gross bin: Trash.›»

Später machte Parton diesen Satz weltberühmt: «Es ist ganz schön teuer, so billig auszusehen.»

Mit ihrem Spiel mit Weiblichkeit, Glamour und Übertreibung wurde Parton auch für die Drag-Kultur interessant. «Sie war immer eine Dragqueen, auch wenn sie es nicht gesagt hat», sagt eine Person im Drag-Outfit in einem Video von CNN. Darin trauert die queere Community im Ostküstenstädtchen Provincetown, Massachusetts, um ihr verstorbenes Idol.

Sie stammte aus dem evangelikalen «Bible Belt»

Eine andere Person erklärt ihre Bedeutung so: «Für viele queere Menschen ist es schwer, zu ihrem authentischen Selbst zu finden. Und Dolly Parton war immer einfach, wie sie war.»

Auch in ihrer Musik thematisierte Parton früh Akzeptanz gegenüber Homosexualität. In ihrem Song «Family» (1991) besingt sie, dass auch schwule Familienmitglieder mit an den Tisch gehören. Trotz der etwas veraltet daherkommenden Sprache, derer sie sich hier bedient, stellt sie sich damit gegen ein in der Country-Szene lange verbreitetes homophobes Klischee.

Parton setzte sich immer wieder für Toleranz und die Rechte der LGBTQ-Community ein – auch wenn sie aus dem mehrheitlich evangelikalen «Bible Belt» stammt und sich mit ihrer Haltung nicht immer nur Freunde machte.

Ihre Parteinahme für «Same Sex Marriage»

2011 musste sich Parton öffentlich zur gleichgeschlechtlichen Ehe positionieren. Eine Besucherin des nach ihr benannten Themenparks «Dollywood» in Tennessee machte publik, dass sie dort von einem Mitarbeiter gezwungen worden sei, ein T-Shirt mit der Aufschrift «Ehegleichheit» auf links zu drehen. Die «Same Sex Marriage» wurde 2015 unter US-Präsident Barack Obama landesweit legalisiert.

Parton reagierte öffentlich auf den Vorfall und entschuldigte sich für die Behandlung der Frau. «Jeder weiss, dass ich mich persönlich für die Schwulen- und Lesben-Community engagiere», sagte Parton. Sie betonte, dass Dollywood alle Arten von Familien willkommen heisse.

Vielleicht liegt genau darin ein Teil von Partons besonderer Wirkung: Sie machte aus ihrer Toleranz nie eine politische Kampfansage. Sie blieb Dolly – die fromme Südstaatlerin, der Country-Star, die Frau mit der Bienenfrisur und dem schillernden Glamour. Und wurde gerade dadurch für viele Menschen zu einem Symbol dafür, sich selbst treu zu bleiben.

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