Ikone wäre 100 Jahre geworden
Der Mythos Marilyn Monroe lebt

Jahrzehnte nach ihrem Tod ist Marilyn Monroe eine Ikone und wird bis heute zigfach kopiert. Zu Lebzeiten versuchte sie vergeblich, als Schauspielerin ernst genommen zu werden. Am 1. Juni würde sie 100 Jahre alt.
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Ein Moment für die Geschichtsbücher: ikonische Szene aus dem Film «Das verflixte 7. Jahr» von 1955.
Foto: IMAGO/mptv

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Marilyn Monroe starb am 5. August 1962 in Kalifornien
  • 2026 wäre ihr 100. Geburtstag, Ausstellung in Zürich ehrt sie
  • Über 30 Filme, darunter Klassiker wie «Manche mögen’s heiss» gedreht
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Ruth Brüderlin
Ruth Brüderlin
Schweizer Illustrierte

Am Morgen des 5. August 1962 wird Hollywood-Star Marilyn Monroe tot in ihrem Bungalow im kalifornischen Brentwood aufgefunden. Es ist einer dieser «Wo warst du, als …»-Momente. Die Welt ist geschockt.

Monroe ist weltberühmt, erst 36 Jahre alt. Offizielle Todesursache: Selbstmord durch eine Überdosis Schlaftabletten. Heute, fast 64 Jahre später, ist sie lebendiger denn je. Eine Ikone, Inbegriff von Sinnlichkeit und Stil, Popgrössen wie Madonna imitieren sie. Marilyn Monroe ist der einzige Star, bei dem bloss der Vorname, der Nachname oder die Initialen MM genügen, damit jeder weiss, wer gemeint ist.

Platinblond, Schlafzimmerblick und knallroter, perfekt geformter Mund, die Verkörperung von Bombshell, der Sexbombe. Ein bisschen dümmlich, ein bisschen naiv – und lebenslang masslos unterschätzt. «Mit Marilyn Monroe starb eine der grössten Schauspielerinnen, die Hollywood je gesehen hat», schrieb das Magazin «Rolling Stone» diesen März.

Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Am 1. Juni würde MM 100 Jahre alt. «Becoming Marilyn Monroe» – auf Deutsch «Marilyn Monroe werden» – heisst die immersive Ausstellung in der Lichthalle Maag in Zürich, die aktuell den Hollywood-Star ehrt. Immersiv sind mit Musik und Ton unterlegte Projektionen von Bildern und Filmsequenzen an Wänden und Decke.

«Eine Karriere ist wunderbar, aber nichts, woran man sich wärmen könnte in einer kalten Nacht», lautet eines der cleveren, doppeldeutigen Zitate von MM. Ihr Streben nach Anerkennung als ernst zu nehmende Schauspielerin gelang ihr nie wirklich. Trotz Charakterrollen wie 1950 in «Asphalt-Dschungel», einem düsteren Film noir von John Huston. Marilyn selbst hielt den Film für einen ihrer besten.

Artikel aus der «Schweizer Illustrierten»

Dieser Artikel wurde erstmals in der «Schweizer Illustrierten» publiziert. Weitere spannende Artikel findest du auf www.schweizer-illustrierte.ch.

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Ihre Schönheit provoziert

Der Durchbruch zum Weltstar gelang ihr 1953 als Femme fatale im Thriller «Niagara». Sie spielte, was sie auch im realen Leben war: eine unglaublich schöne erotische Frau, die mit ihrem Äusseren und ihrer unkonventionellen Art polarisierte. Dreharbeiten mit ihr galten als Horror. Sie kam chronisch zu spät. Oder gar nicht. Sagte kurzfristig ab, war krank, nicht vorbereitet.

Eine Zumutung für Regisseure und Crew. «Ich komme eigentlich nie zu spät – die anderen haben es bloss immer so eilig», kommentierte sie und machte auf naiv, mit grossen Augen und geschürztem Mündchen. Ganz unschuldig war sie nicht an ihrem Image. Was blieb ihr anderes übrig.

Als Queen Elizabeth Marilyn Monroe traf
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Kurzes Gespräch aufgetaucht:Als Queen Elizabeth Marilyn Monroe traf

Marilyn Monroe war eine Ausnahmefigur

Frauenrollen waren in den 1950er-Jahren klar definiert. Es gab die adrette, patente Hausfrau, die den hart arbeitenden Gatten abends mit einem Drink empfing. Ihr Pendant: die kluge Intellektuelle mit Brille, die unweigerlich als alte Jungfer endet. Dann gab es noch die Hure mit dem goldenen Herzen. Und es gab Marilyn Monroe, die Sexbombe, die auch Frauen mochten – und die so naiv wirkte, dass Männer sich nicht bedroht fühlten, die Dinge sagte wie: «Wer morgens betet, hat den ganzen Rest des Tages Zeit für Spass und Sauereien.»

Marilyn liebte die Kamera, und die Kamera liebte sie. Über 30 Filme drehte sie, darunter Klassiker wie «Das verflixte 7. Jahr», der mit dem Thema Monogamie spielt. Oder «Manche mögen’s heiss» mit Tony Curtis und Jack Lemmon, eine urkomische Komödie, die ungeniert Genderklischees auf die Schippe nimmt und als eine der besten aller Zeiten gilt.

Ihr letzter vollendeter Film ist «Nicht gesellschaftsfähig» («Misfits»). Es geht um fünf einsame Aussenseiter, die nirgends richtig hinpassen. Es war wohl Marilyns ergreifendste Performance; der Film wurde ein Klassiker. Geschrieben hat ihn der Dramatiker Arthur Miller, Monroes Ehemann. Der dritte.

Den ersten, Polizist James Dougherty, heiratete sie mit 16 noch unter ihrem Geburtsnamen Norma Jeane Baker. Dadurch konnte sie Aufenthalten in Waisenhäusern und bei Pflegefamilien entgehen. Der zweite war selbst ein Star, Baseball-Legende Joe DiMaggio. Er soll sie geschlagen haben – sorgte aber dafür, dass 20 Jahre lang immer ein halbes Dutzend frische Rosen auf ihrem Grab lagen.

Kein Talent zur Hausfrau

Die Hochzeit mit dem Pulitzer-Preisträger Arthur Miller sorgte für Getuschel. «Köpfchen heiratet Körper» titelten Zeitungen. So einen guten Body hatte dieser Miller auch nicht, würde man heute spotten. «Ich habe zu viel Fantasie, um eine Hausfrau zu sein», antwortete Marilyn auf die ernsthafte Frage, warum sie als Ehefrau weiter Filme drehe. Die Ehe mit Miller war MMs längste, nach fünf Jahren wurde sie 1961 geschieden, ein Jahr vor ihrem Tod.

Um ihr Sterben und ihr wahres Wesen drehen sich bis heute Debatten. Was passierte wirklich? Wie war sie wirklich? Marilyn Monroe, die angehimmelte Göttin, sagte einmal: «Unvollkommenheit ist Schönheit, Wahnsinn ist Genialität, und es ist besser, absolut lächerlich als absolut langweilig zu sein.»

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