Darum gehts
- Dieter Bohlen trauert um seinen Vater Hans, verstorben am 25. November
- Sein Vater war ein grosses Vorbild und kämpfte bis zuletzt
- Hans Bohlen wurde 97 Jahre alt und litt an starker Demenz
Für Dieter Bohlen war der Vater ein Held, eine Legende – nun musste er sich vor wenigen Wochen von ihm verabschieden. «Mein Papa ist am 25. November im Alter von 97 Jahren verstorben», sagt Bohlen gegenüber «Bild». In den schwierigen letzten Monaten war Bohlen mit seiner Frau Carina (42) und seiner Mutter Edith (91) beim Vater, der an starker Demenz litt.
«Es waren vier schlimme Monate davor. Ich war fast die ganze Zeit bei ihm und meiner Mutter in Oldenburg. Auch, um meiner Mutter beizustehen», so Bohlen. Für den «Pop-Titan» sei Vater Hans der wichtigste Mann seines Lebens gewesen. Er sei am Ende schwer dement gewesen: «Seine Organe, das Blutbild, waren eigentlich prima. Aber irgendwann kam eins zum anderen und dann wollte sein Körper nicht mehr», zitiert «Bild» den trauernden Sohn.
«Meine Mutter war unendlich traurig»
«Trotz der Demenz hat er mich bis etwa 15 Tage vor seinem Tod noch erkannt», so Bohlen. «Wir wollten Papas Tod eigentlich privat halten. Deswegen haben wir auch keine Traueranzeige geschaltet und die Beerdigung nur im engsten Kreis gemacht.» Bohlen habe vor allem versucht, seine Mutter in der schweren Zeit zu unterstützen. «Meine Eltern waren über 70 Jahre verheiratet. Natürlich ist meine Mama unendlich traurig», so der ehemalige «Modern Talking»-Sänger. «Ich bin viel zu Besuch bei ihr und helfe ihr, alles zu regeln. Wir reden die ganze Zeit über meinen Papa, das hilft vor allem meiner Mutter, den Verlust zu verarbeiten. Wie ich geworden bin im Leben, was ich denke und fühle – dafür sind meine Eltern mitverantwortlich. Sie hatten stets einen grossen Einfluss auf mich. Ich hatte das grosse Glück, 71 Jahre lang noch beide Eltern zu haben.»
Bohlens Vater war ihm zeitlebens ein Vorbild. Hans Bohlen wurde in eine ostfriesische Bauernfamilie mit zehn Kindern geboren. «Er musste morgens viele Kilometer zu Fuss zur Schule laufen, um eine anständige Ausbildung zu bekommen. Letztendlich hat er dann alles geschafft, was er sich erträumt hatte. Mein Vater war für mich immer das grösste Vorbild. Er hat damals nach dem Krieg allein angefangen, eine Firma aufzubauen. Mit nichts und gegen alle Ratschläge anderer.»
«Ich habe gebetet, dass der liebe Gott ihn erlöst»
Er sei ein Kämpfer gewesen – bis ganz zum Schluss. «Papa war in der Klinik, dann im Heim, zuletzt im Hospiz. Wir hätten ihn gerne zu Hause gehabt, aber das war leider nicht möglich. Er brauchte rund um die Uhr Pflege und auch Sauerstoff in der Nase. Zuletzt hatte er Wasser am Herzen und konnte nicht mehr allein atmen. Am Ende, als er einschlief, war ich traurig, aber fast noch mehr erleichtert. Es war wirklich eine Qual für ihn. Es gab Tage, da habe ich gebetet, dass der liebe Gott ihn erlöst.»
Den Abschied von seinem Vater nahm Bohlen als Anstoss, sich auf das Wesentliche zu besinnen: «Auch wegen des Todes meines Vaters haben Carina und ich bewusst gesagt, dass wir an Silvester heiraten. Wir wollten das Jahr mit diesem schönen Anlass beenden. Durch Papas Tod wurde mir noch mal mehr bewusst, wie wichtig mir meine Frau, meine Kinder und unsere Familie sind. Ich bekam immer Liebe von meinen Eltern. Egal, was ich gemacht habe, ich wusste, sie stehen hinter mir. Für dieses Urvertrauen bin ich ihnen unendlich dankbar.»