«Ich habe vieles nicht überlegt, was ich gesagt habe»
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Wirre Rede von Gottschalk:«Ich habe vieles nicht überlegt, was ich gesagt habe»

Hallelujah!
Beinahe hätte Thomas Gottschalk einst eine andere Bühne betreten

Thomas Gottschalk verabschiedet sich nach über 50 Jahren aus der TV-Unterhaltung. Der 75-Jährige blickt zufrieden auf seine einzigartige Karriere zurück und plant nun, den Ruhestand zu geniessen.
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Thomas Gottschalk bedankt sich – und zieht sich zurück.
Foto: AFP

Darum gehts

  • Thomas Gottschalk beendet TV-Karriere. Wollte ursprünglich Pfarrer werden
  • Gottschalk prägte Fernsehlandschaft mit spontanem, ungeplanten Stil
  • 75-jähriger Entertainer hatte 35 Jahre lang eine grossartige Karriere
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Silja AndersRedaktorin People

Die grosse Bühne war sein Daheim, die Entertainment-Welt sein Leben. Nun verabschiedet sich Thomas Gottschalk (75) aus dem TV und hängt seine Karriere an den Nagel. 

Beinahe wäre aber alles anders gekommen, wie der gebürtige Oberfranke im Gespräch mit «Bild» verrät. Denn statt Fernsehkulisse und per Du mit den Weltstars hätte Gottschalk fast eine Karriere als Pfarrer eingeschlagen. Kanzel statt Kamera, Kirche statt Klamauk, Sonntagsgottesdienst statt Samstagabendshow.

Das weibliche Geschlecht war überzeugender

«Ich wollte Pfarrer werden», gesteht der 75-Jährige gegenüber «Bild». «Aber in der Pubertät haben die Mädchen dann doch eine gewisse Rolle gespielt ...».

Die konservativen Eltern wollten aus Thomas Gottschalk einen Anwalt machen. Die Mutter war traditionell, lebte für Küche, Kirche und Kinder. Als er 14 war, starb der Vater an Bauchspeicheldrüsenkrebs, Gottschalk musste als Ältester von drei Kindern die Vaterrolle übernehmen. «Das hat mir diese Komfortzone erspart, die heute viele Kinder haben. Keine Helikoptereltern, kein Kümmern. Wir mussten einfach funktionieren.»

Der Weg zum Fernsehen war nie geplant

Thomas Gottschalk war damals fasziniert vom Radio, hörte am liebsten «RIAS Berlin». Sein Weg führte von Sprecherjobs beim Radio und kleinen Sendungen nach und nach ins grosse Fernsehen – was so gar nie geplant war. Heute ist er froh darüber. «Ich hatte 35 Jahre lang eine grossartige Karriere. So lange wird es das für meine Kollegen im Fernsehen wohl nicht mehr geben, befürchte ich.»

Vor Herausforderungen schreckte er all die Jahre nie zurück. «Ich habe immer ja gesagt, wenn man mich gefragt hat, ob ich mir das Format zutraue. Ich hatte andere Vorstellungen vom Fernsehen als der Rest der Welt.» Und damit prägte er die Fernsehlandschaft. Einfach drauf los, war sein Erfolgsrezept.

Es ist Zeit, zu gehen

Doch dieses frei von der Leber reden, «nicht planen, sondern machen. Nicht kontrollieren, sondern geniessen» wurde ihm in letzter Zeit zum Verhängnis. Die Bambi-Verleihung mit seinem Cher-Gate war nicht der erste Anlass, bei dem sich viele fragten: Ist Gottschalks Zeit vorbei?

Jetzt folgte die wirre Rede bei der Romy-Verleihung in Kitzbühel und das Publikum machte sich noch mehr Sorgen um Gottschalk und seinen Gesundheitszustand. Obwohl dieser tipptop sei, wie Gottschalk immer wieder betont. Statt also weiterhin verzweifelt an seinen besten Zeiten festzuhalten, tritt Gottschalk ab. 

Langweilig wird ihm dabei aber bestimmt nicht. «Ich werde nicht meinen Kopf verlieren, nur den Job», sagt der Entertainer. «Ich mach’s wie Sean Connery. Wenn der Anfragen bekam, hat sein Büro zurückgeschrieben: ‹Mr. Connery has retired.› Er ist im Ruhestand. Das fand ich auch immer erstrebenswert.»

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