«Habe mich gleich in die Rolle verliebt»
«Tatort»-Star Franziska Weisz kehrt in «Mordufer» als Ermittlerin zurück

Die neue Serie «Mordufer» bringt frischen Wind in den Krimiabend auf SRF1. Hauptdarstellerin Franziska Weisz spricht über ihre uneitle neue Rolle, ihren Wiener Dialekt und den Dreh an der Schweizer Grenze.
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In «Mordlust» spielt Franziska Weisz an der Seite von Maria Wördemann (l.).
Foto: Patrick Pfeiffer

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • SRF1 zeigt ab 3. März die neue Serie «Mordufer»
  • Hauptdarstellerin Franziska Weisz kehrt nach 15 Jahren Familienpause zur Kripo zurück
  • Gedreht in Überlingen, nahe der Schweizer Grenze, ab Zürich gut erreichbar
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Gabrielle Jagel
Tele

Der Dienstag ist der Krimiabend bei SRF1. Ob «Die Chefin», «Der Alte», «Ein Fall für zwei» oder «Jenseits der Spree» – all diese Serien haben längst ihre Fangemeinden gefunden. Nun heisst es zusammenrücken, denn ab dem 3. März steht ein neues Format am Start: «Mordufer».

TELE sprach mit Hauptdarstellerin Franziska Weisz (45) alias Kriminalkommissarin Doro Beitinger über Humor und Uneitelkeit in ihrer Rolle, über jüngere Chefs – und wieso sie nach vielen Jahren beim Hamburger «Tatort» (2016–2024) wieder eine Ermittlerin spielt.

TELE: Wie will «Mordufer» das Fernsehpublikum erobern?
Franziska Weisz: Wir sind ein Frauen-Duo auf Augenhöhe, es wird nicht herumgezickt, es gibt keine interne Konkurrenz. Als ich das Drehbuch las, hat mich besonders bewegt, dass das Thema Frau, Mutter und Beruf sehr eindrücklich behandelt wird. Als etwas, das uns alle angeht – auch die Männer. Die wollen heute ja aktiv am Leben der Kinder teilhaben.

Sie spielen Doro Beitinger, die in ihren Beruf bei der Kriminalpolizei zurückkehrt, nachdem sie sich 15 Jahre lang um Kinder, Familie und ihre kranke Mutter gekümmert hat.
Richtig. Und dann erfährt Doro zuerst einmal, dass sie eine jüngere Chefin bekommen hat, und fragt sich: Wie gehe ich damit um? Das finde ich sehr interessant. Wir kennen es ja noch so, dass Hierarchie etwas mit dem Alter zu tun hat. Doch das widerspiegelt nicht mehr unsere heutige Realität: Viele Unternehmen setzen ja auf jüngere Chefs und Chefinnen.

Ein Artikel aus «Tele»

Das ist ein Beitrag aus «Tele». Das Fernsehmagazin der Schweiz taucht für dich nach den TV- und Streamingperlen.

Das ist ein Beitrag aus «Tele». Das Fernsehmagazin der Schweiz taucht für dich nach den TV- und Streamingperlen.

Man kennt Sie auch als Hamburger «Tatort»-Hauptkommissarin Julia Grosz neben Wotan Wilke Möhring als Thorsten Falke. Jetzt verkörpern Sie erneut eine Ermittlerin.
Als ich beim «Tatort» aufgehört habe, sagte ich mir: Und jetzt ganz lange keine Kommissarin mehr! Doch dann kam «Mordufer» daher. Die beiden Frauen sind so unterschiedlich, dass ich mir gedacht habe: «Okay, das kann ich machen.» Mich hat vor allem der Gegensatz gereizt.

Eine Hauptrolle beim «Tatort» gilt als eine Art Ritterschlag.
Ja, das war es auch – und als damals nach dem Casting die Zusage kam, war das ein unglaublicher Moment. Ich habe es geliebt, mir fehlt die «Tatort»-Community sehr. An dieser Stelle einen herzlichen Gruss an die Fans, an die treuen Zuseher!

«Mordufer» lebt auch von Situationskomik und Wortwitz – Ihr Gesicht spricht jeweils Bände …
(Lacht herzhaft.) Das freut mich! Es war für mich sehr wichtig, dass Humor Platz hat in diesem Format. Wenn ich ein Drehbuch lese, frage ich mich bei jeder Szene: Wo besteht die Möglichkeit für Humor? Hier war das immer wieder möglich, daher habe ich mich gleich in die Rolle verliebt. Doro ist eine Frau, die komplett uneitel ist, die auch mal den Bauch raushängen lässt, wenn sie spricht, der auch mal das Gesicht entgleist. Das fand ich wunderbar – auch mit dem Wissen, dass ich dann unter Umständen aussehe wie eine Kuh, wenn es blitzt (lacht).

Doro ist umgänglich, pragmatisch und, wie Sie gerade sagten, uneitel. Gibt es da Parallelen?
Ich bin auf jeden Fall lösungsorientiert. Wenn ein Problem da ist, merke ich, wie mein System runterfährt, damit ich an der Lösung arbeiten kann. Und ich lache gern. Ich finde, es gibt eh zu wenig Leichtigkeit in unserem Leben.

Als Ermittlerin sind Sie eher leger gekleidet. Geniessen Sie es, nicht wie aus dem Ei gepellt vor der Kamera stehen zu müssen?
Genau diese Uneitelkeit war schon in der Rollenbeschreibung drin, und das hat mir sehr gefallen. Ich kann sein, wie ich bin. Das wird Männern viel öfter erlaubt als Frauen, die immer irgendwie auch noch gut aussehen sollen. Wieso eigentlich? Auch Hollywoodstars sehen am Morgen so aus wie wir alle. Daher finde ich die Rolle so befreiend.

Gedreht wurde in Überlingen am nördlichen Ufer des Bodensees – eine wunderschöne Gegend, nahe der Schweizer Grenze.
Überlingen ist ja aus ganz Deutschland nicht einfach zu erreichen (lacht). Von Berlin habe ich mindestens neun Stunden mit der Bahn. Von Zürich her wäre es viel näher und weniger kompliziert. Ich wollte nach dem Dreh mal nach Schaffhausen, habe es aber zeitlich nicht geschafft. Die nähere Umgebung konnte ich immerhin mit kurzen Ausflügen etwas geniessen. Bei nächster Gelegenheit möchte ich nach Zürich, eine wahnsinnig schöne Stadt!

Sie sind Österreicherin, wuchsen in der Nähe von Wien auf und leben seit zwanzig Jahren in Berlin. Wenn man Sie reden hört, ist das Wienerische völlig verschwunden.
Ehrlich gesagt, bin ich deswegen in Berlin gelandet. Meine damalige österreichische Agentin hatte mir geraten, dass ich mich mit der Sprache beschäftigen muss, wenn ich in Deutschland drehen möchte. So habe ich für zwei Monate meine Koffer gepackt und bin nach Berlin gereist. Ich hatte nie den Plan, zu bleiben, bin dann aber hängengeblieben (lacht). Den Dialekt ablegen zu können, war mir sehr wichtig, denn ich spielte im «Tatort» eine norddeutsche Kommissarin – und die darf nicht österreichisch klingen. Aber privat spreche ich noch immer, wie mir der Schnabel gewachsen ist (lacht).

Sie haben Betriebswirtschaft an der Universität Wien studiert …
Da muss ich korrigieren: Dieses Studium machte ich nur ein Jahr zur Überbrückung. Eigentlich habe ich in England Politik studiert. Ich wollte schon als Kind Schauspielerin werden, aber meine Mutter sagte, alle guten Schauspielerinnen seien entdeckt worden, wie Sophia Loren, die angeblich Schuhverkäuferin war.

Was geschah dann?
Also wartete ich darauf, entdeckt zu werden, und versuchte es nebenbei als Model – aber sehr erfolglos. Bis zu dem Tag, als mich die Agentur zu einem Casting für «Kommissar Rex» schickte, für eine Nebenrolle beziehungsweise eine Opferrolle. Bei diesem Vorsprechen bin ich dann wirklich entdeckt worden: Regisseur Ulrich Seidl besetzte mich für den Film «Hundstage» (2001).

Ihr Traum wurde doch noch wahr …
Ja, aber ich wollte unbedingt nach London, um dort mein Traumstudium «Internationale Beziehungen und Medien» zu realisieren. Ich machte den Bachelor und habe mich dann auf «Entwicklung und Umweltpolitik» für den Master spezialisiert. Ich halte das nach wie vor für das Wichtigste und Relevanteste, was man studieren kann. Ich würde es wieder so machen, es spielt noch immer eine Rolle in meinem Leben. Aber die Schauspielerei ist mein Traum, der sich erfüllt hat.

Nochmals zurück zu «Mordufer»: Sind weitere Folgen geplant?
Wir wünschen es uns natürlich sehr, aber bislang wissen wir nur, was intern dazu gesagt wurde. Da sind alle sehr zufrieden. Nun müssen die Zuseher entscheiden. Wir wären auf jeden Fall bereit.

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