Hanna Scheuring, Wanda Wylowa und Tonia Maria Zindel
SRF-Serienstars machen gemeinsame Sache

Sie kennen sich seit über zwanzig Jahren und spielten alle in SRF-Serien. Nun machen die drei Schweizer Schauspielerinnen erstmals gemeinsam Theater. Im Stück «Mordsfreundin» wollen sie es auf der Bühne «knallen» lassen.
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Hanna Scheuring, Wanda Wylowa und Tonia Maria Zindel (v. l.) feiern bald Premiere.
Foto: Aurelia Robles

Darum gehts

  • Hanna Scheuring, Tonia Maria Zindel und Wanda Wylowa inszenieren «Mordsfreundin»
  • Alle drei Schauspielerinnen sind Mütter und meistern Karriere und Familie
  • Premiere am 23. Januar im Zürcher Bernhard Theater mit 400 Plätzen
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
Aurelia Robles, GlücksPost
Glückspost

Dieses Frauentrio fällt am Ufer des Zürichsees auf. Und wer genauer hinsieht, erkennt bekannte Gesichter: Die Blonde mimte einst die Bankangestellte Vreni Hubacher in der Sitcom «Fascht e Familie», die Schwarzhaarige die Bardame Maja in der Soap «Lüthi und Blanc» und die Rothaarige die Hausfrau Monika in der Serie «Seitentriebe.» Hanna Scheuring (60), Tonia Maria Zindel (53) und Wanda Wylowa (52) flimmerten in ihren SRF-Serienfiguren in die Schweizer Stuben und sorgten für Lacher und Dramen. «Wenn ich uns drei so sehe, ist es schon eine tolle Kombination», meint Hanna Scheuring und lacht. «Die Rote, die Schwarzhaarige und die Blonde – und alle haben wir so viel Haar.» Dass die drei Schauspielerinnen zusammen sind, hat einen Grund: Gemeinsam realisieren sie das Stück «Mordsfreundin. Die viel zu nette Krimi-Komödie» im Zürcher Bernhard Theater (ab 23. Januar), als dessen Direktorin Scheuring seit zehn Jahren amtet.

Kennengelernt haben sich die Berufskolleginnen bereits vor über 20 Jahren – und zwar über die Kult-Serie «Lüthi und Blanc». Von 1999 bis 2006 mimte die Bündnerin Tonia Maria Zindel darin die Bardame Maja. Hanna Scheuring war nach ihrem Erfolg in «Fascht e Familie» ebenfalls ab 2000 für zwei Jahre dabei. «Und ich spielte einmal die Prostituierte Irina an der Bar von Tonias Rolle», ergänzt Wylowa. Gut zehn Jahre später trafen sich die beiden wieder. Dieses Mal nicht vor der Kamera, sondern auf der Bühne bei der Schweizer Erstaufführung des Theatererfolgs «Traumfrau Mutter». «Damals hatten wir kleine Kinder daheim», erinnert sich Zindel.

Mutter und Managerin

Der Nachwuchs und die Familie ist es denn auch, was die Frauen neben der Liebe zur Schauspielerei verbindet. Alle drei sind sie Mütter. Tonia Maria Zindel ist dreifache Mutter, Wanda Wylowa hat zwei Söhne und Hanna Scheuring hat ebenfalls zwei Kinder, sowie seit einem Jahr ein Enkelkind. «Dass wir alle Mütter sind, spüre ich fest bei unserer Zusammenarbeit. Die verschiedenen Welten, die wir einbringen», findet Scheuring. «Das ist so speziell und einzigartig, denn es war wirklich schwierig, Beruf und Muttersein zu managen.» Zindel nickt. «Es ist eine grosse Herausforderung lebendig, aber auch im Business zu bleiben. Und dennoch sind wir alle drei noch hier!» Die Luft für Frauen werde in der Schauspielerei ab einem gewissen Alter zudem sehr dünn, sind sie sich einig. «Es ist nicht zuletzt Hannas Verdienst, dass wir weiterhin spielen können, weil sie so tolle Stücke mit Frauenrollen umsetzt», sagt Wylowa. «Ich habe vollstes Vertrauen in sie.»

Hanna Scheuring führt beim Stück Regie. Als Theaterdirektorin sei sie nun in der glücklichen Position, auswählen zu können, mit wem sie zusammenarbeite. «Ich will wirklich eine gute Zeit beim Schaffe. Auf ellebögle und alles andere habe ich keine Lust.» Wanda Wylowa spielt die Hauptrolle Elsa, sprich die «Mordsfreundin». Diese lädt sich selbst beim Ehepaar Peter und Debbie (Tonia Maria Zindel) ein, das wiederum zu höflich ist, um ihr abzusagen. «Mit Wanda habe ich schon gespielt, mich total gut verstanden und weiss genau, was sie kann», erklärt Scheuring. «Und Tonia sah ich wieder auf der Bühne im wunderschönen ‹Abschiedsbrief›. Da habe ich sie gleich angefragt.»

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Dieser Artikel wurde erstmals in der «GlücksPost» veröffentlicht. Mehr aus der Welt der Schweizer Prominenz, Royals und Sportstars erfährst du immer donnerstags in unserem Heft: zum Abo!

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Adrenalin und Rockstargefühl

Bald steht nun die Premiere an. «Viel gute Energie ist hier freigelegt worden und im Fluss. Das ganze Ensemble ist toll. Es wird knallen auf der Bühne!», verspricht Zindel. Denn auch wenn das Fernsehen ihnen zu Bekanntheit verhalf, sei Theater ein ganz anderes Gefühl. «Wenn 400 Leute in der gleichen Zehntelsekunde lachen, diese Welle an Energie gibt uns so viel Adrenalin», schwärmt Scheuring. «Ja, es gibt einem ein Rockstargefühl», ergänzt Wylowa.

«Wartet, ich war auch bei einer Folge von ‹Fascht e Familie› dabei!», kommt es Tonia Maria Zindel in den Sinn. «Stimmt! Darin warst du schwanger und es war noch vor ‹Lüthi und Blanc›», mag sich nun auch Hanna Scheuring erinnern. Dann kommen noch ältere Erinnerungen hoch, wie jene, in der Zindel einst als Schauspielschülerin im Tram sass und Wanda Wylowa an der Haltestelle Bellevue erblickte. «Wanda stand dort mit ihrem üppigen Haar und in Stiefeln und war für mich der Inbegriff davon, wie eine coole Schauspielerin in der Gegend steht. Eine Person mit Aura, Wärme und so ganz bei sich.»

Beim Schwelgen in all den gemeinsamen Geschichten kommt beim Trio aber auch Wehmut auf. Denn das Ende dieser Zusammenarbeit rückt mit der Premiere ebenfalls näher. «Wir sind wie eine Familie auf Zeit», bringt es Tonia Maria Zindel auf den Punkt.

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