Darum gehts
- Ex-Prinz Andrew soll trotz Skandalen ein königliches Staatsbegräbnis erhalten
- Dies berichtet die Zeitung «Mail on Sunday» unter Berufung auf hochrangige Quellen
- Auch Gloria Allred, Anwältin von Epstein-Opfern, protestiert heftig
Sein Tod wühlt die Briten bereits jetzt auf, obschon er sich noch bester Gesundheit erfreut. Wie die «Mail on Sunday» heute schreibt, soll der frühere Prinz Andrew (66) trotz seiner Verfehlungen und Eskapaden ein königliches Staatsbegräbnis erhalten.
Vergangenen Herbst hatte ihm sein Bruder, König Charles III. (77), seine restlichen Titel entzogen. Er darf sich jetzt nur noch Andrew Mountbatten-Windsor nennen.
Hochrangige Quellen aus Whitehall bestätigen gegenüber der Zeitung, dass der ehemalige Herzog von York weiterhin auf einer geheimen Regierungsliste von Mitgliedern des Königshauses figuriert, denen eine hochkarätige Beerdigung zusteht.
Epstein-Opferanwältin wehrt sich
Nach den Enthüllungen über seine Freundschaft mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (1953–2019) wurde Andrew zum Privatmann degradiert und gilt nicht nur im britischen Königreich als Persona non grata. Entsprechend negativ fallen die Kommentare auf den Zeitungsbericht aus.
Auch US-Anwältin Gloria Allred (85), die 27 Opfer von Epstein vertreten hat, meldet sich zu Wort. Sie sagt: «Andrew hat durch seine Verbindungen zu Jeffrey Epstein Schande über die königliche Familie und das Vereinigte Königreich gebracht. Unter diesen Umständen stellt sich die Frage, warum diesem Mann die Ehre eines königlichen Begräbnisses zuteilwerden sollte. Welche Botschaft würde eine solche Zeremonie an Epsteins Opfer senden?», so Allred in einer Stellungnahme.
Und Alicia Kearns (38), Schattenministerin für Inneres der Konservativen, meint: «Es gibt absolut gar keinen Grund, warum Andrew ein königliches Begräbnis gewährt werden sollte. Er sollte seine Tage fernab des öffentlichen Lebens verbringen, und die Polizei sowie die Staatsanwaltschaft sollten sicherstellen, dass ihre Ermittlungen gegen ihn gründlich sind und sich nicht in die Länge ziehen. Solche Pläne sollten unverzüglich zurückgenommen werden.»
Die Vorkehrungen zur Bestattung für Mitglieder der Königsfamilie sind hinter den Kulissen jeweils schon weit vor ihrem Tod in groben Zügen festgelegt. So soll die Trauerfeier von Andrew dereinst offenbar in der St.-Georgs-Kapelle im Windsor Castle stattfinden, wo auch die Beisetzungen von Königin Elisabeth (1926–2022) und Prinz Philip (1921–2021) abgehalten wurden.
Beigesetzt werden soll Mountbatten-Windsor auf dem Royal Burial Ground in Frogmore, einem privaten Friedhof im Home Park in Windsor. Zu den dort Begrabenen zählt auch König Edward VIII. (1894–1972), der 1936 in Ungnade fiel und abdankte, um die bürgerliche Amerikanerin Wallis Simpson (1896–1986) zu heiraten, die ebenfalls dort begraben liegt.