Darum gehts
- Vanessa Mai spricht über psychische Tiefs nach Bühnenauftritten im Podcast.
- Sie beschreibt ihre Gefühle: Hochgefühl auf der Bühne, danach völlige Leere.
- Puls bis 150: Auftritte gleichen Sport, viele Künstler kämpfen mit Folgen.
Als Schlagersängerin steht Vanessa Mai (34) regelmässig auf den grossen Musikbühnen. Dort wird sie bejubelt, gefeiert, gibt sie alles für ihre Fans. Doch was danach kommt, bekommt dann niemand mehr mit: Nach dem Hoch auf der Bühne folgt für die Sängerin meist ein psychisches Tief.
«Du bist wie ausgesaugt erst mal, weil du alles da oben auf der Bühne gibst», erzählt sie im gemeinsamen Podcast «Schön laut» der TV-Moderatorin Lola Weippert. «Deswegen fühlt man sich danach auch komplett leer körperlich, weil du halt alles da hinschmeisst auf die Bühne.»
«Deine Endorphine drehen durch»
In «Schön laut» schwärmt Vanessa Mai von einem besonderen Bühnenauftritt, den sie vor Kurzem hatte. Die Schwiegertochter von Schlager-Ikone Andrea Berg (60) beschreibt, wie es ihr kurz danach erging: «Dann fährst du natürlich auch mit so einem Energieball nach Hause», beschreibt es die Schlagersängerin. «Und dann kommst du heim und bist irgendwie glücklich und voll mit Glücksgefühlen, aber irgendwie natürlich auch krass leer.» Auf das Hoch auf der Bühne, bei dem Mai «krass hochfahren» würde – «Puls auf 140, 150, das ist dann Sport» – folge dann der Crash.
Podcast-Kollegin Lola Weippert hat dafür vollstes Verständnis: «Ganz ehrlich, da muss ich auch mal eine Lanze brechen für alle Künstlerinnen und Künstler, die irgendwann psychisch komplett hohldrehen», merkt sie an. «Weil das, was du auf der Bühne erlebst, das erlebst du als normaler Mensch ‹off stage› niemals. Diese Tausenden Menschen, die für dich applaudieren. Deine Endorphine, die drehen durch.» Unerträglich sei dann anschliessend «diese Stille im Hotel».
«Weil sie diese Stille betäuben wollen»
Es sei also kein Wunder, dass viele Künstler unter der Gefühlsachterbahn zerbrechen: «Das ist so unnormal, deswegen verstehe ich es so sehr, die Künstlerinnen und Künstler, die psychisch überhaupt nicht darauf klarkommen.» Mai betont, dass man lernen müsse, damit umzugehen.
Um diese Stille zu betäuben, würden viele Künstlerinnen und Künstler zu Drogen greifen, schildert Weippert. «Ich kann es nachvollziehen», gibt sie zu, auch wenn sie selbst nicht zu solchen Mitteln greife. «Wo viel Licht fällt, fällt viel Schatten.» Doch Vanessa Mai weiss: «Na ja, aber dieses Drogennehmen ist halt auch nur ein Verschieben des Moments.»
Die Erfahrung auf der Bühne beschreibt Mai wie einen Rauschzustand: «Da gibt es keine Gedanken an das links, rechts, du lebst nur in dieser Bubble gerade und nichts anderes zählt.»