Darum gehts
- Sky-Reporterin Rena Schwabl entdeckt eigene Fotos auf Pornoseite
- KI entkleidet Frauen virtuell mit öffentlich geposteten Instagram-Bildern
- Foren sammeln Bilder: Sicherheit von Sportlerinnen zunehmend gefährdet
Rena Schwabl (32) scrollt nichtsahnend durchs Internet. Plötzlich findet sie sich selbst wieder – auf einer Pornoseite. Das macht die Sky-Sportreporterin in einem Instagram-Video publik: «Ich hätte niemals gedacht, dass ich meine Fotos auf einer Pornowebsite fände, aber hier sind wir», beginnt sie ihren Post. Mehrere miteinander verknüpfte Seiten sollen ihre Fotos veröffentlicht haben. Die Namen nennt sie bewusst nicht. «Ich möchte ihnen keine Plattform geben.»
Der Mechanismus dahinter ist perfide: Mit dem Begriff «Leaks» wird suggeriert, es handle sich um private, nie veröffentlichte Bilder. Tatsächlich stammen die Fotos schlicht von Instagram, gepostet von Schwabl selbst. Auf einer der Seiten ist es möglich, die Frauen auf den Fotos per KI virtuell auszuziehen.
Auch Fussballerinnen betroffen
Schwabl geht der Sache nach und sucht nach deutschen Fussballerinnen. Schnell wird sie fündig. Aus Rücksicht auf die Spielerinnen nennt sie die Namen nicht. Sie stösst auf Foren, in denen Nutzer erotische Bilder von Sportlerinnen sammeln und kommentieren.
Besonders beunruhigend seien jene Kommentare, in denen Männer davon fantasieren, Sportlerinnen persönlich zu treffen. Für Schwabl klingt das bedrohlich: «Hier muss man sich auch Gedanken um die Sicherheit dieser Frauen machen.» Einer habe davon gesprochen, wie toll es wäre, sie in einem Wellnesshotel zu treffen. «Das ist der Grund, warum ich nie die Hotels nenne, in denen ich mich aufhalte.»
«Das ist kein Kompliment»
Eine Behauptung mache sie besonders hässig. So hätten einige Nutzer geschrieben, das Teilen ihrer Bilder auf Pornoseiten sei ein Lob. Ein Kommentar lautete: «Das ist purer Respekt. Das ist nicht sexistisch, das ist Wertschätzung.» Schwabl stellt klar: «Das ist kein Kompliment.»
Wichtig sei ihr dabei die Differenzierung: «Das ist keine Hetze gegen alle Männer. In meinem Leben finden sich einige Männer, die ich liebe und schätze. Dieser Post könnte aber ein Anlass für jeden sein, um zu reflektieren.»
Eine Blick-Anfrage bei Rena Schwabl blieb bis zur Publikation des Artikels unbeantwortet.