«Dann merkt keiner was von deinen finanziellen Problemen»
Horst Lichter wollte nach wirtschaftlichem Ruin nicht mehr leben

Horst Lichter packt über einen seiner schwersten Schicksalsschläge aus: Als sein Restaurant in den 90er-Jahren pleite ging, stürzte er in eine psychische Krise. Beinahe verlor er seinen Willen, zu leben.
Kommentieren
1/4
Horst Lichter spricht in einem Interview über schwere Schicksalsschläge. Darunter sein finanzieller Ruin in den 90er-Jahren.
Foto: imago/STAR-MEDIA

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Horst Lichter (64) spricht über schwere Krisen und Schicksalsschläge in seinem Leben
  • Er verlor seine erste Tochter und kämpfte gegen finanzielle sowie psychische Tiefpunkte
  • In den 90er-Jahren stand sein Restaurant wegen Schulden vor dem Ruin
Sophie_Ofer_Redaktorin People Desk_Blick _ Ringier AG_3.jpg
Sophie OferRedaktorin People

Man kennt ihn für seine Witze, seinen Charme und die pure Lebensfreude, die er verströmt: Horst Lichter (64) gehört zu den beliebtesten TV-Persönlichkeiten im deutschsprachigen Raum. Doch privat sah es bei ihm oft alles andere als rosig aus. Die Lebensgeschichte des «Bares für Rares»-Moderators ist von tiefen Krisen gezeichnet.

In einem «Zeit»-Interview spricht Lichter über einen besonders einschneidenden Tiefpunkt, der ihn einst fast den Überlebenswillen kostete.

«Ich war nicht nur platt, ich war plattplatt»

Horst Lichter musste in seinem Leben einige Schicksalsschläge erleiden, darunter zwei Schlaganfälle im Alter von 26 und 28 Jahren, letzterer war von einem Herzinfarkt begleitet. Ausserdem verlor Lichter früh seinen geliebten Vater; 1984 starb seine erste Tochter im Säuglingsalter, Diagnose: plötzlicher Kindstod.

Im Interview mit der «Zeit» berichtet Lichter nun von einer schweren finanziellen und psychischen Krise: In den 90er-Jahren stand sein damaliges Restaurant, die Oldiethek in Rommerskirchen-Butzheim (D), vor dem wirtschaftlichen Ruin. Ein Vertrauter hatte ihn hintergangen, die Buchhaltung sei ein Trümmerhaufen gewesen. Daraufhin habe das Finanzamt Summen von Lichter gefordert, die er nicht aufbringen konnte. «Ich war nicht nur platt, ich war plattplatt», erinnert er sich im Interview an die schwere Zeit.

«Die Situation schien ausweglos», so Lichter. «Ich hatte Angst, dass alle über mich lachen würden: Jetzt ist er doch plattgegangen mit seiner Spinnerei!» Einmal habe er sich auf sein Töff gesetzt und sei «zwei Stunden durch die Eifel geflogen wie ein Irrsinniger», erinnert er sich. «Wenn du jetzt verunfallst, so war meine Idee, hast du eine Lebensversicherung. Dann merkt keiner was von deinen finanziellen Problemen.»

«Wir haben jeden Tag malocht»

Irgendwann habe er jedoch gemerkt, dass dies eine «Scheissidee» war. «Ich dachte, was würde alle, die vielleicht lachen, am meisten ärgern? Wenn du es schaffst.» Statt aufzugeben, habe er sich mit seiner heutigen Frau Nada (54) in die Arbeit gestürzt, um das Restaurant zu retten. 

«Wir haben rigoros alles verkauft, was wir entbehren konnten. Sie hatte etwas gespart, das hat sie auch noch gegeben, obwohl sie nicht wusste, ob sie das jemals wiederkriegt. Wir haben jeden Mitarbeiter entlassen und gemeinsam Tag und Nacht in der Oldiethek malocht», sagt Lichter. «Ich wollte leben. Ich wollte auch wieder lachen.» 

Der TV-Moderator hat es geschafft, an seinen Krisen zu wachsen: «Ich wünsche meine Schicksalsschläge keinem anderen. Aber ich gucke immer auf heute. Ich mag den, der ich heute bin. Der wäre ich nicht, wäre früher irgendetwas anders gelaufen.»

Was sagst du dazu?
Meistgelesen