Darum gehts
- Ed Sheerans US-Tour wird politisch: Macklemore nach Pro-Palästina-Aufruf ausgeschlossen
- Veranstalter verbannt Macklemore wegen Vorwürfen antisemitischer Rhetorik und Auftritt von 2014
- Künstler boykottieren Tour, Macklemore: «Erfolgreichste Tour meiner Karriere»
Es sollte das fulminante Finale von Ed Sheerans (35) nordamerikanischer «Loop Tour» werden, doch die Konzertreise ist zu einem politischen Schlachtfeld verkommen. Auslöser war der Auftritt des US-Rappers Macklemore (43) Anfang September im MetLife Stadium in New Jersey. Macklemore nutzte die Bühne für ein klares Statement, stimmte seine Protestsingles an und rief ins Publikum: «Ein grosser Grund, warum ich diese Tour machen wollte, ist, um in Stadien wie diesem aufzustehen und zwei Worte zu sagen: Free Palestine!» Am folgenden Abend adressierte er das jüdische Publikum direkt: «Kritik an Israel, Kritik an Apartheid oder gegen Völkermord zu sein, ist in keiner Weise eine Kritik an euch.»
Die Reaktionen liessen nicht lange auf sich warten. Sängerin Pink (47) drückte ihre Beunruhigung aus und erklärte: «Was ich als jüdische Mutter sagen muss, ist: Das hat mir Angst gemacht, und es hat Menschen Angst gemacht, die ich liebe.»
Das Israeli-American Council forderte in einer Petition Sheerans Konsequenzen und hinterfragte, wo die Grenze verlaufe, wenn ein Support-Act eine globale Bühne für «eine einseitige politische Agenda» nutze.
«Antisemitische Rhetorik und Bildsprache»
Zudem spült die Debatte Macklemores umstrittenen Auftritt von 2014 in Seattle hoch, bei dem er mit einer Hakennase, Perücke und Bart auftrat – ein Aussehen, das von Kritikern als antisemitische Karikatur verurteilt wurde. Zwar entschuldigte er sich damals für ein unüberlegtes Kostüm, die Aktion holte ihn aber wieder ein.
Unter dem Druck der Veranstalter – allen voran Robert Kraft (85), Eigentümer des Gillette Stadiums, der dem Rapper eine «Geschichte antisemitischer Rhetorik und Bildsprache» vorwarf – knickte die Tour-Organisation ein. Der Veranstalter Messina Touring Group gab bekannt: «Wir wurden von den Veranstaltungsorten der kommenden US-Tourdaten benachrichtigt, dass sie kein Konzert mit Macklemore im Line-up dulden werden.» Heisst: Der Rapper flog kurzerhand aus dem Programm.
«Erfolgreichste Tour meiner Karriere»
Das Aus für Macklemore löste ein Beben aus. Künstler wie Finneas (29) (Bruder von Billie Eilish, 24), Lukas Graham (37) und Aaron Rowe (30) sagten ihre Auftritte im Vorprogramm aus Protest ab. Rowe stellte klar: «Ich kann nicht tatenlos zusehen, wie Milliardäre ihre Machtposition nutzen, um Stimmen leise zu machen.» Macklemore selbst teilte mit: «Ed war in einer beschissenen Lage. Aber meine Verantwortung ist es, die Wahrheit zu sagen. Wenn diese zwei Worte mich die Bühne kosten, war es die erfolgreichste Tour meiner Karriere.»
Öffentlich wird Sheeran nun vorgeworfen, eingeknickt zu sein – der Musiker weist das öffentlich entschieden zurück: «Dass Macklemore von der Tour genommen wurde, war die Entscheidung des Promoters, nicht meine. Ich würde niemals die Fans enttäuschen oder die Tour-Crew und Musiker im Stich lassen, die auf mich angewiesen sind.