Darum gehts
- SWR-Chef Kai Gniffke erhielt 2025 rund 367'000 Franken, etwa 55'000 weniger als Bundeskanzler Merz
- Die Gehälter der ARD-Spitzen werden von Aufsichtsgremien festgelegt, nicht von ihnen selbst
- SRG-Generaldirektorin Susanne Wille erhielt 2025 total 518'000 Franken, mehr als Bundesräte
Stellenabbau, Sparprogramme und gestrichene Sendungen: Die öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland stehen immer wieder massiv unter Druck. In diesem Zusammenhang flammt auch die Debatte über die Gehälter der Senderbosse immer wieder auf.
Häufig ziehen Kritiker dabei den Vergleich zur Politik. So kommt Bundeskanzler Friedrich Merz (70) auf ein Jahresgehalt von umgerechnet rund 422'000 Franken, während SWR-Intendant Kai Gniffke (65) im Jahr 2025 ungefähr 367'000 Franken erhielt. Der deutsche Regierungschef verdient damit gerade einmal rund 55'000 Franken mehr pro Jahr als der ARD-Topverdiener.
Grosse Unterschiede innerhalb der ARD
Dies geht aus der aktuellen Gehaltstabelle des Senderverbunds hervor. Während Gniffke das Ranking anführt, folgt dicht hinter ihm WDR-Intendatin Katrin Vernau (53) mit rund 330'000 Franken auf Platz zwei. Am untersten Ende der Tabelle befindet sich RBB-Intendatin Ulrike Demmer (53), deren Jahresgehalt bei vergleichsweise bescheidenen 215'000 Franken liegt.
Ihre Gehälter legen die Senderchefs nicht selbst fest, darüber entscheiden unabhängige Aufsichtsgremien. Da ihre Verträge jedoch nicht an feste Gewerkschaftstarife gebunden sind, werden die Konditionen individuell und frei verhandelt.
SRG-Chefin zieht am Bundesrat vorbei
Kritik an üppigen Führungssalären findet man auch in der Schweiz. SRG-Generaldirektorin Susanne Wille (52) liess 2025 nämlich sogar die Landesregierung hinter sich. Mit einem Gesamteinkommen von 518'000 Franken verdiente Wille einiges mehr als Mitglieder des Bundesrats, deren Salär bei rund 478'000 Franken liegt. Auch die übrigen sieben Mitglieder der SRG-Geschäftsleitung waren mit durchschnittlich 397'000 Franken gut entlöhnt.
Das Medienhaus verteidigt die Summe. Willes Lohn sei «angesichts der Komplexität der Aufgabe, des Umfangs der Verantwortung und der Grösse des viersprachigen Unternehmens angemessen», heisst es vonseiten der SRG. Ausserdem liege die Entschädigung tiefer als auf vergleichbaren Posten anderer Schweizer Staatsbetriebe.