Wegen Kollisionen beim Rangieren
SBB reduzieren Höchsttempo auf 15

Die SBB-Lokführer dürfen beim Rangieren von Personenzügen höchstens noch Tempo 15 statt wie bisher 30 fahren. So soll die Sicherheit erhöht werden. Der Versuch ist auf vier Monate ausgelegt.
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Im Februar sind in Bern zwei Doppelstockzüge beim Rangieren zusammengeprallt.
Foto: Facebook

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • SBB halbieren ab 15. Juni Rangiertempo für Personenzüge auf 15 km/h
  • Massnahme soll Sicherheit erhöhen, Schäden verringern und Bremswege erheblich verkürzen
  • Jährlich über zwei Millionen Rangierfahrten, mit niedriger zweistelliger Unfallzahl
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Andreas SchmidInlandredaktor

In jüngerer Zeit ist es bei den SBB bei Rangierfahrten mehrmals zu Vorfällen gekommen. Fast-Zusammenstösse und Kollisionen beunruhigten das Lokpersonal und die Verantwortlichen. So verursachte beispielsweise im vergangenen Oktober ein Zusammenprall von zwei Zügen in Basel einen Millionenschaden. Und im Februar stiessen in Bern zwei Doppelstockzüge gegeneinander. Verletzt wurde bei den Unfällen niemand, dennoch liessen diese und andere Ereignisse die SBB handeln.

Für Rangierfahrten von Personenzügen gilt ab dem 15. Juni eine Höchstgeschwindigkeit von 15 Kilometern pro Stunde statt wie bisher 30. Nur in Ausnahmefällen mit einem Spezialsignal gilt weiterhin Maximaltempo 30.

Höhere Sicherheit, geringere Schäden

Das Halbieren der Rangiergeschwindigkeit begründen die SBB mit einer Erhöhung der Sicherheit. Zwar gebe es bei jährlich über zwei Millionen Rangierfahrten im Personenverkehr nur «eine tiefe zweistellige Zahl» von Vorkommnissen, doch jede Unregelmässigkeit und jeder Unfall seien zu viel, begründet SBB-Sprecher Moritz Weisskopf die Massnahme. In einem viermonatigen Pilotversuch wird nun Höchsttempo 15 vorgegeben. Mit reduzierter Geschwindigkeit verkürze sich der Bremsweg um ein Vielfaches, und es bleibe mehr Zeit, auf unerwartete Situationen zu reagieren, führt Weisskopf aus. Ob die Regelung beibehalten wird, entscheiden die SBB nach Auswertung des Versuchsbetriebs im Oktober.

Neben dem Sicherheitsaspekt erwähnt der SBB-Sprecher auch die Verminderung von Schäden als Grund für das langsamere Rangieren. «Bei allen Kollisionen wäre das Ausmass der Schäden mit einer reduzierten Geschwindigkeit deutlich kleiner ausgefallen, oder die Vorfälle hätten gar keine Reparatur verursacht», sagt Weisskopf. 

Nur im Personenverkehr

Die neue Vorgabe mit Höchsttempo 15 gilt nur für Rangierfahrten im Personenverkehr. Dies liegt laut Weisskopf darin begründet, dass im Güterverkehr beim Rangieren längere Strecken gefahren werden und «eine generelle Reduktion des Tempos die Sicherheit nicht verbessern würde». Weisskopf sagt: «Längere Distanzen mit tiefen Geschwindigkeiten zu fahren, könnte für die Sicherheit sogar nachteilig sein.»

Das Lok- und Rangierpersonal der SBB sieht dem Pilotversuch teilweise skeptisch entgegen. Die neue Regelung führe zu längeren Fahrzeiten, was den Zeitdruck auf die Angestellten weiter erhöhe. Dieser sei bereits bisher beträchtlich und Ursache für Zwischenfälle gewesen. Kritik wird auf Personalseite auch an der Rangierausbildung laut: Diese sei nicht ausreichend, Praxisreife werde damit nicht erlangt, bemängeln Lokführer. 

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